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Regionale Produkte aus dem Naturpark

Hohennauen Regionale Produkte aus dem Naturpark

Es ist die immerwährende Suche nach einem vernünftigen Ausgleich zwischen Landwirten und Naturschützern, die das Leben im Westhavelland prägt. Durch den Naturpark sind Landwirte eingeschränkt, sie finden aber immer wieder gute Kompromisse mit dem Naturpark, von dem alle Menschen in der Region profitieren.

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Kai-Holger Dech (links) zeigt den Mitgliedern der Grünen seinen Bio-Hof.

Quelle: Uwe Hoffmann

Hohennauen. Der Naturpark Westhavelland stand im Mittelpunkt einer Kreisversammlung von Bündnis 90/Die Grünen im Havelland. Dazu traf man sich am Samstag in Hohennauen. Ilona Langemach ist Leiterin des Naturparks Westhavelland und stellte Schwerpunkte ihrer Arbeit vor. Inhalt ihres Vortrages waren auch die Widersprüche, die sich aus Naturschutz und landwirtschaflicher Nutzung von Flächen ergeben.

Vertragsnaturschutz mit Landwirten

Die Kreis-Grünen trafen sich im Fischrestaurant „Strandgut“ in Hohennauen. Die Arbeit für Landwirte im Schutzgebiet ist nicht einfach und mit Auflagen verbunden. Dazu gehören beispielsweise späte Mäh-Termine, um Wiesenbrüter zu schützen. Dafür erhalten die Landwirte Landesgeld aus dem Vertragsnaturschutz. „Ein Landwirt muss akzeptieren, dass er im Naturschutzgebiet höhere Wasserstände auf den Ackerflächen hat“, so Ilona Langgemach.

Regionale Vermarktung bietet Chancen

Es gehe um einen Ausgleich mit den Landwirten. Eine Chance sieht die Naturparkleiterin in der besseren regionalen Vermarktung von Produkten, um die Wertschöpfung in der Region zu erhöhen. „Andere Schutzgebiete, wie die Eiffel oder der Bayerische Wald sind da weiter“, meint Ilona Langgemach. „Gute Chancen haben bezüglich der Tierhaltung beispielsweise die Produktion spezieller regionaler Käse, wie in Garlitz.“

Besuch auf dem Bio-Bauernhof

Ein Hohennauener hat seine Nische als Landwirt im Naturpark gefunden. Kai-Holger Dech bewirtschaftet mit seiner Frau Christine seit über 25 Jahren seinen heute 150 Hektar großen Betrieb mit Pflanzen- und Tierproduktion. Als einziger Landwirt in der Region, der Gemüse in Bio-Qualität anbaut, ist er zudem landesweit der Einzige, der Bio-Blumenkohl und -Broccoli anbietet.

Hohe Standards und neue Erkenntnisse

Dech arbeitet nach den höheren Standards des Demeter-Bioverbandes. Und das erfolgreich. Während der Erntezeit liefert der Betrieb wöchentlich fünf bis zehn Tonnen Gemüse an den Bio-Großhändler Terra in Berlin. Kai-Holger Dech geht neue Wege zur Verbesserung des Humusgehaltes der kargen Böden und im Pflanzenschutz. Er stärkt seine Pflanzen durch eine spezielle Pilz-Behandlung. In Symbiose mit den Getreidepflanzen verbessern sie die Aufnahme von Nährstoffen wie Stickstoff durch die Pflanzen. Um den Aufwuchs von Unkräutern einzuschränken werden Leindotter und Kleegras als Untersaat auf den Getreidefeldern eingesät. Zum Schutz vor Schädlingsbefall schützen Fließnetze die Kohlanbauflächen.

Das Fazit nach der Kreisversammlung

„Die Führung durch Kai-Holger Dech war sehr interessant. Seine Bewirtschaftungsweise spricht uns Grünen aus dem Herzen. Kai-Holger Dech probiert neue Wege bei Bodenverbesserung und Unkrautbekämpfung aus. So eine Arbeit muss vernetzt werden.“, sagt Frank Vossnacker, Sprecher der Kreisgrünen. „Als Sternenpark seit 2014 hat der Naturpark neue touristische Chancen.“ Kai-Holger Dechs Humusprojekt gemeinsam mit einem weiteren Biobauern und der Agrargenossenschaft Gülpe zur Nutzung überschüssigem Grünschnitts von den Grünlandflächen im Naturpark zur Produktion von Kompost zur Erhöhung des Humusgehalts der ausgelaugten Böden wird bereits vom Landkreis Havelland unterstützt.

Der Naturpark Westhavelland gehört mit zehn weiteren Naturparken, drei Biosphärenreservaten und dem Nationalpark Unteres Odertal zu den Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs. Das Schutzgebiet umfasst 131.500 Hektar Fläche mit insgesamt 78 Orten. Rund 70 Prozent der Fläche sind Landschaftsschutzgebiet. 17.300 Hektar Fläche stehen unter besonderem Naturschutz.

Frank Vossnacker und die Leiterin des Naturparks Westhavelland, Ilona Langemach

Frank Vossnacker und die Leiterin des Naturparks Westhavelland, Ilona Langemach.

Quelle: Uwe Hoffmann

Von Uwe Hoffmann

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