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Rathenows Eichhörnchen auf den Fersen

Naturschutzbund Westhavelland Rathenows Eichhörnchen auf den Fersen

An den letzten Februartagen werden oft viele Bäumen gefällt oder beschnitten, weil das ab 1. März verboten ist. Das dient dem Schutz brütender Vögel. Eichhörnchen aber bringen ihre Jungen schon im Januar zur Welt, bei Fällaktionen können diese deshalb zu Schaden kommen. Der Naturschutzbund macht eine Bestandserfassung dieser Tiere.

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Wie geht es eigentlich unseren Eichhörnchen? Dieser Frage widmet sich jetzt der Naturschutzbund.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Rathenow. Unseren Eichhörnchen geht es vielleicht nicht so gut, wie es sein sollte. Weil diese Tiere sehr niedlich sind, hervorragend klettern können und immer vorbildlich für schlechte Futterzeiten vorsorgen, gehören ihnen die Sympathien von Kindern und Erwachsenen. Doch kann es sein, dass gerade in der jetzigen Jahreszeit dieser allgegenwärtig scheinenden Art vielleicht mehr oder weniger unwissend übel mitgespielt wird.

Weil am 1. März offiziell die neue Vegetationsperiode beginnt und dann das Bäumefällen verboten ist, werden in den letzten Februartagen verhältnismäßig viele Bäume beschnitten oder ganz abgesägt. Da kann es sein, dass gerade erst geborene Eichhörnchenbabys in ihren Kobel genannten Nestern in Mitleidenschaft gezogen werden.

Gefährdung, wenn Privatleute Bäume fällen

„So etwas ist nicht auszuschließen“, sagt René Riep vom Naturschutzbund Westhavelland. Würden Straßenbäume von Fachleuten beschnitten oder gefällt, so erklärt er, gehe dem immer eine Begutachtung voraus. Man könne dann weitgehend sicher sein, dass Eichhörnchenkobel auch entdeckt werden. Allerdings werde bei einer möglichen Abwägung von Gewährleistung der Verkehrssicherheit bei morschen Bäumen und dem Eichhörnchenwohl in der Regel im Sinne der Verkehrssicherheit entschieden. René Riep denkt aber, dass eher von einer gewissen Gefährdung der possierlichen Tiere auszugehen ist, wenn Privatleute auf ihren Grundstücken Bäume fällen.

Diese nicht sehr genauen Kenntnisse nimmt der Naturschutzbund nun zum Anlass, um über die Situation aufzuklären und erstmals mit einer Bestandserfassung der Eichhörnchen zu beginnen. Interessierte Bürger sind aufgerufen, über die Internetseite des Naturschutzbundes Brandenburg Eichhörnchenorte zu melden. Für das Westhavelland bekräftigt René Riep auch dieses Ziel. Mitteilungen von regionalen Informationen werden vom Nabu im Milower Büro unter 03386/ 21 11 66 oder 03386/ 211 227 entgegen genommen. Sollte nur der Anrufbeantworter geschaltet sein, verspricht René Riep, werde auf jeden Fall zurück gerufen.

Anwohner können Nabu bei der Erfassung helfen

Die Aktion Tier hatte vor wenigen Tagen auf eine Problemsituation für die Eichhörnchen aufmerksam gemacht, die möglicherweise bislang unterschätzt worden ist. Dass ab 1. März keine Baumpflegemaßnahmen mehr durchgeführt werden dürfen, zielt vor allem auf den Schutz der brütenden Vögel. Eichhörnchen allerdings bringen ihre Jungen bereits ab Januar zur Welt. Diese liegen dann in ihren Kobeln, welche die Muttertiere in Astgabeln, Baumhöhlen und ähnlichem gebaut haben. Darum ist es nicht ausgeschlossen, dass Eichhörnchenbabys zu Schaden kommen, wenn im Februar Bäume gefällt werden.

So können nun aufmerksame Anwohner, die ihre Umgebung gut kennen, dem Naturschutzbund bei seiner Bestandserfassung helfen. Wenn künftig genauer bekannt ist, wo Eichhörnchen sich aufhalten, könnte auch im Vorfeld verhindert werden, dass Bäume mit ihren Nestern beschnitten oder gar gefällt werden.

Von Bernd Geske

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