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Havelland Rathenows Keller laufen wieder voll
Lokales Havelland Rathenows Keller laufen wieder voll
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00:18 25.01.2016
Die Biberdämme sind nach Ansicht der BI Grundwasser Rathenow ein Hauptproblem. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

Trotz anderer Themen soll die Debatte um Gräben, Biberdämme und Grundwasser in Rathenow und im Westhavelland nicht beendet werden. Das bekräftigte jetzt Manfred Löw von der Bürgerinitiative „Grundwasser Rathenow“. Schon bald will Löw die Kommunalpolitiker im Kreistag erneut darauf hinweisen, dass das Grundwasserthema keinesfalls gelöst ist. Klaus-Dieter Metzner, bisher Stadtverordnete für die Partei Die Linke in Rathenow und in der CDU-Fraktion will sich weiter mit diesem Thema befassen und hofft nun auf mehr Unterstützung.

Seit 2010 hat Rathenow ein Grundwasserproblem

Manfred Löw, Rolf Ursinus und Klaus-Dieter Metzner geben nicht auf. Seit 2010 versuchen sie im Dialog mit Bürgern, Stadt- und Kreisverwaltung sowie Landesbehörden und Abgeordneten die Rathenower Grundwasserprobleme im Gespräch zu halten. Doch inzwischen haben viele Menschen in und um Rathenow vergessen, wie es war, als 2010 die Keller in einigen Rathenower Stadtteilen plötzlich voll liefen.

Dauerregen ging im August des Jahres 2010 über das Westhavelland herab. Nicht nur Vorgärten soffen regelrecht ab, die Keller liefen voll. Besonders dramatisch war seinerzeit auch die Wärmeversorgungs GmbH getroffen. Die stadteigene Firma musste feststellen, dass ihre Wärmeleitungskanäle Wasser führten. Die Reparatur wurde teuer – sehr teuer.

Manfred Löw von der Bürgerinitiative. Quelle: Uwe Hoffmann

Die Bürgerinitiative lud im Wochenrhythmus zu Treffen ein. Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Stadtverordnete und Kreistagsmitglieder ließen sich hier sehen und versprachen, sich um das Thema zu kümmern. Dabei kamen viele Meinungen zusammen, warum der Zustand seinerzeit so dramatisch war. Einige wenige Erkenntnisse haben diese Zeit überdauert. Dazu gehört auch, wenn es sehr viel regnet, dann fließt das Wasser nur schwer ab. Früher wurde in und um Rathenow intensiv Grabenpflege betrieben.

Außerdem waren den Mitgliedern der Bürgerinitiative die Biberdämme um Rathenow ein Dorn im Auge. Im Grunde war das Ziel aller Angriffe die Naturschutzbehörden. Klaus-Dieter Metzner, der im Jahr 2014 für die Partei Die Linke Stadtverordneter in Rathenow wurde, sollte sich um das Thema weiter kümmern – und er wurde enttäuscht. So enttäuscht, dass er nun von der Linksfraktion zur CDU wechselte. Das ist ungewöhnlich genug.

Enttäuschter Metzner wechselt die Fraktion

In einem Brief, in dem er seinen Übertritt von links nach rechts begründet, macht Metzner deutlich, dass die Landespolitiker der Linken offenbar größeres Interesse an der Vernässung von Flächen und am Biberschutz haben. „Wir waren alle voller Hoffnung, als Frau Tack als Umweltministerin abgelöst wurde, denn sie hatte trotz der 700 Eingaben betroffener Bürger ihre massive Vernässungspolitik weitergeführt.“ Inzwischen wisse er, so Metzner, „dass die Wasserpolitik im Umweltausschuss durch einige Landtagsabgeordnete bestimmt wird und in diesem Ausschuss sitzt auch der Genosse Thomas Domres von der Linkspartei.“

Der habe sich aber ebenfalls nicht für das Thema Grundwasser interessiert. „Ein Gespräch kam erst zustande, als ihrerseits über meinen Austritt aus der Fraktion der Linken in der SVV Rathenow nachgedacht habe.“ Auch dieses Gespräch sei enttäuschend verlaufen. Der Genosse habe sich auf das Gespräch nur ungenügend vorbereitet. „Er hat nicht so richtig erkannt, dass es hier um das Wohl vieler Rathenower Bürger geht. Das nächste Hochwasser kommt bestimmt und die Keller werden wieder nass.“

Thomas Domres sei von dem „sehr strengen Biberschutz“ (Klaus-Dieter Metzner) überzeugt und sehe zwischen Renaturierung und Grundwasserstand keinen Zusammenhang.

Kleine Erfolge nach Gespräch am runden Tisch

Im Juli 2013 hatte die Kreisverwaltung angekündigt, im Grundwasserstreit die Initiative zu ergreifen. Ein Jahr später trafen sich alle Beteiligten der Kreis- und Landesbehörden, der Bürgerinitiative und der Betroffenen zum Gespräch. Und es passierte etwas: Der Pegel des Wolzensees wurde abgesenkt, nachdem der Körgraben in Teilen wieder freigebaggert worden war. Flexibilität sollte in der Zukunft Leitlinie für das gesamte Wassermanagement sein. Stauhöhen sollten im Frühjahr nicht mehr unabänderlich festgelegt werden — ohne Rücksicht auf das Niederschlagsgeschehen der Folgemonate.

Auf die Agenda trotz anderer Probleme

Eines wurde bei dem Gespräch klar: Mit einer rigorosen Vernässung sei ebenso wenig gewonnen wie mit einer forcierten Entwässerung. Die Keller sollten trocken bleiben, ohne die Errungenschaften des Naturschutzes aufs Spiel zu setzen.„Bewegt hat sich trotzdem nicht viel“, rügen Manfred Löw und Klaus-Dieter Metzner. Nun wollen sie das Thema wieder auf die Agenda setzen, auch wenn derzeit alle Welt über Flüchtlinge spricht.

Von Joachim Wilisch

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