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Rathenowerin liest seit 60 Jahren die MAZ

Treue MAZ-Leserin Rathenowerin liest seit 60 Jahren die MAZ

Waltraut Voigt ist die vielleicht treueste MAZ-Leserin. Seit 1. Februar 1958 hat sie die Tageszeitung ihrer Heimat abonniert und liest bis heute täglich die Märkische Allgemeine Zeitung. Am Montag feierte die Rathenowerin ihren 78. Geburtstag und hatte zu ihrem Ehrentag einen besonderen Wunsch, den die MAZ ihr gern erfüllt.

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Waltraut Voigt zeigt ihre Ausgabe der Volksstimme vom Oktober 1957.
 

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow.  Wir leben in einer Zeit, die von Eile geprägt ist. Alles muss schnell gehen, fast nichts hat Bestand. Kaffee trinkt man im Gehen, der Urlaub wird in letzter Minute gebucht und Beziehungen in Sekunden per SMS beendet. Menschen, die über viele Jahre oder gar Jahrzehnte bei einer Sache bleiben, gibt es kaum noch. Die Rathenowerin Waltraut Voigt ist da eine Ausnahme. Seit fast 60 Jahren liest die Rathenowerin schon die Tageszeitung für ihre Heimatregion. Am 1. Februar 1958 hatte sie mit ihrem Mann die erste eigene Wohnung bezogen, seither ist sie auch Zeitungsabonnentin. Damals hieß die Märkische Allgemeine Zeitung noch Volksstimme und wurde in schwarz und rot gedruckt. Zum Beweis holt Waltraut Voigt ein Exemplar vom Oktober 1957 aus dem Schrank.

„Früher hatte ich bei meinen Eltern die Zeitung gelesen, als wir unsere eigene Wohnung hatten, war für mich klar, dass ich meine Zeitung weiterhin lesen will“, erinnert sich die sympathische Frau mit dem liebenswürdigem Lächeln. 1938 wurde Waltraut Voigt in Rathenow geboren, in Premnitz absolvierte sie eine Ausbildung und arbeitete schließlich bei den Rathenower Optischen Werken als Expedientin.

Rätseln, Spazieren und Zeitung lesen

Fast 20 Jahre ist sie nun schon im Ruhestand und vertreibt sich die Zeit am liebsten mit Handarbeit, Rätseln und natürlich mit Zeitung lesen. Viel Zeit hat sie aber nicht, denn die rüstige Rentnerin ist viel unterwegs.

Jeden Mittwoch trifft sie sich mit Freunden und Familie auf dem Wochenmarkt, dienstags ist Spielenachmittag in der Diakoniestation und die Wochenenden verbringt sie häufig bei ihrer Tochter in Göttlin. Außerdem geht Waltraut Voigt täglich spazieren, meist in Begleitung ihrer Freundin. Die beiden streifen gern durch den Optikpark, laufen über die Weinbergbrücke oder am Wolzensee, das sind Waltraut Voigts Lieblingsorte. „Ich fahre auch gern weg, Ausflüge nach Berlin und Brandenburg oder zu meiner Tochter nach Bayern.

„Man muss doch wissen, was um uns herum passiert“

 Wir finden immer was. Zu Hause sitzen, das ist nichts für mich. Sie kennen ja den Satz: Zuhause... Außerdem muss man doch wissen, was um uns herum passiert“, sagt die zweifache Mutter und dreifache Oma.

Warum sie so gern die MAZ lies? „Weil ich so viel über meine Heimat erfahre. Den Westhavelländer und den Brandenburg-Teil lese ich am liebsten und darin vor allem Geschichten über Menschen und Veranstaltungen, mit Politik habe ich nicht so viel am Hut, da bin ich eine Niete“, gesteht Waltraut Voigt. Am 30. Mai feiert sie ihren 78. Geburtstag und zu ihrem Ehrentag hat sie einen ganz besonderen Wunsch.

Waltraut Voigt möchte einmal selbst in der Zeitung stehen. Eigentlich nur in der Liste der Jubilare mit ihrem Namen, aber daraus wird nichts. Wer so lange der MAZ treu ist, der hat es verdient, auch mal sein eigenes Gesicht im Blatt zu entdecken. Alles Gute für Waltraut Voigt!

Von Christin Schmidt

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