Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Rathenower sind keine Brandenburg-Fans

Kreisreform Rathenower sind keine Brandenburg-Fans

Geht es öffentlich um die Kreisgebietsreform, haben derzeit vor allem die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte, die Deutungshoheit. Die Verwaltungschefs von Cottbus, Brandenburg an der Havel und Frankfurt/Oder wollen sich nicht einkreisen lassen. Allerdings sind auch die Landkreise wenig begeistert.

Voriger Artikel
Bagger beschädigt Gasleitung in Falkensee
Nächster Artikel
Zahl der rechts motivierten Straftaten steigt

Ronald Seeger

Quelle: Kniebeler

Havelland. Für den soeben ins Amt gewählte Havelland-Landrat Roger Lewandowski (CDU) ist es eine erste Probe. Denn im Wahlkampf hatte seine Partei in einer Anzeigenkampagne deutlich gemacht, nur wer Lewandowski wähle, der stelle sicher, dass die Eigenständigkeit des Landkreises Havelland gewahrt bleibe. Zwar ist die Direktwahl des Landrats gescheitert, weil nicht genügend Wähler mitgemacht haben. Der vom Kreistag gewählte Lewandowski sieht sich hier dennoch in der Pflicht. Und so hat er bereits mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass der Landkreis Havelland politisch alleine überlebensfähig ist. An seiner Serite hat Lewandowski seine Parteifreundin Dietlind Tiemann.

„Es mag sein, dass die Landesregierung mit enormem Kraftaufwand einen kurzzeitigen politischen Sieg errungen hat. Aber die Verlierer dieses Beschlusses sind die Menschen in unserem Land.“ Das ließ die Brandenburger Oberbürgermeisterin kurz nach der Landtagsabstimmung verlauten, als es um die Kreisreform ging. Die Wege in „überdimensionierte Mega-Kreisen“, so Tiemann, werden länger und unübersichtlicher. Zudem werde die kommunale Selbstverwaltung vor Ort in den Ämtern, Städten und Gemeinden abgebaut und damit die Demokratie vor Ort geschwächt. Tiemann hatte unmittelbar nach der Entscheidung im Landtag angekündigt, verfassungsrechtliche Schritte prüfen zu lassen.

Ganz so weit will Lewandowski noch nicht gehen. Doch der Bürgermeister der Stadt Rathzenow, Ronald Seeger, ebenfalls Mitglied der CDU, ist alarmiert. „Wenn es tatsächlich so kommt, dass Brandenburg an der Havel dem Havelland zugeordnet wird, dann verliert Rathenow den Kreisstadt-Status. Das stehe noch nicht fest, erklärt der brandenburgische Finanzminister Christian Görke (Linke) immer wieder. Über den Zuschnitt der Kreise werde später entschieden. Hinter vorgehaltener Hand sieht das aber anders aus. So weiß Ronald Seeger, dass man bereits auf Landkarten nachsehe, wo das Brandenburger Gemneindegebiet und der Kreis Havelkland aneinandergrenzen. Damit man der eigenen Devise, dass keine Kreise zerschnitten werden, gerercht bleitb. Tatsächlich gibt es diesen Gebietszipfel, der aber weitab jeder Straße liegt.

Bei seinen Antrittsbesuchen in den Gemeinden und Städten des Havellandes wird Lewandowski die Frage nach der Kreisreform immer wieder hören. In Rathenow ist man bereit für den Status zu kämpfen. Obwohl viele Kommunalpolitiker warnen: „Das wird keinen Sinn haben. Wenn Brandenburg an der Havel zum Havelland kommt, dann wird das die Kreisstadt.“

Damit wird man sich aber auch nicht in Falkensee abfinden wollen. Das ist die Stadt im Kreis, bei der die Einwohnerzahlen nach wie vor nach oben schnellen.

Von Joachim Wilisch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg