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Havelland Rathenower Krebs-Patientin will Mut machen
Lokales Havelland Rathenower Krebs-Patientin will Mut machen
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16:33 21.07.2015
Anne-Kathrin Ballhause. Quelle: M. Kniebeler
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Rathenow

Drei Tage vor ihrer Hochzeit änderte sich das Leben von Anne-Kathrin Ballhause radikal. Allerdings ahnte die Rathenowerin damals, im August 2014, noch nichts von dieser Veränderung. Die kleine Verhärtung in ihrer rechten Brust, die sie vor dem großen Fest ertastet hatte, hielt sie für eine Verkapselung. Erst als ihre Frauenärztin nach den Flitterwochen mehr entdeckte, war es mit der Ruhe vorbei – Brustkrebs. Und die Gewebeprobe, die in der Charité untersucht wurde, bestätigte die schlimmsten Befürchtungen: Es handele sich um einen bösartigen Tumor, teilte ihr der Professor mit. Und zwar um eine der aggressivsten Tumorarten überhaupt. An die Worte des Arztes danach erinnert sich Anne-Kathrin Ballhause heute noch genau: „Das wird ein langer, harter Weg.“

Lebensfreude trotz höllischer Qualen

Wer nun denkt, dass die Patientin nach diesem Befund ihren Halt verlor, der irrt. Sie habe sich nach der ersten Diagnose sehr intensiv mit dem Befund auseinandergesetzt, sagt sie. Und eines habe sie sich damals geschworen: „Komme was wolle, ich lasse mir von dieser Krankheit nicht die Freude am Leben nehmen.“ Was allerdings leichter gesagt war, als getan. Denn die Behandlung, die folgte, hatte das Zeug, selbst dem allergrößten Optimisten die Laune zu verderben. Zwölf Chemotherapien, die ersten acht davon extrem hoch dosiert, machten aus dem vitalen Körper der jungen Frau ein Wrack. Rasendes Kopfweh, Gliederschmerzen der übelsten Sorte, und eine nicht weichen wollende Übelkeit. „Es war die Hölle“, sagt Ballhause.

Anne-Kathrin Ballhause während der Chemotherapie. Quelle: privat

Allein die Hoffnung, danach wieder ins Leben, in ein normales Leben zurückzukehren, ließ sie durchhalten. „Nur nicht unterkriegen lassen“, sei ihre Devise gewesen. Und diese Einstellung habe ihr tatsächlich über die größten Krisen geholfen. Nur an dem Tag, an dem ihre langen Haare anfingen auszufallen, als sie beim Kämmen ganze Büschel in den Händen hielt – an diesem Tag hat sie die Kraft verlassen. „Ich stand vorm Spiegel und habe geheult“, erinnert sich Ballhause. „Es hat sich angefühlt, als ob mit jedem Haar ein Stück meiner Identität verloren geht.“

Auch diesen Rückschlag hat die Physiotherapeutin überwunden. Ebenso wie die Bestrahlungen, die Brustamputation, die quälenden Begleiterscheinungen. Was ihr allerdings zu schaffen macht, ist der Umgang der Gesunden mit ihrer Krankheit. „Erst kommt das Mitleid, dann gehen viele auf Distanz“, berichtet sie. Einige Bekannte hätten ihr ganz offen gesagt, von der Situation überfordert zu sein. Dabei sei es eigentlich ganz einfach: „Geht einfach normal mit mir um.“

Sehnsucht nach Normalität

Die Sehnsucht nach Normalität ist im Genesungsprozess Anne-Kathrin Ballhauses ein starker Motor. Noch hat sie die Krankheit nicht besiegt, obwohl der Tumor nach Chemo und Operation nicht mehr da ist. Aber die Gefahr, dass Mini-Krebszellen überlebt und sich irgendwo eingenistet haben, ist noch nicht gebannt. Erst wenn die kommenden drei Jahre ohne neue Tumoraktivität überstanden sind, wird sich die Lage entspannen.

Spendentour für kranke Kinder

Die Hanse-Tour-Sonnenschein ist eine jährliche Benefiz Radtour zugunsten krebs- und chronisch kranker Kinder.

Die diesjährige Tour dauert vom 4. bis 8. August und wird wie bereits im Jahr 2009 durch Rathenow führen. Rathenow unterstützt die Radler, wenn sie am Mittwoch, 5. August, einen Stopp einlegen.

Die Veranstaltung soll Spendengelder einwerben, die das Leben von krebs- und chronisch kranken Kindern und ihrer Familien ein Stück lebenswerter machen. Die Einnahmen werden zu 100 Prozent gespendet. Weitere Informationen unter www.hanse-tour-sonnenschein.de

Diese Ungewissheit kann zermürben – an Anne-Kathrin Ballhauses Kampfeswillen hat das aber nichts geändert. Im Gegenteil: Sie mobilisiert alle Kräfte. Und sie hat den Sport entdeckt – genauer gesagt das Walken. Beim anstehenden Semliner Drei-Seen-Lauf wird sie einen Halbmarathon absolvieren. Jeder einzelne Schritt ein Schritt gegen den Krebs. „Das Leben ist noch lange nicht zu Ende“, sagt sie.

Von Markus Kniebeler

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