Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Pläne für Milcafea-Grundstück liegen auf Eis
Lokales Havelland Pläne für Milcafea-Grundstück liegen auf Eis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:20 28.02.2018
Das Milcafea-Grundstück hinter dem Nordbahnhof. Quelle: Markus Kniebeler
Anzeige
Rathenow

Eigentlich ist der Fall klar. Wenn es regnet, versickert das Wasser. Das ist in der freien Natur so. Und wird in der Regel auch bei Baugrundstücken so gehandhabt.

„Soweit eine Verunreinigung des Grundwassers nicht zu besorgen ist und sonstige Belange nicht entgegenstehen, ist Niederschlagswasser zu versickern“, heißt es in Paragraf 54, Absatz 4 des Brandenburgischen Wassergesetzes.

Beim B-Plan-Verfahren des Unternehmens Milcafea lief alles in den vorgegebenen gesetzlichen Bahnen. Nachdem das Unternehmen vor ein paar Jahren ein Grundstück in der Nähe des Rathenower Nordbahnhofs erworben hatte, startete Anfang 2013 das B-Plan-Verfahren mit dem Ziel, die Flächen für eine künftige betriebliche Entwicklung vorzubereiten. Geplant ist nach Auskunft der Betriebsführung der Bau einer weiteren Produktionsanlage.

Einspruch der Bürgerinitiative

Ende des vergangenen Jahres stand der B-Plan in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung. Aber zum Beschluss kam es nicht, weil die Bürgerinitiative Grundwasser Einspruch erhob. Es geht um den Versickerungsparagraphen. Dazu später mehr. Jedenfalls wurde die Vorlage am 20. Dezember in den Bauausschuss zurückverwiesen. Am kommenden Dienstag wird sie dort noch einmal behandelt, bevor sie am 14. März erneut in die SVV geht.

Die Bürgerinitiative fordert, dass das auf dem Milcafea-Grundstück anfallende Regenwasser in die Kanalisation geleitet wird. In einem Brief an die Stadtverordneten legt Rolf Ursinus, Gründungsmitglied der BI Grundwasser, die Argumente gegen eine Versickerung im Detail dar.

Eine Versickerung erhöhe den Druck auf den Grundwasserpegel, so – kurz zusammengefasst – die Argumentation der Initiative. Und da in bestimmten Stadtgebieten kritische Grundwasserstände den Anwohnern große Probleme bereiten, müsse alles getan werden, die Situation zu entschärfen. Mit einem Anschluss an die Kanalisation könne Milcafea einen Beitrag dazu leisten.

Keine Beweise für Grundwasser-These

Allerdings gibt es bislang keine Untersuchungen, die die These stützen, dass das Regenwasser rund um den Nordbahnhof tatsächlich nennenswerten Einfluss auf das Grundwassergeschehen in den kritischen Gebieten in Rathenow-Ost hat.

Vize-Bürgermeister Hans-Jürgen Lemle, auf dessen Tisch das Grundwasser-Thema liegt, weist auf MAZ-Anfrage darauf hin, dass ein von den Stadtverordneten in Auftrag gegebenes Grundwassergutachten gerade erst angelaufen sei. Frühestens in zwei Jahren sei mit Erkenntnissen über das Grundwassergeschehen rund um die Stadt Rathenow zu rechnen.

Doch auch dann ist es eher unwahrscheinlich, dass die Auswirkung der Versickerung auf dem Milcafea-Gelände auf den Grundwasserstand exakt benannt werden kann. Dazu ist die Fläche von knapp einem halben Hektar schlicht zu klein. Zum Vergleich: Der Stadtwald, aus dem der Hauptgrundwasserstrom gen Rathenow-Ost fließt, ist 1900 Hektar groß.

Wasser- und Abwasserverband für Versickerung

Der Wasser- und Abwasserverband Rathenow, in dessen Zuständigkeit die Niederschlagsabführung fällt, wurde im Rahmen des dem B-Plan-Verfahren übrigens um eine Stellungnahme gebeten. Und hatte nichts einzuwenden gegen die übliche Praxis, das Regenwasser auf dem Milcafea-Gelände versickern zu lassen.

Außerdem machen Verwaltungsexperten darauf aufmerksam, dass das Wasserthema in einem B-Plan-Verfahren eigentlich nichts zu suchen hat. Und Hans-Jürgen Lemle erklärt, dass im Rahmen eines konkreten Bauantrages immer noch geklärt werden könne, was mit dem Regenwasser passieren soll.

Lemle hofft, dass der B-Plan-Entschluss am 14. März gefast wird. „Alles andere wäre ein fatales Signal an einen Investor, der in Rathenow große Investitionen getätigt hat und den Standort mit weiteren Investitionen ausbauen und stärken will.“

Von Markus Kniebeler

Brandenburg Landesnahverkehrsplan Brandenburg - Pendler-Frust: Protest erreicht den Landtag

Der Landesnahverkehrsplan soll das Leben der vielen Pendler angenehmer gestalten und neue Zugkapazitäten schaffen. Doch in der Boom-Gemeinde Wustermark geschieht genau das Gegenteil, monieren die Einwohner. Wichtige Verbindungen sollen wegfallen. Nun erreicht der Protest den Potsdamer Landtag. Am Donnerstag wird über den Pendlerfrust diskutiert.

01.03.2018

Im Landkreis Havelland ist die Zahl der Arbeitslosen im Monat Februar erneut leicht gesunken. So waren in den beiden Geschäftsstellen in Rathenow und Nauen 5311 Menschen – 6,2 Prozent – ohne Job. Viele Stellen im Kreis können aber nach wie vor nicht besetzt werden.

28.02.2018

Eine Vorentscheidung für den Bau einer Sporthalle in Elstal ist gefallen. Die Wustermarker Gemeindevertreter sprachen sich für eine Dreifeldhalle aus. Der Bau soll bis zu sechs Millionen Euro verschlingen. Allerdings ist man auf Zuschüsse vom Land abhängig. Kommen zu wenig Fördermittel, wird über den Schulcampus erneut beraten.

28.02.2018
Anzeige