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Havelland Rathenower beklagt: Kein Geld vom Jobcenter
Lokales Havelland Rathenower beklagt: Kein Geld vom Jobcenter
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15:20 15.04.2016
Horst Rathey aus Rathenow kritisiert, dass er kein Geld vom Jobcenter bekommt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Dem 59-jährigen Rathenower Horst Rathey ist seine Ratlosigkeit anzusehen. Das Jobcenter reagiere einfach nicht, beklagt er, obwohl er alle Unterlagen frühzeitig eingereicht habe, sei sein neuer Hartz-IV-Bescheid für die Zeit ab 1. April bei ihm immer noch nicht eingetroffen. Jetzt habe er kein Geld mehr, könne sich nichts zu essen kaufen, sei nicht mehr krankenversichert und könne die Zuzahlung für sein Asthma-Spray nicht aufbringen. Unter der ihm benannten Telefonnummer beim Jobcenter sei niemand zu erreichen. Es sei zum Verzweifeln.

Zum 1. Februar ist im Jobcenter ein neues Sachgebiet gebildet worden

Seit Jahren sei mit seinen Hartz-IV-Leistungen immer alles einwandfrei abgelaufen, berichtet der Rathenower. Vor sechs Jahren habe er sich dann selbstständig gemacht. Er verkaufe von zu Hause aus Bücher und Postkarten und habe einen Fahrservice für ältere Leute. Aufstockende Leistungen vom Jobcenter müsse er wegen seiner geringen Einnahmen aber trotzdem beantragen. Zum Verhängnis sei ihm wohl geworden, vermutet Horst Rathey, dass das Jobcenter zum 1. Februar 2016 ein neues Sachgebiet gebildet habe, das für SGB-II-Leistungsberechtigte (auch Hartz-IV-Empfänger genannt) mit Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit zuständig sei. Dienstort Falkensee.

Jedes halbe Jahr muss Horst Rathey wie andere Hartz-IV-Empfänger auch beim Jobcenter des Landkreises einen neuen Antrag stellen. Wie er sagt, habe er für die Zeit ab 1. April 2016 bereits am 17. Februar seinen Antrag bei der Servicestelle des Jobcenters in der Puschkinstraße von Rathenow abgegeben. Bei seiner ersten Nachfrage am 4. März sei eine Nachforderung gekommen, er habe Kopien seiner Privathaftpflicht- und seiner Kfz-Haftpflichtversicherung einreichen müssen. Das habe er umgehend getan, bei seiner zweiten Nachfrage am 24. März sei ihm aber mitgeteilt worden, dass die Versicherungskopien im Jobcenter nicht vorliegen würden. Noch am gleichen Tag habe er diese nun zum zweiten Mal dort abgegeben.

Weil bis zum 11. April weder Bescheid noch Geld eingetroffen sei, berichtet Horst Rathey, sei er an diesem Tag erneut zum Jobcenter und danach in seiner Verzweiflung noch zum Bürgerservicebüro des Landkreises gegangen. Dort habe man gesagt, ihm nicht helfen zu können. Und unter der ihm benannten Telefonnummer im neuen Sachgebiet sei niemand zu erreichen...

Alle Unterlagen müssen „vollständig und fristgemäß“ vorliegen

Caterina Rönnert, als Pressereferentin des Landkreises auch für dessen Jobcenter zuständig, teilt dazu mit, dass sie aus Datenschutzgründen zum konkreten Fall keine Auskunft geben darf. Die Verwaltung bitte darum, betont sie ganz allgemein, dass alle erforderlichen Unterlagen zur Weiterbewilligung eines Antrags sechs bis vier Wochen vor Ablauf des Bewilligungszeitraums eingereicht werden. Lägen alle Unterlagen nicht „vollständig und fristgemäß“ vor, erklärt Caterina Rönnert, könne eine Zahlung nicht erfolgen. Sollten die Unterlagen nachgereicht werden, würde der Leistungsberechtigte rückwirkend wieder krankenversichert werden.

Von Bernd Geske

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