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Havelland Rathenower kämpfen für ihr Offizierscasino
Lokales Havelland Rathenower kämpfen für ihr Offizierscasino
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02:15 26.02.2017
Der Zaun vor dem Offizierscasino liegt um, zudem wurden hier Bäume gefällt. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Alle paar Jahre entfacht in der havelländischen Kreisstadt eine Diskussion um die Zukunft des ehemaligen Offizierscasino in der Berliner Straße/Ecke Bahnhofstraße. Zuletzt hatten Anfang 2013 all jene Hoffnung geschöpft, die für den Erhalt des Gebäudes plädieren. Damals hatte Götz Freyberg aus Mönchengladbach das Grundstück samt Immobilie erworben.

Ernüchterung setzte ein, als Freyberg erklärte, er wolle das Gebäude nicht erhalten. Mitte Januar brachte nun eine MAZ-Leserin das Thema erneut auf die Agenda. Sie wollte wissen, warum die Behörden nicht den Schutz für das Offizierscasino aufhebt, so dass es abgerissen werden kann und der Schandfleck aus dem Stadtbild verschwindet.

Es scheint, als hätte die Dame mit ihrer Anfrage etwas ausgelöst, denn letzte Woche gab es nach langer Zeit erstmals Bewegungen auf dem Grundstück. Vor und auf dem Gelände wurden Bäume gefällt. Zudem liegt seit einigen Tagen der notdürftige Bauzaun um. Daraufhin beklagte sich am Mittwoch ein weiterer MAZ-Leser, denn nun sei die Sicht auf die Ruine auch im Sommer frei. Der Mann wollte wissen, wer die Bäume gefällt hat und ob es dafür eine Genehmigung gab.

Wie der Landkreis auf Anfrage der MAZ erklärte, sind die fünf gefällten Bäume in der Bahnhofstraße nach Auskunft der Stadt dem Grundstückseigentümer zuzuordnen. „Eine Fällgenehmigung wurde seitens des Eigentümers nicht beantragt. Insofern könnte eine ordnungswidrige Handlung vorliegen“, erklärte die Pressesprecherin des Landkreises, Caterina Rönnert. Die Untere Naturschutzbehörde werde dem Vorfall nachgehen.

Aus der Ruine soll ein Jugendzentrum werden

Damit ist weiterhin unklar, wer die Bäume gefällt hat. Eigentümer Götz Freyberg war bisher telefonisch nicht erreichbar. Nach aktuellem Kenntnisstand der kreislichen Denkmalschutzbehörde hat er aktuell auch keinen Antrag auf Aufhebung des Denkmalschutzes gestellt. Laut Caterina Rönnert gibt es derzeit ohnehin keine rechtlichen Voraussetzungen für einen Abriss des Denkmals oder dessen Löschung aus der Denkmalliste. „Das Gebäude ist aus unserer Sicht weiterhin sanierungsfähig“, so Rönnert. Aus denkmal- und städtebaulicher Sicht würde der Landkreis wie auch in vergleichbaren Fällen selbstverständlich eine Sanierung begrüßen. „Eine Rechtsgrundlage, gegenüber dem Eigentümer eine Sanierung durchzusetzen, gibt es jedoch nicht“, machte die Pressesprecherin deutlich.

Offizierscasino

1911 zogen das Offizierskorps in die von der Stadt neu errichtete Villa.

Nach 1945 gehörte das Casino zum Areal der sowjetischen Armee.

Rechtmäßiger Eigentümer des rund 1700 Quadratmeter großen Grundstücks samt Casino ist heute Götz Freyberg.

Der Geschäftsmann aus dem niederrheinischen Mönchengladbach hatte Anfang 2013 Grundstück und Immobilie vom Land erworben. Das Aneignungsrecht trat das Land ab.

Den Erhalt des Gebäudes wünschen sich auch viele Rathenower. In einem nicht-öffentlichen Facebook-Forum sprachen sich zahlreiche Bürger für die Rettung des Offizierscasinos aus. Sogar Lösungsvorschläge wurden diskutiert. Aus der Ruine könnte in Zusammenarbeit mit dem Investor der Askania Werke ein Zentrum für die Jugend- und Szenekultur entstehen, lautete eine Idee. Damit hätten die in den Askania Werken ansässigen Jugendgruppen ein neues Zuhause. Zudem könnten sich Bürger durch den Erwerb von Anteilscheinen am Aufbau beteiligen.

„Die Diskussion auf Facebook zeigt, wie sehr dieses Thema die Rathenower beschäftigt. So lange ein Wiederaufbau möglich ist, sollte man daran festhalten. Abgerissen wurde schon genug“, meint Corrado Gursch. Der stellvertretende Vorsitzende der Rathenower CDU-Fraktion hatte sich schon mehrfach für den Erhalt des Casinos stark gemacht. „Es wäre schön, wenn der Eigentümer die Menschen in Rathenow ,mitnehmen’ würde. Das ist kein normales privates Gebäude wie jedes andere. Die Bürger haben ein Recht zu wissen, was mit ihrem Offizierscasino passiert“, so Gursch.

Von Christin Schmidt

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