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Havelland Reale Bilder eines fiktiven Malers
Lokales Havelland Reale Bilder eines fiktiven Malers
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16:14 26.05.2017
Der Maler Manfred Gruber und der Regisseur Wolfgang Becker (r.) bei der Ausstellungseröffnung. Quelle: Marlies Schnaibel
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Perwenitz

Den Jux vom Berliner Bikini-Haus konnte Regisseur Wolfgang Becker in Perwenitz nicht wiederholen. In Berlin konnte er der nationalen und internationalen Presse noch erzählen, er hätte die Bilder für seinen Kinofilm „Ich und Kaminski“ in der ganzen Welt zusammengesammelt. Inzwischen ist das Geheimnis um den Maler Kaminski gelüftet, den Mann hat es nie gegeben. Er ist eine Fiktion. Und all die Bilder des angeblichen Matisse-Schülers und Picasso-Freundes in dem Film stammen von Manfred Gruber. Der zeigt sie seit Donnerstag in der Kulturmühle Perwenitz.

Digitale und analoge Bilderwelten. Quelle: Marlies Schnaibel

Gruber ist alles andere als eine Fiktion. Gruber war der Glücksfall für Becker. Als der Regisseur mit dem Händchen fürs Heitere und Ironische (bekannt durch „Das Leben ist eine Baustelle“ und „Good bye Lenin“) die Idee für seinen Film hatte, war ihm auch klar: Er wollte richtige Bilder zeigen, er wollte nicht einen Schauspieler an der Staffelei, der so tut, als ob er malt. Becker wollte die Bilder zur Geschichte, so wie sie Daniel Kehlmann in seinem Roman beschrieben hat, auch zeigen. Er brauchte also einen Maler, der sich in verschiedenen Stilebenen äußerst souverän bewegt und der aber noch so uneitel ist, seine Bilder in den Dienst der Sache, des Films, zu stellen. Er fand ihn in einer Galerie.

Gedränge bei der Ausstellungseröffnung. Quelle: Marlies Schnaibel

Manfred Gruber brachte Können und als Bühnenbildner auch die nötige Geschmeidigkeit für die Aufgabe mit. Er ist ein Großer seines Faches.

Gruber stammt aus einer Familie, die Kirchenmaler und Restauratoren hervorgebracht hatte. Er studierte an der Kunsthochschule Kassel, hat an bekannten Häusern gearbeitet: war an der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin Ausstattungsleiter und Chefbühnenbildner, war Ausstattungsdirektor des Aalto-Theaters, dem Essener Opernhaus, war als Gastbühnenbildner am Theater Basel, der Komischen Oper Berlin, dem Theater des Westens in Berlin, am Landestheater Innsbruck oder am Saarländischen Staatstheater gefragt. Machte sich als Maler einen Namen.

In Perwenitz geriet die Vernissage zu einer Art Familientreffen, denn Gruber ist den Betreibern der Kulturmühle seit 25 Jahren verbunden. 1992 gehörte er zu den Künstlern, die den deutschen Pavillon zur Expo in Sevilla ausgestalteten, die Perwenitzer Malerin Gudrun Venter und ihr Mann Jürgen Hägele ebenso. Und aus dieser engen Verbindung heraus hat Manfred Gruber sich in den vergangenen Jahren an mancher Gruppenausstellung in Perwenitz beteiligt, nun füllt er die Galerieetage der Kulturmühle allein mit seinen Arbeiten. Er tut es mühelos, denn für den Kaminski-Film hatte er zwei Jahre gearbeitet. Er hatte 380 Ölbilder, Zeichnungen, Skizzen geschaffen. Einige sind nun in Perwenitz zu sehen, darunter die eindrucksvollen Porträts, als sich Gruber in die Seele eines erblindenen Malers hineinversetzte, und die Studien zum Abschlussbild mit dem Mann am Meer. Irgendwie wurde Gruber selbst zu Kaminski. „Ohne Manfred Gruber wäre der Film nicht möglich gewesen“, strahlte Wolfgang Becker, „ich bin überaus glücklich.“

Das Glück können die Besucher der Mühle ein Stück teilen. Sie sehen ergreifende Malerei und erfahren durch die Ausstellung „Kaminski und ich“ den Film „Ich und Kaminski“ ein bisschen anders.

Die Ausstellung mit Bildern von Manfred Gruber in der Kulturmühle Perwenitz, Perwenitzer Dorfstraße 1, läuft bis zum 2. Juli. Das Café und die Galerie des Hauses sind freitags und samstags von 13 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Von Marlies Schnaibel

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