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Havelland Rekord mit Locken
Lokales Havelland Rekord mit Locken
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00:50 24.08.2014
Ulrich Lück mit einigen seiner Brennscheren. Quelle: Oliver Fischer
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Schönwalde-Glien

Es muss um 1940 gewesen sein, als Brennscheren aus den Frisierstuben verschwanden. Bis dahin hatten Friseure auf der ganzen Welt Haare mit erhitzten Eisen onduliert, sie besaßen ganze Sätze von Brennscheren und konnten je nach Kundenwunsch damit kleine Locken, große Locken, Schwünge, Wellen oder eine Krause drehen, pressen und brennen. Aber dann wurde der elektrische Lockenstab erfunden und die Brennscheren wanderten auf den Müll.

Im Schönwalder Schlossgut erleben sie am 14. September aber eine Wiedergeburt – und dabei werden gleich so viele von ihnen zu sehen sein, wie möglicherweise nie zuvor auf einmal ausgestellt waren. Davon ist zumindest Sammler Ulrich Lück überzeugt, der sie eigens zum Tag des offenen Denkmals nach Schönwalde schafft. Seine Sammlung umfasst fast 700 historische Geräte, die ältesten von 1880. Lück, der ein Friseurmuseum in Neugersdorf (Sachsen) betreibt, ist sich sicher, dass er mindestens die größte Sammlung dieser Art in Deutschland besitzt, möglicherweise sogar weltweit. Die Ausstellung soll ihm für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde nützlich sein.

Das Schönwalder Schlossgut ist dafür nicht zufällig gewählt. Der heute 73 Jahre alte Ulrich Lück hat einen persönlichen Bezug zu Schönwalde. Als Flüchtling kam er 1945 erst nach Bötzow, später zog er mit seiner Mutter nach Schönwalde, besuchte dort die Schule und hält den Kontakt zu seinen Mitschülern bis heute. Die Vermittelten ihn auch ans Gut, wo ihm der Platz für seine Ausstellung zur Verfügung gestellt wird.

Die Faszination fürs Friseurhandwerkszeug hat Ulrich Lück im Grunde seiner Frau zu verdanken. Gelernt hatte er im Stahlwerk Hennigsdorf eigentlich Industriekaufmann. In diesem Beruf arbeitete er aber nur wenige Jahre. Anfang der 60er lernte er seine Frau, eine Kosmetikerin, kennen, die bald darauf in Neugersdorf einen Kosmetiksalon übernahm und ihren Mann Ulrich als Fußpfleger anstellte. Der Salon wurde nach der Wende erweitert, ein Friseur kam hinzu, Lück wurde in der Folge Handelsvertreter für Friseurartikel. Er selbst könne keine Haare schneiden, sagt er. Aber er kann Leuten Dinge abschwatzen. Ab 1997 fuhr er durch die Republik, hielt in jedem Dorf bei eingesessenen Friseurfamilien an und bat um historische Werkzeuge. Mit dem, was er bekam, gründete er sein Friseurmuseum, das mit 6000 Exponaten inzwischen eines der größten seiner Art ist. Und weil ein solches Museum Werbung braucht, hat sich Ulrich Lück die Sache mit dem Guinnessbuch in den Kopf gesetzt.

Daten und Fakten

Die Brennschere wurde 1872 vom Franzosen Marcel Grateau entwickelt. Die einfachsten Modelle heißen deshalb immer noch Marcel-Eisen.
Die Handhabung war relativ gefährlich. Es kam mitunter zu Verbrennungen an der Kopfhaut.
Der Tag des offenen Denkmals ist der 14. September. An diesem Tag sind zahlreiche Denkmäler, Kirchen und historische Stätten begehbar, die sonst oft für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben. ver

In der Ausstellung sollen aber nicht nur Brennscheren gezeigt werden: Lück wird auch tausende Rasierklingen dabeihaben, hunderte alter Haarschneidemaschinen und Raritäten wie ein Dauerwellegerät aus dem frühen 20. Jahrhundert. Einige der Stücke sollen dann auch auf einem Flohmarkt verkauft werden – auch an Friseure, sagt er. Damit die ein Gefühl für ihre Geschichte bekommen.

Von Oliver Fischer

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