Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rhinow Junge Flüchtlinge bei Kunstprojekt
Lokales Havelland Rhinow Junge Flüchtlinge bei Kunstprojekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 30.07.2018
Kunstprojekt "Zäumen und Zügeln" in Kietz bei Rhinow: sechs der acht Workshopteilnehmer mit Heike Welling, Kay Andrees und Marina Prüfer (v. li.) Quelle: Uwe Hoffmann
Kietz

Am Wochenende trafen sich acht junge Männer, die vor drei Jahren als Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland kamen und in Berlin wohnen, mit der Berliner Künstlerin Marina Prüfer auf dem Hof der Pferdezüchterin Heike Welling in Kietz zu einem Workshop.

Stadt und Land

„Bei unseren Workshops geht es um den Austausch – zwischen verschiedenen Kulturen und mit Kunst. Wir wollen Brücken bauen – zwischen Berlin und dem Havelland und den Menschen, zwischen Stadt und Land“, schildert Marina Prüfer ihre Idee.

Heike Welling züchtet in Kietz Pferde Quelle: Uwe Hoffmann

„Wir arbeiten prozessorientiert und beschäftigen uns dabei mit Themen wie Menschenrechte und gelebter Demokratie, beginnend mit dem konkreten Zusammenleben zwischen uns. Einbezogen werden auch die Pferde hier auf dem Hof.“ So erklärt sich auch der Name des Projekts „Zähmen und zügeln“.

Leben im Zelt

Dazu zelten die Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren auf dem Hof von Heike Welling, leben die drei Tage recht spartanisch, mit Outdoorküche, einem Gartenschlauch als Dusche und bauen während der drei Tage, unterstützt durch den Rübehorster Kay Andrees, aus Brettern eine Outdoortoilette.

Dieser Prozess wird auch gefilmt und Fotos entstehen. Ergebnisse der Workshops werden nächstes Jahr in Marina Prüfers Ausstellung „30 Jahre Mauerfall in der Kunst“ ausgestellt.

Kunstprojekt "Zäumen und Zügeln" in Kietz bei Rhinow: Marina Prüfer mit Workshopteilnehmer Abdul. Quelle: Uwe Hoffmann

Einer der acht jungen Syrer ist Abdul Al Rahman Al Musa. Der fast 21-Jährige stammt aus Damaskus und kam im August 2015 nach Deutschland. „Hier habe ich meinen mittleren Schulabschluss nachgeholt und habe jetzt mit dem Abitur angefangen“, erzählt Abdul, der sich seit zwei Jahren in Vorhaben des Schöneberger Projektes „Outreach Berlin“ zur mobilen Jugendarbeit engagiert und dazu auch eine Jugendleiterausbildung absolvierte. „Während dieses Workshops erwarte ich den Ort und die Menschen kennenzulernen und mich mit ihnen auszutauschen.“

„Zu den Workshops möchten wir immer auch die Kietzer einbinden. Das ist nicht einfach“, sagt Heike Welling. „Vor zwei Jahren lernte ich Marina Prüfer kennen, als sie im Berliner Umland einen Partner für ihre Workshops suchte.“ Auf ihrem Hof betreibt die studierte Agraringenieurin der früheren LPG Rhinow seit 1990 Landwirtschaft und züchtet Pferde.

Ausstellung wird vorbereitet

Die Workshops zur Vorbereitung der Ausstellung „30 Jahre Mauerfall in der Kunst“ unterstützen der Landkreis Havelland, die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke), sowie der Verein LebenSmittel, den Marina Prüfer 1996 gründete, Outreach Berlin sowie die Stiftung Aufarbeitung.

Marina Prüfer verbindet mit dem Thema Mauerfall eine ganz persönliche Geschichte. Die junge, nahe Hoppegarten, wohnende Brandenburgerin verliebte sich in einen Westberliner, entschied sich gegen ihr Studium und stellte im Jahr 1975 einen Ausreiseantrag. Nach Ablehnung ihres Übersiedlungsantrags flüchtete Marina Prüfer, mit ihrem damals vierjährigen Sohn, im Kofferraum eines Autos über die Grenzübergangsstelle Marienborn.

Kunstprojekt "Zäumen und Zügeln" in Kietz bei Rhinow: Kay Andrees aus Rübehorst unterstützt den Workshop Quelle: Uwe Hoffmann

Seitdem lebte die gelernte Bauzeichnerin in West-Berlin, seit 1986 als freischaffende bildende Künstlerin. Marina Prüfer beschäftigt sich mit verschiedenen Kunstprojekten und deren Gesellschaftsbezug. Unter anderem war sie auch Zeichnerin bei den Gerichtsprozessen gegen Erich Honecker und Erich Mielke.

Von Uwe Hoffmann

Rund 200 Gäste kamen nach Parey, einem der dunkelsten Orte in Deutschland, um die totale Mondfinsternis zu beobachten. Sie wurden nicht enttäuscht und erlebten außerdem eine Reihe weiterer Phänomene.

29.07.2018

Direkt am Havelufer feierten die Strodehner mit Gästen ihr Havelfest. Besonders viel Applaus gab es für ein buntes Programm am Nachmittag. Am Abend wurde zur Musik von DJ Carsten Büttner getanzt.

29.07.2018

Depressionen – eine Volkskrankheit. Wie man mit diesem Leiden offen umgeht, das kann man auf der Mut-Tour lernen. Die Teilnehmer paddelten am Donnerstag von Rathenow nach Strodehne.

26.07.2018