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Havelland Rettungs-Ideen für das Ketziner Fischerfest
Lokales Havelland Rettungs-Ideen für das Ketziner Fischerfest
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07:30 27.08.2014
Der Fischerkahn beim Festumzug mit Bürgermeister Bernd Lück (links). Quelle: Wolfgang Balzer
Ketzin

Die Ketziner Stadtvrordneten verständigten sich im nicht öffentlichen Teil ihrer Sitzung über die Zukunft des Fischerfestes. Dort gab es einen Vorschlag der CDU/FDP-Fraktion, den deren Vorsitzender Roman Lange am Dienstag öffentlich machte: Darin bittet die CDU/FDP den Bürgermeister „schnellstmöglich alle nötigen Maßnahmen einzuleiten, so dass die Ketziner und Gäste auch im nächsten Jahr ein Fischerfest erleben können.“ Zur künftigen Unterstützung des Veranstalters empfiehlt die Fraktion, einen „Verein Ketziner Fischerfest“ zu gründen. Dieser könne dazu beitragen, dass die Tradition des Fischerfestes gewahrt bleibe.

Die Debatte war aufgekommen, nachdem der bisherige Betreiber René Dost nach zwölf Jahren Organisation das Handtuch geworfen hatte. Zu viele Hindernisse hätten im Weg gelegen. Es ging dabei um hohe Auflagen beim Lärmschutz und auch um Kosten (MAZ berichtete). Der Schock nach diesem Rückzug war groß. Auf dem 24. Fischerfest Mitte August hatte Ketzins Bürgermeister Bernd Lück (FDP) dann aber Entwarnung gegeben und versprochen, dass es auf alle Fälle auch eine 25. Auflage geben werde. Nun geht es um das Wie.

Die Reaktionen auf den Vorschlag der CDU/FDP-Fraktion sind verhalten. Birgit Behr, die gemeinsam mit Doris Radtke (beide Mitglieder der Fraktion SPD/Freie Wählergemeinschaften) Hauptorganisatorin der beliebten Festumzüge ist, sieht die Vereinsbildung eher skeptisch. In einem solchen Verein müssten Leute mitarbeiten, die bei der Organisation wirklich etwas bewegen könnten, meinte sie. Und das wären dieselben, die auch bisher aktiv waren. „Wenn möglich, sollte das nächste Fischerfest 2015 stattfinden“, fügte sie hinzu. Aber das sei auch eine Frage der Finanzierbarkeit.

Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Tschirch (SPD) sprach sich gleichfalls für die Fortsetzung der Fischerfesttradition aus, betonte aber, dass es „von Ketzinern für Ketziner“ gestaltet werden sollte, eventuell auch etwas kleiner als bisher. Auf den Vorschlag für die Gründung eines Fischerfestvereins hatte er die Redewendung parat: „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis“. Er halte eine gemeinsame Aktion mehrerer Vereine für besser. Als Beispiel nannte er das Scheunenfest in Paretz, das von der Feuerwehr, dem Blasorchester und dem Verein Historisches Paretz seit Jahren erfolgreich gemeinsam organisiert werde. Bürgermeister Bernd Lück (FDP) wollte sich gestern in einer ersten Reaktion auf den Vorschlag von Roman Lange gar nicht äußern. Zur Weiterführung des Fischerfestes wiederholte er: „Es bleibt dabei, dass die Fischerfesttradition fortgesetzt wird. Wir sind bereits dabei, die Unterlagen für eine Ausschreibung der Veranstaltung vorzubereiten.“ Lück merkte aber an, dass die Zeit für eine Jubiläumsveranstaltung im nächsten Jahr aller Voraussicht nach zu kurz sein werde. Er hält die Gestaltung des 25. Fischerfestes daher erst im Jahre 2016 für realistisch.

Große Tradition

Die Fischerfesttradition in der Havelstadt Ketzin reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Damals fuhren die Fischer nach der abgeschlossenen Saison mit bunt geschmückten Kähnen und Musik auf den Trebelsee hinaus und legten das „große Garn" zum Fischzug aus, natürlich mit abendlichen Feiern in den örtlichen Gaststätten.

In der jetzigen Form wird das Fest seit 1939 gefeiert. In diesem August gab es die 24. Auflage mit großem Festumzug.
Nach dem Rückzug des bisherigen Veranstalters gab es große Befürchtungen, die Tradition könnte sterben. Diese Ängste konnten eingedämmt werden.

Von Andreas Kaatz

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