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Respekt statt Rassismus in Schönwalde

Demonstrationen Respekt statt Rassismus in Schönwalde

Zum zweiten Mal in diesen Jahr hatte Pegida-Havelland in Schönwalde zu einer Kundgebung aufgerufen. Den 130 Anhängern und Sympathisanten stellten sich 250 Gegendemonstranten entgegen. Das waren dreimal so viele Protestler als noch im Januar. Die Polizei trennte beide Lager.

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Etwa 250 Menschen beteiligten sich an der Gegendemo zur Pegida-Kundgebung.
 

Quelle: Holger Kohl

Schönwalde-Glien.  Dreimal so viele Gegendemonstranten als noch im Januar bei der ersten Pegida-Kundgebung versammelten sich am Sonnabend Nachmittag vor dem Schönwalder Rathaus. Etwa 250 Kommunalpolitiker, Bundestagsabgeordnete und engagierte Havelländer, angeführt von der Organisatorin und Grünen-Landtagsabgeordneten Ursula Nonnemacher, ließen es sich nicht nehmen Flagge zu zeigen gegen den Hass auf Flüchtlinge und Ausländer. Mit Trillerpfeifen und lautem Trommelwirbel begann die Kundgebung.

Exakt zur gleichen Zeit, aber etwa 100 Meter entfernt, hatten sich etwa 130 Pegida-Anhänger und Leute zusammengefunden, „die einfach mal live hören wollten, was die Pegida-Vertreter so erzählen“, sagte eine Frau. So sprach denn der Schönwalder Christoph Dreyer von den hohen Kosten, die die Aylbewerber verursachen würden und davon, dass „der Rest der Welt über den deutschen Hilfewahnsinn lacht“. Er verwahrte sich dagegen, als Rechter oder Nazi angesehen zu werden. Drastischer waren die Worte von Pegida-Anhängerin Susanne Brien aus Schönwalde: „Wir müssen die islamische Invasion stoppen“ und „Wir befinden uns im Endstadium der Islamisierung“. Sie wolle nicht in einer Welt der Kopftücher leben, sagte Brien. Ihre Rede endete mit der Forderung nach dem Rücktritt der Bundeskanzlerin, was die etwa 130 Zuhörer lautstark beklatschten.

Die Pegida-Anhänger sprachen unter anderem von einem „Endstadium der Islamisierung“

Die Pegida-Anhänger sprachen unter anderem von einem „Endstadium der Islamisierung“.

Quelle: Kohl

„Hass ist keine Alternative“

Polizeibeamte sorgten dafür, dass sich die Demonstranten und Gegendemonstranten nicht begegnen konnten. Einsatzleiter Mario Bethke: „Wir haben ausreichend Kräfte vor Ort und werden dafür sorgen das alles ruhig bliebt“, sagte der Polizeihauptkommissar. Er sollte recht behalten.

Vor dem Rathaus ergriff unter anderem Petra Budke, Landesvorsitzende der Grünen, das Wort. „Hass ist keine Alternative für Deutschland“, sagte sie und ergänzte mit Blick auf die Pegida-Demo: „Ich bin froh, dass so viele hier bei uns stehen und nicht da drüben“.

Respekt statt Rassismus

Respekt statt Rassismus, dass sei die richtige Formel, rief Staatssekretär Martin Gorholt (SPD) ins Mikrofon. Gerade in einer Region, in der Flugblätter mit Anleitungen zum Bombenbau verteilt und Flüchtlingsunterkünfte angezündet wurden, sei es wichtig, aufzustehen und die Leute wach zu rütteln. Bundestagsabgeordneter Harald Petzold (Linke) erklärte: „Wir zeigen, dass Menschen, die sich für die Integration der Flüchtlinge einsetzen, die Mehrheit in dieser Gesellschaft haben.“

 Karl-Heinz Kordt von der Willkommensinitiative „Neue Nachbarn in Schönwalde“, freute sich, dass einige dieser neuen Nachbarn aus der Flüchtlingsunterkunft am Erlenbruch und aus dem Schullandheim gekommen waren. Bevor aber im Schönwalder Gemeindesaal ein kleines Willkommensfest gefeiert werden konnte, lobte Kordt vor allem den Willen der Asylbewerber, die deutsche Sprache zu lernen. „Wir können jetzt in der Schule mit den Flüchtlingen Sprachunterricht machen. Die saugen die neuen Wörter praktisch auf“, so Kordt.

Asyl in Schönwalde

In der Gemeinde Schönwalde-Glien wohnen derzeit etwa 50 Flüchtlinge in der neuen Unterkunft im Erlenbruch. Bis zu 400 Plätze wird es dort insgesamt geben.

Etwa 50 Asylbewerber leben im Schullandheim in Schönwalde. Diese Stätte wird Ende März geschlossen. Die meisten der dortigen Flüchtlinge ziehen dann zum Erlenbruch um.

Im Landkreis Havelland sind mittlerweile knapp 2000 Asylbewerber aufgenommen worden.

Von Jens Wegener

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