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Rathenows Skaterszene sucht neuen Standort

Ende der Funsporthalle auf der Magazininsel Rathenows Skaterszene sucht neuen Standort

Mit der Schließung der einsturzgefährdeten Funsporthalle auf Rathenows Magazininsel endet eine Ära. Bevor die Kreissportjugend Ende September das Objekt endgültig abgibt, soll am 19. September zum letzten Mal auf dem Hof mit einem Rockkonzert gefeiert werden. Neue Ideen für sportorientierte Jugendarbeit gibt es bereits.

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Waghalsige Sprünge müssen die Jugendlichen künftig woanders üben.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Es ist still geworden in der Funsporthalle auf der Magazininsel. Wo sich vor wenigen Wochen noch Rathenows BMX- und Skaterszene traf, um über die Rampen zu sausen, prangt nun ein Hinweisschild: aus technischen Gründen geschlossen. Das Dach droht einzustürzen, der Vermieter weigert sich zu reparieren. Der Kreisportjugend, die die Halle betreibt, blieb nichts anderes übrig, als die Kündigung einzureichen. „Die Sicherheit geht vor“, betont André Neidt. Er hatte das Projekt „Halle“ seit letztem Sommer geleitet. Das nun Schluss ist, stimmt ihn traurig.

Dennoch blickt Neidt optimistisch in die Zukunft. Letzte Woche hat er Vertretern des Landkreises und der Stadt – die Neidts Stelle und damit das Projekt Halle mitfinanzieren – Vorschläge unterbreitet, wie künftig auch ohne das Objekt Halle offene, sportorientierte Jugendarbeit geleistet werden kann. Mit seinen Ideen stießen auf breite Zustimmung.

Zweimal pro Woche wird Neidt mit Jugendlichen je nach Interesse gemeinsam Volleyball, Basketball oder Fußball spielen. Ort und Zeit wird noch bekannt gegeben. Das Angebot ist vereinsunabhängig und richtet sich an alle Altersklassen. „Es ist eine Möglichkeit, den Kids auf der Straße Abwechslung zu bieten“, erklärt Neidt.

Drachenbootrennen, Schulhofarbeit – Ideen für die Zukunft

Sportlich geht es auch beim Training für das Drachenbootrennen am 5. September zu, an dem der Kreissportbund (KSB) erstmals teilnehmen will. Ins Boot hot der KSB nicht nur Mitglieder und Mitarbeiter, auch interessierte Jugendliche sowie Asylbewerber werden in den nächsten Woche mit trainieren. „Wir arbeiten eng mit dem Asylbewerberheim am Birkenweg zusammen. Dort leben viele sportbegeisterte Menschen“, so Neidt.

Mit Beginn des Schuljahres startet zudem ein neues KSJ-Projekt, das Wirtschaft und Schule zusammenbringt. Die Maschinen- und Apparatebau Produktions GmbH wandte sich an die Kreissportjugend um gemeinsam mit Jugendlichen etwas auf die Beine zu stellen. Dabei entstand die Idee einer Rampenbau AG, die zunächst in der Duncker Oberschule und der Förderschule Spektrum angeboten wird. Außerdem wird André Neidt Anfang September Schulhofarbeit anbieten. Jeden Dienstag will er mit dem Spielmobil eine andere Schule besuchen und für Abwechslung in der Hofpause sorgen. „Das ist eine super Gelegenheit mit Schülern ins Gespräch zu kommen, ihnen von unseren Angeboten zu erzählen und sie für das eine oder andere Projekt zu begeistern“, erklärt Neidt.

Würdiges Abschlussfest für das Projekt „Halle“

Bevor der 22-Jährige Ende September den Schlüssel in der Halle endgültig umdreht, will er noch ein würdiges Abschlussfest organisieren. Am 19. September soll ein Rockkonzert im Innenhof stattfinden. Damit endet dann die fast zehnjährige Geschichte der Skaterhalle auf der Magazininsel. Ob der Wunsch der Kreissportjugend nach einem neuen Objekt in Erfüllung geht, steht noch in den Sternen. André Neidt hofft, dass zeitnah ein neuer Standort gefunden wird, um zu verhindern, dass sich die Szene, die sich über die Jahre entwickelt hat, auflöst.

Auch die Stadtverwaltung ist sehr an der Fortführung der Erfolgsgeschichte der Funsporthalle interessiert. „Wir bemühen uns um eine Lösung“, betont Rathenows Stadtsprecher Jörg Zietemann. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die BMX- und Skaterszene in den letzten Jahren stark gewachsen ist und dass die Halle viele Jugendliche anzog. Zietemann bittet Gewerbetreibende, die eine entsprechende Halle zur Verfügung stellen können, sich beim Kreissportbund oder bei der Stadt zu melden. „Schon eine einfache Überdachung könnte weiterhelfen“, so Zietemann.

Die Jugend selbst habe auf die überraschende Schließung zwar mit großer Enttäuschung, aber auch mit Verständnis reagiert. Viele weichen derzeit auf die Rampen am Schwedendamm aus. Für die kalte Jahreszeit ist das aber keine Option. Bleibt zu hoffen, dass schnell eine Lösung gefunden wird. Die Jugendlichen haben bereits signalisiert, dass sie beim Aufbau eines neuen Projekts in jedem Fall mithelfen wollen.

Von Christin Schmidt

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