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Rhinow Michael Ritz stellt siebten Strodehner Chronikband vor
Lokales Havelland Rhinow Michael Ritz stellt siebten Strodehner Chronikband vor
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17:35 06.02.2019
Das Haveldorf Strodehne.   Quelle: Norbert Stein
Strodehne

Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhundert kochten noch einige Frauen in Strodehne ihre eigene Seife. Dazu sammelten die Frauen fetthaltige Schlachtabfälle, alter Rindertalg, Wurstpellen und weitere Zutaten. War eine ausreichende Menge zusammen, weichten die Frauen alles in einem Kessel mit Wasser und Seifenstein über Nacht ein. Am nächsten Tag kochten sie die Brühe für mehrere Stunden und anschließend wurde die Lauge in einen Holztrog geschüttet. War die Masse erkaltet, schnitt man sie auf und kochte die Stücke nochmals eine halbe Stunde. Nun wurden diese Teile in hausübliche Größen zugeschnitten und getrocknet.

Viele Geschichten erforscht

Die Geschichte rund um die häusliche Seifenzubereitung hat Michael Ritz für eine Broschüre „Bräuche und Traditionen aus Strodehne“ erforscht. Michael Ritz ist mit Leib und Seele Strodehner. Als Gemeindevertreter engagiert er sich in der Freizeit für Kommunalpolitik und dörfliches Leben. Und er engagiert sich für die Aufarbeitung der Strodehner Dorfgeschichte. Eine Leidenschaft, die er wohl von seinem Opa Günter in Kietz geerbt hat, der ihm früher oft Geschichten aus dörflichen Überlieferungen erzählte und damit seine Neugierde weckte.

Michael Ritz hat Strodehner  Bräuche und Traditionen erforscht und in einer Broschüre aufgeschrieben.   Quelle: Norbert Stein

Vor etwa 14 Jahren begann Michael Ritz die Strodehner Dorfgeschichte zu erforschen. Nicht alles auf einmal, sondern immer besondere Schwerpunkte. Als erstes nahm er sich die Geschichte der Dorfkirche vor. Es folgten die Feuerwehr, das Vereinswesen, eine Wanderung durch die Geschichte der Straßennamen, das Schulwesen sowie das Thema Brücken und Fähren.

Nunmehr hat er mit Bräuche und Traditionen aus Strodehne“ sein siebtes Werk vollendet. Zwei Jahre hat er daran gearbeitet. Der Zeitraum, der beschrieben ist, erstreckt sich dabei vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Für die Recherche nutze Ritz seine eigenen Aufzeichnungen und er stöberte in Archiven.

Gespräche mit Einwohnern

Sein wertvollster Fundus aber waren Gespräche mit älteren Einwohnern, wie Gerda Horn und Liesbeth Niksch. Sie haben dem Dorfchronisten persönliche Erinnerungen und überlieferte Bräuche und Traditionen erzählt. „Die Gespräche waren äußerst interessant und meine wertvollste Quelle“, sagt Michael Ritz, der im Hauptberuf Lehrer ist.

Das alles sei sehr wertvoll und müsse aufgeschrieben werden. „Nur so kann man es für die Nachwelt erhalten“, erklärt der junge Mann seine Motivation. Bräuche und Traditionen haben ihren Ursprung in Glaubens- und Lebenserfahrungen, sie geben über Generationen hinweg Halt und Hoffnung, erklärt Ritz. Bräuche sorgten früher auch für familiäre und dörfliche Gemeinschaft.

Hochzeitsumzüge gehörten früher zur Tradition in  Strodehne.   Quelle: Archiv Ritz

Michael Ritz hat die Broschüre in vier Abschnitte gegliedert. Teil 1 befasst sich mit Traditionen rund um den Lebenslauf, wie Geburten, Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten. Der zweite Abschnitt ist mit „Traditionen im Jahreslauf“ überschrieben und ist insbesondere Feiertagen und Erntedankfesten gewidmet. Bräuche rund um Hausschlachtungen, Getreideernte, häusliches Brotbacken und Seifekochen gehören zum Abschnitt 3 mit dem Titel „Weitere dörfliche Traditionen und Bräuche“. Das letzte Kapitel ist dem Strodehner Dialekt gewidmet.

Von welchem Brauch würde er sich wünschen, dass er wieder auflebt? Michael Ritz überlegt eine Weile. Und dann weiß er es: „Es wäre schön, wenn die Strodehner zu Pfingsten ihre Gehöfte wieder mit Birkengrün schmücken.“ So war es früher und sollte Überlieferungen zufolge vor Blitzeinschlägen schützen.

Und dann noch was „up Platt“

Die Ergebnisse seiner nunmehr in Broschürenform abgeschlossenen Chronistenarbeit wird Michael Ritz bei einem Geschichtsabend „Bräuche und Traditionen aus Strodehne“ am Freitag, den 15 Februar. im Gemeindehaus, (Großdorf 3) in Strodehne vorstellen.

Bereichern wird er seine Ausführungen mit historischen Fotos zu Strodehner Bräuchen und Traditionen. Im Anschluss können sich die Besucher in zwangloser Atmosphäre auch mit eigenen Beiträgen melden. Und vielleicht, so Michael Ritz abschließend, wird zum Ende auch eine Geschichte im Strodehner Plattdeutsch vorgetragen.

Von Norbert Stein

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