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Rhinow Saniertes Kirchendach ist nicht korrekt
Lokales Havelland Rhinow Saniertes Kirchendach ist nicht korrekt
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17:14 06.11.2018
Bei der Sanierung der Kirche von Hohennauen ist das Dach nicht richtig gedeckt worden.   Quelle: Norbert Stein
Hohennauen

 Die feierliche Glockenweihe vom Wochenende ist verklungen. Der Alltag hat Hohennauen zurück. Der Förderverein der Kirche Hohennauen wird sich nun wieder intensiv der Sanierung des Gotteshauses widmen.

Saniert wird die Dorfkirche in zwei Bauabschnitten für jeweils rund 500 000 Euro, finanziert aus Fördermitteln des Landes und Eigenanteilen, die der Förderverein und kirchliche Einrichtungen gemeinsam stemmen.

Erster Abschnitt sollte fertig sein

Der erste Bauabschnitt mit zwei wesentlichen Vorhaben sollte schon erledigt sein. Abgeschlossen ist jedoch lediglich die Sanierung des Kirchturms. Als zweites Vorhaben wurde das Dach des Kirchenschiffs zwar neu eingedeckt. Eine Bauabnahme ist jedoch bisher nicht erfolgt. Klaus Eichler berichtet von Problemen. Der ehemalige Abteilungsleiter im Bauministerium des Landes hat ein Wochenendhaus am Hohennauener See und unterstützt als Pensionär den Förderverein fachlich bei der Kirchensanierung.

Die Dacheindeckung sei mangelhaft, sagt Klaus Eichler. Die Mängel im Bereich der Kehlen und des Vordaches seien mit bloßem Auge sichtbar. Verdeckte Mängel würden noch hinzukommen, fügt er hinzu und beruft sich auf ein Gutachten. Der engagierte Förderverein hatte einen unabhängigen Experten mit der Erstellung des Gutachtens beauftragt. Bereits im Sommer hatten die Mängel zu einem zeitweiligen Baustopp geführt. Nach eingehenden Beratungen wurde der Dachdeckerfirma aus einem havelländischen Nachbarkreis zur Beseitigung der Mängel eine Frist bis zum 4. Oktober eingeräumt. Die Firma wurde auch tätig. Die Mängel aber dennoch nicht beseitigt.

Die Bauabnahme versagt

Der Gutachter empfahl dem Förderverein dringend die Versagung einer Bauabnahme. Der Firma wurde eine erneute Frist eingeräumt. Bis zum 1. November wollte der Förderverein von der Firma eine Erklärung haben, ob und wie sie die Mängel beseitigt.

„Die Firma hat sich nicht erklärt“, so Eichler. Eine neue Frist werde es nicht geben. Er bestätigt, das dem Gutachten zufolge nicht ausgeschlossen werden kann, das Dach nochmals aufzunehmen und neu einzudecken.

Im Winter wird nicht gearbeitet

Die derzeitige Eindeckung sei aber dicht, betont Eichler. Deshalb würden auch in den Wintermonaten keine Arbeiten am Dach erfolgen. Wie es danach weiter geht, müssen notfalls Juristen klären. Die Arbeiten einem anderen Unternehmen zu übertragen sei auch eine Möglichkeit, meint Eichler. Voraussetzung dafür wäre allerdings eine Klärung der Finanzierung.

Das Gutachten weise eklatante Mängel aus, sagt Thomas Tutzschke, Superintendent des Kirchenkreises Nauen-Rathenow, zu dem die Kirchengemeinde Hohennauen und die Dorfkirche gehören. Er sieht das Architekturbüro und die Handwerksfirma in die Pflicht genommen, für eine ordnungsgemäße Dacheindeckung zu sorgen. Das kirchliche Bauamt werde sich unverzüglich und gründlich mit der Angelegenheit geschäftigen, kündigt der Superintendent an. Es gehe schließlich auch um viel Geld für eine generationsübergreifende Kirchensanierung.

Die nächsten Wochen sollten Klarheit schaffen, wie es weiter geht mit dem Dach, hofft die Vorsitzende des Fördervereins Monika Pickenhahn. Auf den Beginn des zweiten Bauabschnitts haben den Dachmängel keinen Einfluss. Die Arbeiten können wie geplant noch in diesem Monat mit der Trockenlegung des Kirchenschiffs beginnen.

Von Norbert Stein

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