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Scheune droht einzustürzen

Ribbecker Denkmal bedroht Scheune droht einzustürzen

Das Baudenkmal am ende des Ribbecker Gutshofes ist nach Sturmschäden stark angeschlagen. Nun hoffen die Besitzer auf Fördermittel zum Erhalt der 150 Jahre alten Großscheune.

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Henry Kilian vor der bedrohten Scheune.

Quelle: Marlies Schnaibel

Ribbeck. Denkmalschutz schützt nicht vor Sturmschäden. Das musste auch die Gutsscheune auf dem ehemaligen Wirtschaftshof von Schloss Ribbeck erfahren. Die Unwetter im späten Frühjahr haben dem ohnehin anfälligen Dach schweren Schaden zugefügt. Der First ist weiter abgesackt, auf der Westseite der Scheune ist ein Teil von Dach, Dachstuhl und Gaube eingebrochen.

„Die Scheune ist etwas Besonderes, sie muss erhalten bleiben“, sagt Henry Kilian. Der Mann aus dem westhavelländischen Garlitz kennt sich mit alten Gebäuden aus, ist selbst in der Altbausanierung tätig, ehrenamtlich ist er als Bodendenkmalpfleger im Havelland unterwegs. Die Scheune in Ribbeck hat er dabei schon lange im Blick. „Das ist ein imposantes Gebäude, das viel von der Geschichte der Region erzählt“, sagt er. Der vor 150 Jahren gemauerte Sockel ist aus Ziegeln entstanden, die nur wenige Meter weiter gebrannt worden waren. Sie tragen den Stempel RIBBECK. „Darauf erheben sich mächtige Mauern aus gestampften Kalk- und Sand-Kies-Gemisch“, beschreibt Henry Kilian das Bauwerk, „die Mauern erwiesen sich als ökologisch und robust.“ Und sie können noch viele Jahrzehnte stehen, wenn das jetzt gefährdete Dach repariert wird.

Das sieht auch der Besitzer des Hauses so. Die Ribbecker Architekten Sonja und Arndt Hermann haben den nördlichen Teil des Gebäudes gekauft, um es vor dem Verfall zu retten. Vor Jahren hatte die Schloss Ribbeck GmbH unter Leitung von Friedrich Höricke die Scheune erworben, um sie für kulturelle Zwecke nutzbar zu machen, nach dem Geschäftsführerwechsel war der Kauf jedoch rückgängig gemacht worden.

„Nur mit Eigenmitteln, ohne Zuschüsse können wir das Gebäude nicht sanieren“, sagt Arndt Hermann, „so ein Gebäude ist unwirtschaftlich.“ Die Architekten wollen das Gebäude erhalten, um auch den Gesamteindruck des Ribbecker Ortskern zu bewahren, es geht um keinen grundlegenden Umbau, sondern um eine Sicherung der Scheune, die dann für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden soll. „Wir bleiben vorsichtig optimistisch“, sagt Arndt Hermann. Anträge auf Förderung beim Landkreis und bei der Lokalen Aktionsgruppe LAG Havelland sind gestellt.

Beim Landkreis Havelland sind der Denkmalwert und der desolate Zustand des Gebäudes bekannt. „Bereits vor Jahren war ein Dachoffenstand im anderen Abschnitt der Scheune mit Haushaltsmitteln der Landkreisverwaltung repariert worden“, teilte Pressesprecher Oliver Kratzsch mit. Der Landkreis hatte zudem ein Gutachten erstellen lassen. Angesichts des jetzigen Schadens wurde Kontakt zum Eigentümer aufgenommen. „Ob der hohe Finanzbedarf durch die beantragten Landes- und Bundesmittel gedeckt werden kann, wird gegenwärtig geprüft“, sagte Kratzsch.

Von Marlies Schnaibel

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