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Ein Reh kommt selten allein

Paarungszeit der Rehe Ein Reh kommt selten allein

Die Paarungszeit der Rehe stellt für Autofahrer in Brandenburg eine besonders gefährliche Zeit dar. Die meisten Wildunfälle ereignen sich mit Rehwild. Im Havelland sterben im Jahr etwa 500 Rehe auf der Straße.

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Vor Wildwechsel wird im Havelland - wie hier bei Ribbeck – häufig gewarnt.

Quelle: Marlies Schnaibel

Havelland. Blut und Haare auf der Motorhaube. Kratzer im Lack. Der Autofahrer kommt mit dem Schrecken davon, das Reh ist tot.

„So ein Reh wiegt 14 Kilogramm“, sagt Sven Güntherberg, da hat es keine Chance gegen ein Auto, das es schon mal auf 2000 Kilogramm bringt. Der Jäger, stellvertretender Vorsitzender des Jagdverbandes Nauen, hat schon viele tote Rehe gesehen, darunter viele an Straßenrändern. Und er kennt sich aus mit dem Verhalten der Tiere. „Jetzt ist Paarungszeit, da ist die Gefahr von Wildunfällen größer.“ Die Tiere sind durch ihren Paarungstrieb völlig auf Fortpflanzungspartner oder Konkurrenten konzentriert.

Ein Grund, warum das Brandenburgische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft warnt: „Gerade im wildreichen Brandenburg sollten Autofahrer erhöhte Risiken durch liebestolle Rehe beachten.“ Die Paarungszeit der Rehe, der kleinsten heimischen Hirschart, dauert noch mit etwa Mitte August. Zu den wildreichen Gebieten Brandenburgs zählt auch das Havelland; das markante Gefahrenzeichen 142 „Vorsicht Wildwechsel“ gehört deshalb auch hier zu den häufigsten Straßenschildern.

„Das Schild enthält einen biologischen Fehler“, sagt Sven Güntherberg, „es zeigt einen Rehkörper mit einem Hirschgeweih.“ Aber die künstlerische Freiheit des Gestalters kann er verschmerzen, denn die Botschaft des Schildes wird wohl von jedem erkannt, wenn auch nicht von jedem beachtet. Zwei Dinge gilt es aus Sicht des Jägers besonders für Autofahrer zu berücksichtigen: „Langsam in der Dämmerung. Und: Ein Reh kommt nie allein.“

„Aus polizeilicher Sicht mahnen wir zur Brunftzeit zur erhöhten Vorsicht im Straßenverkehr“, sagt dazu Jana Birnbaum, Pressesprecherin von der Polizeidirektion West. Im Juni gab es in den Polizeirevieren Falkensee, Nauen und Rathenow 42 registrierte Wildunfälle, im Juni waren es 55. Dabei werden nicht alle Wildunfälle gemeldet.

Auch die Polizeisprecherin rät: Runter vom Gas, so dass man im Fall einer Vollbremsung noch rechtzeitig zum Stehen kommt. „Steht ein Wildtier auf der Straße: Lenkrad festhalten und volle Kraft auf die Bremse treten! Niemals versuchen auszuweichen!“, sagt die Polizeisprecherin. Das könnte möglicherweise zu einem Aufprall an einem Baum führen und im schlimmsten Fall tödlich enden. „Geschicktes Bremsen und gute Reaktionen kann man übrigens bei einem Fahrsicherheitstraining erlernen“, rät sie.

Wo viel Wild lebt, ist auch die Gefahr von Wildunfällen groß. „Die Tiere haben in unseren Breiten gute Lebensbedingungen. Futter ist fast immer ausreichend vorhanden“, sagt Ulrike Repkow, Leiterin der Oberförsterei Brieselang. Die milden Winter verstärken den Zuwachs bei den Tieren. Mit Wildschutzzäunen – etwa an Autobahnen – oder mit dem Wissen über das Verhalten der Tiere lassen sich Unfälle nicht ausschließen. „Da hilft nur, angemessene Geschwindigkeit, also langsamer zu fahren“, beschreibt sie ihre Erfahrung.

Von Marlies Schnaibel

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