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Havelland Rathenower liefert Küchen bis nach Russland
Lokales Havelland Rathenower liefert Küchen bis nach Russland
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00:17 21.03.2016
Sieghild Pagel und Detlev Deichmann einer der zahlreichen Ausstellungsküchen. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow

Vor mehr als 175 Jahren gründete Erich Deichmann in Rhinow den Familienbetrieb, den heute Detlev Deichmann in sechster Generation führt. Damit gehört das havelländische Unternehmen ohne Zweifel zu den ältesten in der Mark Brandenburg. Mit Wohn- und Küchenmöbeln aller Art, die in der eigenen Tischlerei gefertigt wurden, fing alles an. Elf Gesellen und Erich Deichmann selbst rackerten damals, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen.

Bretter zu Schränken und Tischen verarbeiten, das könnte der gelernte Tischler Detlev Deichmann zwar auch, mit seiner Arbeit heute hat das aber nichts mehr zu tun. Aus dem Möbelgeschäft ist ein Küchenfachgeschäft geworden. Großunternehmen liefern die Produkte, Deichmann macht daraus am Computer eine Küche, das Herz des Hauses, wie er sagt.

Küchen aus Rathenow nach Russland geliefert

400 verschiedene Modelle kann er problemlos zusammenstellen – die Qual der Wahl war früher deutlich geringer. In erster Linie bedient das Unternehmen Kunden in der Region, aber auch an die Nord- und Ostsee und bis runter nach Bayern wird geliefert. Sogar in der russischen Stadt Nischni Nowgorod, 400 Kilometer östlich von Moskau steht eine Küche, die in Rathenow geplant wurde.

Mehr als einhundert Jahre gehörte „Möbel Deichmann“ zu Rhinow, bis sich Detlev Deichmanns Vater Werner in den 1970er Jahren entschloss, mit dem Geschäft nach Rathenow zu ziehen. Bereits zehn Jahre zuvor hatte er das Konzept überarbeitet: statt Möbel aller Art spezialisierte er sich auf Küchenmöbel. Dieses Konzept verfolgt der Sohn bis heute. Mit zwei Verkaufsräumen begannen seine Eltern das Geschäft in Rathenow aufzubauen. Inzwischen stehen auf 350 Quadratmetern Modellküchen.

Auch in 40 Jahren DDR immer in privater Hand

Selbst der Verstaatlichung der Unternehmen während der DDR-Zeit, als so mancher Familienbetrieb zu LPG, HO oder VEB wurde, entgingen Deichmanns, das Geschäft blieb in Familienhand. „Wir waren immer privat und überlebten auch 40 Jahre DDR“, erinnert sich Detlev Deichmann. Er selbst ließ sich nach der Schule in Rathenow zum Tischler ausbilden und studierte später Holztechnik. „Meine Eltern haben mich schon in die richtige Richtung gelenkt“, sagt er mit mildem Lächeln. Weihnachten 1979 entschied er sich, den elterlichen Betrieb zu übernehmen.

Seit 1. Januar 1980 führt er nun schon die Geschäfte. Er kennt beides, Unternehmertum im Kommunismus und im Kapitalismus. 1994 baute Detlev Deichmann die Geschäftsräume in der Jederitzer Straße aus und gewann im selben Jahr mit Sieghild Pagel eine zuverlässige Mitarbeiterin. Sie durchschritt mit ihm so manches Tal und unterstützte ihren Chef stets moralisch und praktisch. Ein weiterer Festangestellter hilft mit, dazu ein freier Monteur. „Ohne die Mitarbeiter hätte ich wohl nicht alles überstanden“, gesteht der gestandene Geschäftsführer.

Ursprünglich wollte Detlev Deichmann zur Jubiläumsfeier, die an diesem Wochenende stattfindet, seinen Nachfolger vorstellen. Immerhin könnte er mit 65 Jahren an den Ruhestand denken. Nun hat er es sich doch anders überlegt: „Ich möchte noch nicht aufhören.“ Es ist eben nicht so leicht, sich von einem Familienunternehmern mit einer so langen Geschichte zu trennen.

Von Christin Schmidt

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