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Rhinow Telekom errichtet Mobilfunkmasten
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11:58 06.07.2018
Bürgermeister Joachim Tessenow ist froh, dass Kleßen-Görne nun endlich eine stabile Mobilfunkversorgung bekommen soll. Quelle: Norbert Stein
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Kleßen

In Kanada, wo Joachim Tessenow derzeit Urlaub macht, kann der Bürgermeister der Gemeinde Kleßen-Görne mit seinem Smartphone ungehindert telefonieren oder Nachrichten empfangen und versenden. Fern der Heimat erhielt Joachim Tessenow auf diesem Wege die Nachricht von Amtsdirektor Jens Aasmann: „In Kleßen und Görne wurde mit dem Bau der Funkmasten begonnen“, sendete Jens Aasmann kurz und bündig. Tessenow reichte das – es war die gute Nachricht, auf die er seit Jahren wartet.

Erhebliche Probleme

Zuhause in Kleßen-Görne hatten Tessenow und alle Einwohner erhebliche Schwierigkeiten mit Mobilfunkverbindungen. Um mit den Smartphone telefonieren zu können, mussten die Einwohner aus Kleßen und Görne auf die Straße oder hinter ihre Grundstücke gehen.

Und auch dann war mobil telefonieren in Kleßen-Görne ein Glücksfall. Die Gemeinde liegt – noch – in einem Funkloch. Sie bemüht sich seit vielen Jahren mit Unterstützung des Amtes Rhinow und den Bürgermeistern der Nachbarorte um eine Lösung.

Die Funklochzeit ist in Kleßen und Görne vorbei. Derzeit errichtet die Telekom zwei mobile Funkstationen mit Masten, um die Versorgung für Smartphones sicherzustellen. Quelle: Norbert Stein

Dafür holten der Bürgermeister und seine Abgeordneten immer wieder Bundes- und Landespolitiker in die Gemeinde, erklärten ihnen das Problem, baten um Unterstützung und wurden nicht müde im Ringen für eine stabile Mobilfunkempfang. Sie ließen sich auch nicht von den Absagen großer Mobilfunkanbieter entmutigen. Die Region sei zu dünn besiedelt, um einen Mobilfunkmast wirtschaftlich betreiben zu können, hieß es immer wieder.

Lösung gefunden

Doch nun scheinen die Funklochtage in Kleßen-Görne gezählt. Das Blatt wendet sich zum Guten. Kleßen-Görne soll als weißer Fleck von der Mobilfunkkarte verschwinden. Im Frühjahr verkündete die Deutsche Telekom, man werde für Kleßen-Görne eine Lösung finden.

Der Ankündigung lässt das Unternehmen nun zügig Taten folgen. Anfang Mai waren Mitarbeiter des Unternehmens in Rhinow und verkündeten Amtsdirektor Jens Aasmann die Nachricht, dass das Unternehmen Mobilfunkstationen mit Sende- und Empfangsmasten in Kleßen und Görne errichten werde. Mögliche Standorte wurden Anfang Juni vor Ort besichtigt.

Das ist die Sende- und Empfangsstation auf dem Mast. Quelle: Norbert Stein

Drei Wochen später erhielt Jens Aasmann die Information vom unmittelbar bevorstehenden Baubeginn. Seit Anfang dieser Woche werden die mobilen Stadtionen mit Funkmasten errichtet, in Kleßen auf einem Landwirtschaftshof am Büttnerweg und in Görne am Ortsausgang, nahe des Wirtschaftsweges in Richtung Witzke/Schönholz.

Die mit Sende- und Empfangstechnik ausgestatteten Mobilfunkmasten stehen bereits und werden Jens Aasmann zufolge von der Deutschen Telekom voraussichtlich Mitte des Monats in Betrieb genommen. Mittelfristig plant das Unternehmen für beide Standorte feste Mobilfunkstationen. Dafür muss allerdings noch eine Baugenehmigung erteilt werden. „Für die mobilen Funkmasten ist eine solche Genehmigung nicht notwendig“, erklärt der Amtsdirektor.

Pläne haben sich geändert

Auch die Deutsche Telekom hatte lange Zeit darauf verwiesen, dass – aus wirtschaftlichen Gründen – für das dünn besiedelte Gebiet im Ländchen Rhinow nicht vor dem Jahr 2020 an de Bau von Funkmasten zu denken wäre. Telekom-Sprecher Georg von Wagner erläutert die Kehrtwende: „In zurückliegenden Gesprächen mit der Gemeinde haben wir immer wieder eingeräumt, dass sich die Pläne des Unternehmens in Bezug auf das Mobilfunknetz kurzfristig ändern können.“

Im vergangenen Sommer war der Bundestagsabgeordnete der Region, Sebastian Steineke (CDU) auf „Funkloch-Tour“. Mit dabei war der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dierk Homeyer. Inzwischen gibt es einen Funklochatlas, in dem alle Regionen aufgelistet sind, wo es mit den Mobilfunkverbindungen hapert.

Amtsbrandmeister  Michael Mirschel aus Rhinow hat mehrfach erlebt, dass aus Kleßen-Görne ein Notruf per Smartphone nicht abgesetzt werden konnte. Quelle: Norbert Stein

Mit der Auflistung der Funklöcher ist es aber nicht getan. Steineke fordert von der Landesregierung, nun etwas zu unternehmen: „Eine stabile und zuverlässige Anbindung an digitale Kommunikationswege ist entscheidend, damit wir als Region attraktiv bleiben. Wir brauchen endlich pragmatische Lösungen.“ So argumentierte Steineke kurz nach der Bundestagswahl.

So sei der Dialog mit den Netzbetreibern das Wichtigste, vor allem um sogenannte Wirtschaftlichkeitslücken zu identifizieren; also Gebiete, in denen ein Ausbau der Mobilfunkversorgung aufgrund einer zu geringen Endkundenzahl wirtschaftlich unattraktiv und daher nicht zu erwarten ist. „Es muss aber auch geklärt werden, welche Möglichkeiten staatlicher Förderung es gibt, um diese Wirtschaftlichkeitslücken zu schließen“, so Steineke zur Funklochtour.

Viele Besucher im Ländchen Rhinow

Steineke und Homeyer waren nicht die ersten Politiker, die 2017 das Funkloch-Problem in Kleßen-Görne betrachteten. Der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher war da. Begleitet wurden die Gäste stets von Joachim Tessenow, Amtsdirektor Jens Aasmann und oft Ordnungsamtsleiter Michael Mirschel. Letzterer dürfte sich auch über die Neuentwicklung freuen. Denn es ist durchaus vorgekommen, dass es länger dauerte, schnelle Hilfe zu Unfällen zu holen, weil per Smartphone keine Notrufe abgesetzt werden konnten.

Mobilfunk und Internet seien für die Menschen auch auf dem Dorf privat und beruflich sehr wichtig, erklärt Tessenow. „Das gehört wie Wasser und Strom zur Grundversorgung.“ Dies zu gewährleisten sei eine staatliche Verpflichtung.

Staatliche Hilfe erleben die Menschen in Kleßen und Görne nicht. Die Telekom wurde von sich aus aktiv. Die Änderung der ursprünglichen Pläne, noch bis 2020 zu warten, kommt der Funklochgemeinde Kleßen-Görne nun zugute. Das Dorf wird schnell an eine stabile Mobilfunkversorgung angeschlossen. Telefonate von und nach Kanada kann Bürgermeister Joachim Tessenow dann ganz bequem mit dem Smartphone führen.

Von Norbert Stein

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