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Rhinow Operation Kirchenrettung
Lokales Havelland Rhinow Operation Kirchenrettung
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19:12 17.04.2018
Mitglieder des Fördervereins zur Rettung der Dorfkirche Wassersuppe vor dem Objekt ihrer Bemühungen. Quelle: Markus Kniebeler
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Wassersuppe

„Die Kirche im Dorf lassen.“ Diese gängige Redewendung haben die Einwohner von Wassersuppe wörtlich genommen. Und als Handlungsauftrag begriffen. Wären sie Anfang der 2000er Jahre nicht aktiv geworden, dann stünde dort, wo heute ein schmuckes Kirchlein die Blicke auf sich zieht, wahrscheinlich eine Ruine.

Dass es so weit nicht gekommen ist, daran hat Karin von Heyking keinen geringen Anteil. Sie war es, die im Jahr 2001 einen Förderverein gründete, um die im Jahr 1756 erbaute Kirche zu retten. Denn um diese war es wahrlich schlecht bestellt. Vor allem am Turm hatte der Zahn der Zeit genagt. Das Mauerwerk marode, die Statik gefährdet, das gesamte Bauwerk akut vom Einsturz bedroht. Noch wenige Jahre, so die Meinung von Experten, und nicht nur der Turm, sondern die gesamte Kirche wäre nicht mehr zu retten gewesen.

Benefizkonzert am 6. Mai

Das nächste Benefizkonzert in der Wassersupper Kirche findet am Sonntag, 6. Mai, um 15 Uhr statt.

Solisten und Ensembles der Musik- und Kunstschule Havelland werden unter dem Motto „Musik zur schönsten Jahreszeit“ in der Kirche Lieder und Musikstücke zur Aufführung bringen, die einen Bezug zum Frühling haben.

Die Spenden sollen für die im Sommer beginnenden Sanierung der Kirchenfundamente verwendet werden.

Danach gibt es auf dem Seerosenhof der Familie von Heyking, Dorfstraße 10, Kaffee und Kuchen.

Gut ein Dutzend Dorfbewohner engagierte sich in dem Förderverein, um ihre Kirche vor dem Verfall zu retten. Ihre Strategie war zweigeteilt. Zum einen mussten sie Geld auftreiben, um die Eigenanteile, mit denen Förderprogramm zu untersetzen sind, aufzutreiben. Zum anderen mussten genau diese Förderprogramme ausfindig gemacht und angezapft werden. Ein bürokratischer Aufwand, der nicht zu unterschätzen ist.

Mittlerweile finden in der Kirche wieder Konzerte und Gottesdienste statt. Quelle: Markus Kniebeler

Die Sache mit den Eigenanteilen wurde auf elegante Art und Weise gelöst. Zwei bis drei Mal im Jahr organisierte der Verein Benefizkonzerte – und tut es bis heute. Weil die Künstler von der Operation Kirchenrettung genau so angetan waren wie die Dorfbewohner, verzichteten sie auf ihre Gage. Nach den Konzerten gab es auf dem Seerosenhof der Familie von Heyking Kaffee und Kuchen. Diese wundervolle Kombination aus Kultur, Natur und gemütlichem Beisammensein war der Spendenbereitschaft sehr zuträglich.

Der Erfolg ließ zwar ein Weilchen auf sich warten. Aber im Sommer 2010 war es so weit. Da konnte mit der Einweihung des restaurierten Kirchturms die erste Sanierungsetappe abgeschlossen werden. Ohne großes Durchatmen gingen die Kirchenfreunde gleich den zweiten Schritt an. Die Reparatur des Daches, undicht und von Schimmel befallen, war eine mindestens ebenso große Herausforderung. Aber auch diese wurde gemeistert. Ende 2014 war das neue Dach an Ort und Stelle. Insgesamt waren bis zu diesem Tag rund 130 000 Euro in die Sanierung der Kirche geflossen, an deren Fortbestand nun niemand mehr zweifeln muss.

Ab dem Sommer soll das gemeuerte Fundament der Kirche saneirt werden. Quelle: Markus Kniebeler

Am Ziel angekommen sind die Kirchenretter freilich noch nicht. Das Fundament des Gotteshauses muss dringend stabilisiert werden. Risse im Mauerwerk, ausgewaschene Fugen, lose Steine – rund 40 000 Euro sind nötig, um das Gemäuer so stabil zu machen, dass die Kirche auch in hundert Jahren noch steht. Nach Auskunft von Hagen Roßmann, der 2016 den Vorsitz des Fördervereins von Karin von Heyking übernahm, steht die Finanzierung – und wieder ist es ein bunter Mix aus privaten Spenden, Stiftungsgeldern, Kirchenmitteln und Förderprogrammen. Gelingen kann das alles aber nur, weil sich Bürger des Dorfes über die Maßen engagieren und unentgeltliche Arbeit leisten.

„Im Juni/Juli sollen die Arbeiten beginnen“, sagt Roßmann. Vor dem Winter müsse man fertig werden. Dann sei man mir der Hüllensanierung durch. „Um die Kirche müssen wir uns dann erst mal keine Sorgen mehr machen.“

Hagen Roßmann ist seit 2016 Vorsitzender des Fördervereins. Quelle: Markus Kniebeler

Was nicht heißt, dass damit alles erledigt wäre. Dem Inneren der Kirche stünde eine Aufhübschung gut zu Gesicht. Der Putz müsste erneuert werden, ein Anstrich könnte auch nicht schaden. Und auch die Fenster haben schon bessere Tage gesehen. Der entscheidende Unterschied zu den ersten Sanierungsabschnitten, der Turm- und Dacherneuerung, ist, dass es keinen Zeitdruck gibt. „Damals mussten wir schnell tätig werden, um unwiederbringliche Schäden an dem Gebäude zu verhindern“, sagt Roßmann. Jetzt könne man die nächsten Aufgaben in aller Ruhe angehen. „Die Kirche ist dicht, und sie wird nach der Sanierung der Fundamente stabil sein“, sagt der Vereinsvorsitzende. Lebensgefahr für das ehrwürdige Haus besteht also nicht mehr. Und das ist doch eine tolle Nachricht.

Von Markus Kniebeler

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