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Rhinow Liebeshilfe für Flusseeschwalben
Lokales Havelland Rhinow Liebeshilfe für Flusseeschwalben
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16:53 05.11.2018
Christian Unselt, Leif Miller, Jörg Vogelsänger und Fischer Wolfgang Schröder (v.l.) besichtigen die Brutinseln für die Flussseeschwalben. Quelle: Norbert Stein
Strodehne

Wasser, weite Landschaften, Wälder und märkische Ortschaften prägen den Naturpark Westhavelland. Die Untere Havelniederung ist eines der größten zusammenhängenden Feuchtgebiete im westlichen Mitteleuropa und Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Wat- und Wasservögel, Biber, Fischotter, Seeadler und weitere gefiederte Bewohner bereichern den im Jahr 1998 gegründeten Naturpark Westhavelland. Eines der bedeutendsten Gewässer im Naturpark ist der Gülper See, der nun um eine Besonderheit bereichert wurde.

Übergabe am Gahlberg

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat dem Naturpark Westhavelland zum 20jährigen Bestehen zwei Brutinseln für Flussseeschwalben geschenkt. Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Nabu, und Christian Unselt, Vorsitzender der Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe, haben die rund 16 Quadratmeter großen schwimmenden Nisthilfen am Montag gemeinsam mit Brandenburgs Umweltmister Jörg Vogelsänger am Nadelwehr auf dem Gahlberg bei Strodehne dem Naturpark übergeben.

„Wir freuen uns sehr, dass wir den Flussseeschwalben mit diesem Floß helfen können. Unser langfristiges Ziel ist, dass die Tiere wieder ausreichend natürliche Brutplätze auf Kies- und Sandbänken im Fluss finden“, sagte Christian Unselt, Vorsitzender der Nabu-Stiftung.

Gebaut in einer Havelberger Werft

Eine Werft in Havelberg hat die Brutinseln aus Metall angefertigt, die nun noch mit Sand gefüllt werden müssen. Anschließend wird die Naturwacht Westhavelland die schwimmenden Nisthilfen zum Nordufer des Gülper Sees bringen. Etwa 20 Flussseeschwalben-Paare können dann im kommenden Frühjahr auf der künstlichen Insel Nester bauen und ihrem Liebesleben frönen. Flussseeschwalben brüten in Kolonien.

Sie gehören zu den charakteristischen Arten an der Unteren Havel und damit im Naturpark. Ihre natürlichen Brutplätze, die auf Kies - und Sandbänken liegen, sind in den vergangenen Jahrzehnten durch wasserbauliche Maßnahmen jedoch zunehmend verschwunden. Auch der Gülper See bietet den 27 bis 32 Zentimeter großen Flussseeschwalben nur noch wenige natürliche Brutplätze.

Alte Insel verschlissen

Deshalb hatten bereits Ende der 1980er Jahre in Rhinow Naturfreunde eine künstliche Brutinsel für Flussseeschwalben auf dem Gülper See gebaut. Die Schwalben nutzen die Brutinsel auch heute noch. Sie ist nach über 30 Jahren allerdings schon ziemlich verschlissen. Wie damals sind auch heute noch etwa 30 bis 40 Schwalbenpaare auf dem Gülper See heimisch.

Die Flussseeschwalbe gilt als eine Art, die vom Klimawandel besonders betroffen sein wird. Bis zum Ende unseres Jahrhunderts wird sich, so die Prognose von Experten, ihr Verbreitungsgebiet in Europa drastisch reduzieren. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands aus dem Jahr 2015 wird die Flussseeschwalbe in der Kategorie 2 als stark gefährdet geführt.

Zur Einweihung der Insel wurde ein blaues Band durchschnitten. Quelle: Norbert Stein

Die Übergabe der Brutinseln vollzogen die Schenkenden mit gemeinsam mit dem Umweltminister Jörg Vogelsänger, der Leiterin des Naturparks Westhavelland Ilona Langgemach, Wolfgang Gall, Dezernent der Kreisverwaltung Havelland, und Rocco Buchta, Leiter des Nabu-Projektbüros Renaturierung Untere Havel. Gemeinsam durchschnitten sie ein blaues Band Eine Geste mit Symbolcharakter. Denn das „Blaue Band“ ist ein Bundesprogramm zur Unterstützung von Renaturierungsmaßnahmen und anderer Projekte, mit denen Flüsse und Gewässer wieder an Ursprünglichkeit gewinnen sollen.

Informationen über Havel-Renaturierung

Jörg Vogelsänger lobte den gewählten Ort zur Übergabe. Strodehne sei ein Dorf mitten im Naturpark und stehe für eine gute Entwicklung, sagte der Umweltminister. Vor Ort ließ er sich von Rocco Buchta zudem über den Fortschritt der Havel - Renaturierung informieren.

Seit dem Jahr 2005 setzt sich der Nabu dafür ein, dem Fluss seine ursprüngliche Natürlichkeit zurückzugeben. Dieses Jahr wurden erstmals auf Brandenburger Seite großflächig Steine vom Ufer entfernt, Auenwald gepflanzt und ein Altarm an den Fluss angeschlossen.

Mehr als 1000 gefährdete Tier- und Pflanzenarten gibt es an der Unteren Havel. Auch die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe werde sich in der Region weiter engagieren für den Schutz der Natur , versicherte Christian Unselt. Der Nabu-Stiftung gehört der Gülper See.

Von Norbert Stein

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