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Rettung für den Geschichtspark Falkensee

Staatssekretär verspricht Hilfe Rettung für den Geschichtspark Falkensee

In Falkensee existierte zwischen 1943 und 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Heute sind davon nur noch Fragmente erhalten, die letzte verbliebene Baracke bröckelt vor sich hin. Nun soll der Geschichtspark saniert und damit für die Besucher noch besser erlebbar werden.

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Staatssekretär Martin Gorholt (roter Schirm) und Bürgermeister Heiko Müller (blauer Schirm) besichtigten die Baracke.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Wenn es noch eines Beweis bedurft hätte, dass im Geschichtspark Falkensee etwas getan werden muss, dann lieferte ihn am Mittwoch der Wettergott. Es regnete in Strömen, als sich Falkensees Bürgermeister Heiko Müller mit Martin Gorholt (beide SPD), dem Staatssekretär im Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, sowie Vertretern des Falkenseer Museums vor Ort ein Bild von der Lage machte. Die Wände im Inneren waren feucht, an einigen Stellen tropfte es durch das marode Dach.

Seit Jahren wird überlegt, wie man das Gelände an der Hamburger Straße aufwerten kann – passiert ist bislang wenig. Das soll sich nun ändern. „Aber jetzt packen wir es wirklich an“, versprach Martin Gorholt. Falkensee war ein großes und bedeutendes Außenlager des Konzentrationslagers in Sachsenhausen, „da sollte das Wenige, was an authentischen Gebäuden noch vorhanden ist, auch erhalten bleiben“, so Gorholt.

Von den historischen Anlagen ist nur eine einzige Baracke noch vollständig erhalten, befindet sich aber in einem schlimmen Zustand. Vor allem das Dach bereitet Probleme. „Das ist ein ganz zentraler Aspekt“, sagte Bürgermeister Heiko Müller, der für die bevorstehende Sanierung um finanzielle Hilfen des Landes und des Bundes warb. „Es ist nicht bloß ein ein Baudenkmal, sondern auch ein politisches Denkmal. Da erwarte ich entsprechende Unterstützung.“

Verschiedene Varianten seien denkbar, so Müller. Man könnte die Baracke umzäunen und in ihrem jetzigen Zustand belassen, bis irgendwann das Dach von allein herunterfällt – als zwar maroder, aber dafür authentischer Erinnerungsort. Denkbar sei aber auch eine vollständige Sanierung, inklusive Dach, so dass das Gebäude perspektivisch als Ausstellungsort genutzt werden könnte. Diese Variante sei allerdings sehr aufwendig und entsprechend teuer, sagte der Bürgermeister. Die Verwaltung bevorzugt deshalb einen Mittelweg: eine Stabilisierung des jetzigen Gebäudes, so dass es zumindest von außen betrachtet werden kann. Das ist aktuell wegen der Absperrungen nicht möglich. „Der gesamte Park ist öffentlich zugänglich, deshalb haben wir ganz andere Anforderungen an die Sicherung“, sagte Müller.

„Wir werden das angehen“, sagte Martin Gorholt. Zum Termin und zur Höhe der Zuschüsse machte er keine Angaben. Für die Maßnahme gibt es bislang lediglich Kostenschätzungen, sie gehen von einem sechsstelligen Betrag aus, der für die Rettung der Baracke nötig sein wird. Allerdings ist es damit noch nicht getan: Heiko Müller forderte außerdem ein Begleitkonzept für den Geschichtspark, „um den Standort insgesamt erlebbarer zu machen.“ Bislang vermitteln Zeitzeugen dort ihre Erlebnisse. „Das wird aber bald nicht mehr möglich sein“, so Müller.

Von Philip Häfner

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