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Rathenower unterstützen Frauenhaus-Projekt

RosaRot-Kampagne Rathenower unterstützen Frauenhaus-Projekt

Beim Thema häusliche Gewalt wird nicht selten weggeschaut. Man will sich nicht einmischen, man könne ohnehin nichts dagegen tun – so denken viele. Eine Ausstellung zeigt nun, es geht auch anders. Entstanden ist das Projekt auch mit Hilfe zweier Rathenowerinnen.

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Bis 2. April ist die Ausstellung noch im Bildungsforum in Potsdam zu sehen.

Quelle: Privat

Rathenow/Potsdam. Der Blick durch die rosarote Brille mag zuweilen das Gemüt beflügeln, assoziiert man damit doch landläufig das Gefühl der Verliebtheit, das den realen Blick auf die Welt verklärt. Oft sehen wir allerdings auch ganz ohne dass Hormone verrückt spielen die Welt nicht so, wie sie ist. Weggucken statt sich der Wahrheit stellen. Genau das passiert zu oft, wenn es um häusliche Gewalt geht. Menschen schauen weg, wollen oder können nicht sehen, dass die Nachbarin, die Kollegin, die Freundin oder eine Bekannte darunter leidet. Dann wird die rosarote Brille zur Gefahr für Betroffene.

An diesem Punkt knüpft die Kampagne „RosaRot“ des Netzwerks Brandenburgischer Frauenhäuser mit Sitzt in Rathenow an. Von der havelländischen Kreisstadt aus kümmert sich Catrin Seeger, Leiterin des einzigen Frauenhauses im Havelland und Sprecherin sowie Vorstandsmitglied des Netzwerks, um den Schutz betroffener Frauen, aber auch darum, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen. An der Kampagne hat sie maßgeblich mitgewirkt und sich um die Organisation gekümmert. „Es war aber nicht meine Idee“, währt Seeger bescheiden ab. Die ursprüngliche Idee hatte Katrin Buschmann, vom Frauenhaus in Ludwigsfelde. Das Netzwerk-Team hat diese gemeinsam umgesetzt.

Nächste Jahr kommt die Ausstellung nach Rathenow

Das Ergebnis: Eine Wanderausstellung, die am 4. März im Bildungsforum in Potsdam erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. In Bildern, Texten und Ton – die Ausstellung ist barrierefrei – werden neun Fallbeispiele gezeigt. „Der Blick auf das Thema häusliche Gewalt ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Blick durch die rosarote Brille. Viele meinen, das gehe sie nichts an oder sie könnten nichts tun. Diese Einstellungen werden in hier hinterfragt“, erklärt Catrin Seeger. „RosaRot“ gewährt also nicht nur einen Blick in eine vielschichtige Welt, die mittlerweile jede dritte Frau in Deutschland erlebt. Die Schau zeigt auch auf, dass jeder einzelne etwas dagegen tun kann.

Ebenfalls am 4. März machte die bundesweite Tour der Frauenhäuser unter dem Motto „Gewalt gegen Frauen beenden“ am 4. März vor dem Bildungsforum in Potsdam Station. Catrin Seeger ist übrigens nicht die einzige Rathenowerin, die sich für die RosaRot-Kampagne engagiert. Brandenburgs Arbeits- und Sozialministerin Diana Golze hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Bis 2. April ist die Ausstellung noch in Potsdam zu sehen. Danach wird sie auf Wanderschaft gehen, verschiedene Anfragen gibt es bereits. Catrin Seeger will das wichtige Werk natürlich auch in ihre Heimatstadt holen. Im Blick hat sie dafür die nächste One-Billion-Rising-Aktion im Februar 2017.

Von Christin Schmidt

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