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Rhinow Hier entsteht aus Fontanes Werk neue Kunst
Lokales Havelland Rhinow Hier entsteht aus Fontanes Werk neue Kunst
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08:07 14.06.2018
Auch zur vierten Biennale Land(schafft)Kunst haben Künstler zusammen gearbeitet. Damals entstand „Die Schlachteplatte“. Quelle: Christin Schmidt
Neuwerder

Wer einen Beweis dafür braucht, das Kunst und Landleben miteinander harmonieren, der ist im Havelland genau richtig. Zahlreiche Künstler fühlen sich in der Region zu Hause.

Sie haben sich inmitten idyllischer Landschaft, wo sich der Geist frei entfalten kann, in alten Scheunen und Ställen ihre Ateliers aufgebaut und laden regelmäßig die Öffentlichkeit zu einem Besuch ein.

Einige Dörfer im Westhavelland hätten durchaus ein Prädikat wie „Ort der Kunst“ verdient. Dazu gehört ohne Zweifel auch das Kolonistendorf Neuwerder mit seiner Biennale Land(schafft)Kunst.

Seit Jahren unterstützen die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte „Kulturland Brandenburg“ und der Landkreis Havelland die Freiluftausstellung entlang des Kastanienwegs. Hier arbeiten Dorfbewohner und Künstler Hand in Hand – eine besondere Symbiose, die immer wieder aufs Neue zahlreiche Besucher in den 50-Seelen-Ort lockt.

Im Mittelpunkt steht Fontanes Werk

Begeistert von dem Konzept sind auch Kulturland-Geschäftsführerin Brigitte Faber-Schmidt, und Bruno Kämmerling, Kulturreferent des Landkreises Havelland. Die beiden sind sich einig, dass Kunst und Neuwerder einfach zusammenpassen.

Deshalb bringen sie ein Jahr nach der letzten Biennale einen weiteren kulturellen Höhepunkt in das Kolonistendorf. Auf Initiative von Kulturland Brandenburg und des Landkreises richtet der Verein Land(schafft)Kunst hier vom 17. bis zum 24. Juni das elfte Havelländische Künstlersymposium aus.

Im Mittelpunkt steht dabei das Werk Fontanes. Dessen Geburtstag jährt sich 2019 zum 200. Mal. Ein Ereignis, das in ganz Brandenburg mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wird. In Neuwerder sollen sich nun ab Sonntag in Vorbereitung auf das Fontane-Jahr und die siebente Biennale Land(schafft)Kunst sieben Künstler mit Fontanes Werk kreativ auseinandersetzen.

Aus Pappel, eichen und Birke entsteht Kunst

Die Bildhauer Hans Scheib, Ernst Baumeister, Lothar Seruset, Klaus Hack und Reinhard Osiander sowie die beiden Malerinnen Heike Jeschonnek und Pomona Zipser tauschen die eigenen vier Wände für eine Woche gegen ein Haus im Grünen am Kastanienweg ein, um hier gemeinsam zu arbeiten.

Das Symposium steht unter dem Motto „Fontane lesen – Mach Dir ein Bild“. Aufgabe der Künstler ist es, Texte und Themen des märkischen Dichters in Skulpturen, Gemälde, Objekte und Installationen umzusetzen. Zur Verfügung steht ihnen dafür jede Menge märkisches Holz.

Die erste Fuhre Pappeln liegt schon bereit. In diesen Tagen wird noch Eiche und Birke geliefert. „Was daraus entsteht, ist aber noch völlig offen. Die Künstler können eigene Werke schaffen oder an einem Gemeinschaftswerk arbeiten, wie zur vierten Biennale als die ,Schlachteplatte’ entstand“, erinnert Vereinsmitglied Marie-Therese Leopold.

Ernst Baumeister hat schon mehrfach in Neuwerder ausgestellt und auch hier gearbeitet. Nun beteiligt er sich am elften Havelländischen Künstlersymposium. Quelle: Christin Schmidt

Ab Sonntag begeben sich die Künstler in einen kreativen Prozess, bei dem auch Kettensägen kreischen werden. Interessierte Besucher können dabei unter der Woche von 16 bis 18 Uhr zuschauen. Auch zur Eröffnung am Sonntag, dem 17. Juni sind Besucher willkommen.

Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr mit einer Lesung im Kolonistenhaus im Kastanienweg 13. Dass es Fontane-Texte zu hören gibt, versteht sich von selbst. Eine Woche später, am 24. Juni präsentieren die Künstler ebenfalls um 15 Uhr ihre Werke der Öffentlichkeit.

Kreative aus Neuwerder sind dieses Mal nicht dabei, einige der Beteiligten haben aber bereits mehrfach in dem Kolonistendorf ausgestellt oder sogar hier gearbeitet. Dazu gehört auch Ernst Baumeister. Der Bildhauer ist so oft in Neuwerder, dass er eigentlich schon zum Dorf gehört. Eingebunden sind auch wieder einige Einwohner. Sie helfen bei der Organisation oder bieten den Künstlern eine Unterkunft.

„Wir wollen mit dem Künstlersymposium Lust auf Fontane machen und ich bin gespannt, wie die Künstler die Texte und auch die Spannungen darin umsetzen werden“, sagt die Wahl-Neuwerderanerin Marie-Therese Leopold.

Von Christin Schmidt

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