Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rhinow Kostenexplosion bei Brückenbau
Lokales Havelland Rhinow Kostenexplosion bei Brückenbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:15 08.11.2018
Die Dosse-Brücke bei Rübehorst hat ausgedient und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Norbert Stein
Rübehorst

Der sonnige Herbst sorgt auch im Dossebruch für schöne Tage. Jahreszeitlich bedingt hüllen nun aber auch immer häufiger Nebelschwaden die Landschaft ein. Autos, Trecker und Lkws fahren über die Dosse-Brücke bei Rübehorst, einem Ortsteil der Gemeinde Großderschau. Radler treten zu einem letzten Saisonausflug in die Pedalen. Auch sie nutzen die Brücke.

Dabei hat das Bauwerk schon längst ausgedient und darf nur noch eingeschränkt genutzt werden. Die Dosse-Brücke ist in die Jahre gekommen und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Die Gemeinde und das Amt Rhinow beschäftigt das Problem schon lange.

Erste Vorbereitungen und Kosteneinschätzungen wurden getroffen und eine Planung in Auftrag gegeben. Diese Arbeiten sind abgeschlossen und damit liegt der Gemeinde auch die erste belastbare Kostenplanung vor.

Abgeordnete in Schockstarre

Das Ergebnis versetzte die Abgeordneten in eine Art Schockstarre, als ihnen Amtsdirektor Jens Aasmann am Dienstagabend auf einer Gemeinderatssitzung erklärte: „Der Brückenneubau wird deutlich teuer als angenommen. Die Kosten verdoppeln sich“. Gemeinde und Amt gingen in einer ersten Einschätzung von rund einer Million Euro aus, die für den Neubau aufzubringen sind. Der Planung zufolge sind dafür etwas über zwei Millionen Euro nötig.

Die Schäden an der Brücke kann auch der Laie erkennen. Quelle: Norbert Stein

Vor einer solchen finanziellen Herausforderung stand die Gemeinde noch nie. Die Abgeordneten mussten die Nachricht erst einmal sacken lassen, nachdem die Bauamtsleiterin erklärt hatte warum das Vorhaben deutlich teurer wird als bisher angenommen.

Birgit Schmidtke nannte drei wesentliche Ursachen. Die Planer haben den Baugrund untersucht, mit dem Ergebnis, dass für die Errichtung der Brücke eine Tiefengründung notwendig wird. Dafür müssen kostenaufwendig Pfähle tief in das Flussbett gerammt werden. Bei den Vorbereitungen sei man davon ausgegangen, dass eine Flachgründung genügen würde. Ebenfalls notwendig wird eine ökologische Begleitung während der gesamten Bauzeit. Auch das war so nicht vorgesehen. Steigende Baupreise nannte sie als letzte Ursache.

Neubau ohne Alternative

Die Abgeordneten mussten entscheiden, ob und wie es weitergehen soll in der Angelegenheit. Nach einigem Nachdenken sagte der stellvertretende Bürgermeister Roland Specht, die Brücke sei nötig und deshalb habe man kaum Entscheidungsspielraum. Das sahen auch die Abgeordneten so und beauftragten das Amt einstimmig mit der weiteren Vorbereitung.

Das Amt wird nun bei der LAG Havelland für den Brückenneubau Fördermittel beantragen aus dem Fonds „Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz“. Wird der Antrag bewilligt, kann die Gemeinde mit einer 75prozentigen Förderung rechnen. Voraussetzung dafür ist, sie kann die zur Förderung notwendigen 510 000 Euro Eigenmittel absichern. 2017 und 2018 hat sie dafür schon jeweils 100 000 Euro aus dem gemeinsamen Investitionsfonds der Gemeinden des Amtes erhalten. Sind noch 310 000 Euro offen, für die Großderschau bis Mitte Januar Zeit hat, eine Lösung zu finden.

Der Neubau soll die marode Dosse-Brücke ersetzen,die 1984 als Behelfsbrücke zur militärischen Nutzung für die Zeitdauer von drei Jahren errichtet wurde. Zivilen Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 15 Tonnen war die Nutzung für 20 Jahre genehmigt worden. Die Zeit ist längst verstrichen und eine Reparatur als Behelfsbrücke nicht möglich. Benötigt wird die Brücke auf der Ortsverbindungsstraße von Rübehorst nach Rhinow von der Landwirtschaft, dem Tourismus und zum Hochwasserschutz.

Von Norbert Stein

Die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe ist im Westhavelland sehr aktiv. Unter anderem setzt sie sich für den Gülper See ein, der als Vogelrastplatz von immenser Bedeutung ist.

07.11.2018

Die neue Bushaltestelle im Großderschauer Ortsteil Altgarz ist übergeben worden. Rund 50000 Euro wurden investiert. Zum Schutz der Anlage griffen die Gemeindevertreter zu einer unkonventionellen Lösung.

07.11.2018

Nach der Sanierung der Daches der Hohennauener Kirche hat sich herausgestellt, dass die Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt worden sind. Die Baufirma hat schon zwei Fristen zur Korrektur verstreichen lassen.

06.11.2018