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Rekordjahr bei der Feuerwehr

Wustermark Rekordjahr bei der Feuerwehr

227 Einsätze in 2017 hatten die Kameraden der Wehren im Gemeindegebiet Wustermark – so viele wie noch nie in zwölf Monaten. Das lag vor allem an den Herbststürmen. Erfreulich aber, dass es fünf Neuzugänge für den aktiven Dienst gab.

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Das Dach des Hauptgebäudes des historischen Rangierbahnhofs in Elstal stand im Sommer in Flammen. Quelle: Julian Stähle

Wustermark.  Ein nicht alltäglicher Einsatz im zu Ende gehenden Jahr wird den Wustermarker und Elstaler Feuerwehrleuten in Erinnerung bleiben: Sie leisteten tierische Hilfe, waren quasi der Lebensretter für ein Bienenvolk. Das war vom Geländes eines Imkers „geflüchtet“ und hatte sich in einem Baum in Elstal niedergelassen. „Wir haben die Bienen aber nicht selbst eingefangen, sondern nur die Leiter für den Imker zur Verfügung gestellt. Den Rest hat er erledigt“, erinnert sich Wustermarks Gemeindebrandmeister Jürgen Scholz.

2017 wird als Rekordjahr in die Geschichte der Wustermarker Feuerwehren eingehen. 227 mal rückten die Kameraden (bis zum 28. Dezember) aus, so oft wie noch nie in einem Zeitraum von zwölf Monaten. Zum Vergleich: 2016 gab es 143 Einsätze. Der Hauptgrund für diesen Anstieg ist schnell gefunden: Die beiden Herbststürme zwangen die Feuerwehrleute allein 102 mal zum Ausrücken. „Bei Xavier am 5. Oktober waren 55 Kameraden aus allen Einheiten nur damit beschäftigt, umgekippte Bäume oder herabgefallene Äste von den Straßen und Plätzen zu holen. Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Verletzten und nicht mal große Schäden gab. Lediglich beim zweiten Sturm am 29. Oktober wurden zwei Autos in Elslal zerstört“, so Scholz.

Erfreulich für die Wustermarker Feuerwehr auch, dass es 2017 keine Verkehrstoten im Gemeindegebiet zu beklagen gab. Obwohl sich 15 Unfälle mit Verletzten ereigneten, sechs mehr als 2016. Erhöht hat sich auch die Zahl der Notöffnungen von Wohnungen von 17 auf 26. Dafür aber gab es einen Rekord bei den Fehlalarmen: „Erstmals seit Jahren hatten wir mit 27 weniger als 30“, sagt Scholz. Im Vorjahr standen noch 35 zu Buche. Die meisten dieser Einsätze lösen Rauchmelder bei Firmen im Güterverkehrszentrum Wustermark und im Outletcenter Elstal aus. Eine Erklärung für die gesunkene Zahl hat der Gemeindebrandmeister nicht: „Zufall“, sagt er.

Vier größere Brände mussten im Gemeindegebiet gelöscht werden, wobei das Feuer im Dachstuhl eines Gebäudes auf dem neuen Bahn-Technologie-Campus Mitte Juli in Elstal, verursacht durch Brandstiftung, der schwierigste und umfangreichste in 2017 war.

Zugänge bei der Freiwilligen Feuerwehr sind selten geworden. Umso erfreulicher, dass es gleich fünf in diesem Jahr bei den Wustermarker Wehren gab. „In Elstal und Priort hatten wir Neuaufnahmen von Zugezogenen und Quereinsteigern, so dass es zum Jahresende 95 aktive Kameraden sind“, weiß Scholz.

Leicht gesunken ist dagegen die Zahl der Mitglieder der Jugendfeuerwehren von 43 auf 40. Dafür registrierte die Elstaler Kinderfeuerwehr einen Zulauf. 16 Jungen und zwei Mädchen machen dort jetzt mit, sieben mehr als 2016.

Im Juni erschienen Wustermarker Kameraden zu einem Einsatz im Nauener Rathaus, bei dem sie die Einsatzkleidung gegen die Uniform tauschten. Das Feuer der Liebe war entfacht zwischen dem Wustermarker Oberbrandmeister Christian Zuch und Feuerwehrfrau Annika Rautschke und hatte beide zum Traualtar geführt. Nachdem sie zuvor schon den ein oder anderen dienstlichen Einsatz gemeinsam bewältigt hatten, sind sie nun auch privat verbunden.

In den kommenden beiden Jahren müsse die Gemeinde Wustermark viel Geld für den Brandschutz ausgeben, ist sich Jürgen Scholz sicher. „Zwar wird der neue Gefahrenabwehrbedarfsplan erst im Frühjahr 2018 beschlossen, aber schon jetzt steht fest, dass wir ein Fahrzeug mit Drehleiter benötigen, das etwa 500 000 Euro kostet.“ Und er begründet: „In der Heidesiedlung und im Olympischen Dorf in Elstal entsteht Geschosswohnungsbau mit mehr als zwei Stockwerken. Ab dem dritten Obergeschoss ist es Pflicht, eine Drehleiter vorzuhalten.“ Die bisher von den Feuerwehren in Wustermark und Nauen gemeinsam genutzte Drehleiter reiche dann nicht mehr aus, weil die vorgegebene Rettungszeit nicht mehr eingehalten werden könne, so Scholz. Mit der Anschaffung eines solch großen Fahrzeuges, was in Elstal stationiert werden soll, muss das dortige Feuerwehrdepot baulich erweitert werden. Auch das kostet...

Von Jens Wegener

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