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Rhinow Willi Paproth und die Strodehner Dorfgeschichte
Lokales Havelland Rhinow Willi Paproth und die Strodehner Dorfgeschichte
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15:16 15.03.2019
In Strodehne leben die Menschen vom Fluss. Die Havel ist eine Lebensader. Quelle: Norbert Stein
Strodehne

Auf dem Tisch liegen die Zeugnisse der Strodehner Dorfgeschichte. Willi Paproth hat Broschüren, Zeitungsartikel und Fotos ausgebreitet. Geschichte ist dem 80-Jährigen wichtig. Sie belegen das Leben im Dorf, Traditionen und Entwicklungen sagt er und zeigt Fotos von der letzten Fahrt der Strodehner Havelfähre im November des Jahres 2000.

Brückenjubiläum im Sommer

Fährmann Martin Rochus setzte ihn damals mit Rindern über die Havel. Dann hatte die Fähre ausgedient. Einige Monate zuvor war im Spätherbst 1999 die neue Havellandbrücke eingeweiht worden. Seither verbindet die Brücke bei Strodehne die Bundesländer Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Im Sommer wird der Heimatverein Strodehne das Brückenjubiläum feiern. Willi Paproth freut sich auf das Fest und er wird dann sicherlich auch wieder von seiner letzten Fährübersetzung erzählen.

Die Havel prägt das Leben in dem Dorf seit Generationen maßgeblich. „Ohne die Havel wäre Strodehne überhaupt nicht vorstellbar, mit allen Schönheiten und Launen“, sagt Willi Paproth.

Willi Paproth  interessiert sich für die Strodehner Dorfgeschichte und erinnert sich an die letzte Fährfahrt. Quelle: Norbert Stein

Eine Laune des Flusses ist ihm aus seiner Kindheit noch besonders in Erinnerung. 1941 erreichte die Hochwassermarke rund fünf Meter über normal. Von der Angelengstelle war nichts mehr zu sehen und das Hochwasser schwappte bis kurz vor die in Ufernähe stehenden Häuser. Auch 2013 trat der Fluss über die Ufer und überschwemmte Felder und Wiesen.

Willi Paproth schätzt die Havel dennoch als Fluss der früheren Generationen Einkommen sicherte – weil die Leute als Fischer und Schiffer unterwegs waren. Das Gewässer ernährte Familien mit Fischen und auch heute beeinflusst die Havel das Leben im Dorf. Denn die touristische Entwicklung ist eng mit der Havel verbunden.

Dem Dorf eng verbunden

Der 80-Jährige Willi Paproth ist in Strodehne geboren und wohnt noch immer auf dem Hof, den schon sein Vater Richard bewirtschaftete. Er selbst hat bis zur Rente in der Landwirtschaft gearbeitet.

1993 gründete er mit seinen Sohn Marko einen Familienbetrieb mit Mutterkuhherde, Acker und Wiesen. Auch als Rentner hilft Willi Paproth noch gelegentlich bei der Ernte. Die Dorfgeschichte bleibt für den Mann, der auch noch das Plattdeutsch beherrscht, Hobby und beliebte Freizeitbereicherung.

Die Havelland-Brücke bei Strodehne. Quelle: Norbert Stein

Immer wieder gerne liest er in einer alten Strodehner Chronik und zeigt sie auch bereitwillig allen Geschichtsinteressierten. Carl-Heinz Marenholtz hat auf 60 Seiten im A4-Format mit einer Schreibmaschine Geschichte und Geschichten aus dem Dorf aufgeschrieben. Wann, das kann Willi Paproth nicht sagen, vermutet aber in den Jahren nach 1945.

Was es alles gab

Die Chronik informiert zur Strodehner Vorgeschichte, Entstehung des Dorfnamens, Holzverteilungen, Bauernwirtschaften, Fischereigrenzen und Ereignissen während des 30jährigen Krieges. Abgaben und Gerichtsbarkeit, Strafe für einen Raubmörder,wendisches Sprachgut, Großfeuern, Vereinsleben und Einheiraten sind einzelne Kapitel gewidmet, auch der Mühlengeschichte, dem Brauchtum und einer Majestätsbeleidigung.

Es gibt viel zu lesen – und für Willi Paproth zu den passenden Anlässen in den kommenden Monaten immer etwas zu erzählen – zur Dorfgeschichte und zur Havel.

Von Norbert Stein

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