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Rhinow Fontanes Birnengedicht auf der Puppenbühne
Lokales Havelland Rhinow Fontanes Birnengedicht auf der Puppenbühne
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16:15 03.12.2018
Der Kopf der Puppe muss nun bemalt werden. Quelle: Norbert Stein
Rübehorst

Wenn der Winter sich anschickt, die Landschaft einzuhüllen und die Adventszeit da ist, lauschen Kinder aber auch Erwachsene, besonders gerne Märchen und schönen Geschichten. So ist auch Alexandra Schneider derzeit viel unterwegs mit ihrer Havelländer Puppenbühne.

Vor allem Märchen

In Kitas und Schulen, bei Weihnachtsfeiern und zu vielen anderen Anlässen führt sie Märchen auf. Sie lässt den gestiefelten Kater, das tapfere Schneiderlein, den Froschkönig, die Schnecke Meme und viele andere Märchenfiguren auf der Puppenbühne wandern. „Wo ist nur die Entenmama?“ Dieses Stück führt sie besonders gerne auf. „Märchen bilden“, sagt Alexandra Schneider. „Und mit einem Puppentheater kann man zum Beispiel auch Schulliteratur wie den Faust aufführen.“

Alexandra Schneider tourt seit 30 Jahren mit der Havelländer Puppenbühne durch das Land. Quelle: Norbert Stein

Dafür tourt sie das ganze Jahr quer durch das Havelland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Genauso gerne kehrt Alexandra Schneider auch immer wieder zurück nach Rübehorst. Hier im Ländchen Rhinow wohnt sie seit 1998 und fühlt sich wohl.

In die Wiege gelegt

Dem Puppentheater widmet sie ihre ganze Leidenschaft, diese bekam sie schon in die Wiege gelegt. Als Kind in einer Familie aufgewachsen, die ein Wandertheater betrieb, war es für sie bereits im Alter von fünf Jahren eine Selbstverständlichkeit, auf der Bühne zu stehen.

Die „Harzer Tournee Puppenbühne“ wurde von ihren Eltern gegründet, als sie neun Jahre alt war und das blieb nicht ohne Folgen. Im Alter von 18 Jahren gründete Alexandra Schneider ihr eigenes Figurentheater, die Havelländer Puppenbühne, mit der sie nun bereits drei Jahrzehnte erfolgreich ist. „Da wir immer ein Wandertheater waren, sind weiter zurückblickende Nachforschungen schwierig“, sagt Alexandra Schneider. „Es ist aber recht sicher, dass unsere Familientradition schon sehr alt ist und eine Verbindung zu der im 16. Jahrhundert in Italien gegründeten Commedia dell’Arte besteht“.

Der Kopf des Herrn von Ribbeck ist schon fertig. Gordian Schneider fertig die Puppen an. Quelle: Norbert Stein

Die Havelländer Puppenbühne zeigt nicht nur traditionelle Märchen und Kasperle-Geschichten, sie pflegt und inszeniert darüber hinaus weiteres wichtiges Kulturgut.

Gut entwickelt hat sich in den letzten Jahren auch die Zusammenarbeit mit Schloss Ribbeck, wo Alexandra Schneider mit ihren Puppen und Figuren im Jahr mehrmals gastiert. Nun aber ist für 2019 etwas ganz Besonderes geplant.

Zusammen mit Frank Wasser

Anlässlich des 200. Geburtstages von Theodor Fontane werde die Havelländer Puppenbühne sein bekanntes Gedicht „Der Birnenbaum“ in einer freien Inszenierung aufführen, erklärt Alexandra Schneider. Die Idee dazu hatte sie gemeinsam mit Frank Wasser, dem Geschäftsführer von Schloss Ribbeck, wo das Stück auch im März nächsten Jahres Premiere haben wird.

In der Werkstatt des Puppentheaters in Rübehorst wurde bereits mit den ersten Vorbereitungen begonnen. Alexandra Schneider selbst schreibt die Geschichte um den Herrn von Ribbeck und dem Birnenbaum. Mehr möchte die Puppenspielerin zu der Aufführung noch nicht verraten. Vielmehr möchte sie Spannung aufbauen und lässt sich deshalb nur so viel entlocken: „Fontane und seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg spielen auch eine Rolle.“

Die Puppen werden in Handarbeit hergestellt. Quelle: Norbert Stein

Mehrere Köpfe aus Holz sind auch schon in Arbeit für die Fontane-Aufführung. Gordian Schneider fertigt sie an. Der Sohn von Alexandra Schneider ist Puppenspieler und Kulissengestalter, hat aber Tischler gelernt. Die Drechselbank in der Rübehorster Werkstatt war sein Gesellenstück.

Auf ihr gibt er den Köpfen aus Holz nun auch Form und Gestalt für die Aufführung rund um das Birnen-Gedicht, dass das Havelland weltweit bekannt gemacht hat. Umringt von Spänen steht der bereits fertige Herr von Ribbeck und bedarf nun lediglich noch eines Feinschliffs und etwas Farbe.

Die Spannung wächst

Es ist nicht seine erste Arbeit für die Havelländer Puppenbühne. Er hat schon andere Figuren angefertigt, mit denen Alexandra Schneider junge und alte Zuschauer begeistert. Das Birnenbaum-Stück wird sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Marion Mischke aufführen.

Von Norbert Stein

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