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Rhinow Angst vor neuen Straßenschäden durch Militärfahrzeuge
Lokales Havelland Rhinow Angst vor neuen Straßenschäden durch Militärfahrzeuge
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00:22 03.03.2019
Im Juni 2015 rollten Dutzende Panzer auf der B 102 durch das Westhavelland. Und verursachten dabei erhebliche Schäden. Quelle: Markus Kniebeler
Havelland

Ein für Anfang der kommenden Woche angekündigtes Manöver auf dem Truppenübungsplatz Klietz hat im Amt Rhinow Besorgnis ausgelöst. „Wir sind von dem geplanten Verlauf der Übung alles andere als begeistert“, sagt Amtsdirektor Jens Aasmann.

Grund für die Sorge Aasmanns ist die Nachricht, dass im Zuge der Übung auch Panzer über die B 102 rollen werden. Das ruft Erinnerungen an den Sommer 2015 ins Gedächtnis. Im Juni waren damals im Rahmen einer Großübung Dutzende Kettenfahrzeuge durch Hohennauen und Rhinow gerollt und hatten große Schäden an der Straße, an Bordsteinen und Verkehrsinseln verursacht. Mit rund 450.000 Euro wurde die Höhe der Schäden beziffert. Auf die Reparatur warten die Kommunen heute noch.

Manöver mit 250 Fahrzeugen

Ganz so schlimm wird es nun aller Voraussicht nach nicht kommen. Bislang ist noch nicht einmal sicher, ob überhaupt Kettenfahrzeuge auf die Strecke geschickt werden. „Der ursprünglichen Planung zufolge sollen drei Späh- und ein Bergungspanzer im Tross mitfahren“, sagt Hauptmann Mario Dabrowski vom Panzerpionierbataillon 803, das in Havelberg stationiert ist. Es sei aber noch nicht abschließend geklärt, ob die Panzer tatsächlich zum Einsatz kommen.

Fest steht, dass an „Black Mamba“, so der Name der Übung des Havelberger Bataillons, fast 250 Fahrzeuge beteiligt sind. Es handele sich um eine so genannte Marsch- und Verlegeübung, bei der trainiert werde, einen ganzen Verband von einem Ort an einen anderen zu verlegen, erklärt Dabrowski.

Havelübergang bei Göttlin

Am Montagmorgen startet der Tross in Havelberg. Ziel ist der Truppenübungsplatz Altengrabow, auf dem Weg dahin ist eine Elbüberquerung bei Hohengöhren geplant. Am Dienstag geht es von Altengrabow zum Biwakplatz Großwudicke.

Zum Abschluss der Übung wird am Mittwoch bei Göttlin die Havel überquert. Von dort begibt sich die Kolonne auf der B 102 über Hohennauen, Rhinow und Neustadt zurück in die Havelberger Kaserne. Geschossen wird auf dem Klietzer Gelände übrigens nicht.

In Göttlin wird am kommenden Mittwoch die Havel überquert. Dann geht es weiter auf der B 102 in Richtung Rhinow. Quelle: Kay Harzmann

Logistische Herausforderung

Bis auf die genannten Panzer, deren Einsatz noch ungeklärt ist, seien ausschließlich Radfahrzeuge unterwegs, so der Hauptmann. Das Verlegen eines ganzen Verbandes sei eine logistische Herausforderung. Jahrelang sei dies kaum trainiert worden. Aber seit jüngster Zeit seien diese Szenarien wieder fester Bestandteil im Übungsplan der Bundeswehr.

Genau das treibt Jens Aasmann um. „Die werden uns jetzt die andere Seite der B 102 kaputt fahren“, prophezeit er. Dazu reichten vier Panzer völlig aus. Die Straßen seien vor allem im Bereich der Verkehrsinseln so eng, dass selbst versierte Fahrer sie nicht schadlos passieren können. Vor vier Jahren seien die Borde ja nicht absichtlich zerstört worden, sondern weil es nicht anders ging.

Karsten Ziehm, Leiter der Rathenower Straßenmeisterei, im Juni 2015 bei der Begutachtung der Schäden. Quelle: Markus Kniebeler

B 102 eigentlich nicht als Marschstrecke klassifiziert

„Offenbar wird die B 102 verstärkt als Marschstrecke genutzt“, sagt Aasmann. Und das, obwohl das Bundesverteidigungsministerium 2016 auf eine entsprechende Anfrage des Landesbetriebs Straßenwesen erklärt habe, dass die Bundesstraße nicht als Marschstrecke klassifiziert sei. Aber nun gebe es innerhalb von vier Jahren das zweite Manöver dieser Art.

„Wenn das so ist, müsste es doch eine Selbstverständlichkeit sein, die Straße so herzurichten, dass sie solche Manöver künftig schadlos übersteht“, sagt der Amtsdirektor. „Es kann doch nicht sein, dass wir alle paar Jahre tatenlos zusehen müssen, wie die Straße kaputt gefahren wird.“

Sanierung der Bundesstraße in diesem Jahr

Eine Verbreiterung der Fahrbahn nach den Kriterien, die für offizielle Marschrouten des Militärs festgelegt sind, würde das Problem lösen. Einem Sprecher des brandenburgischen Infrastrukturministeriums zufolge soll in diesem Jahr das Militärstraßengrundnetz überprüft werden. Eine Entscheidung steht noch aus.

„Noch in diesem Jahr wird die B 102 zwischen Hohennauen und Rhinow saniert“, sagt Aasmann. „Das wäre doch die einmalige Gelegenheit, die Straße auszubauen. Und den Gemeinden künftig eine Menge Ärger zu ersparen.“ Die zentrale Frage ist, ob auch der Bund das so sieht.

Von Markus Kniebeler

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