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Havelland Ehefrau will nicht aussagen: Richter geht im Zeugenstand
Lokales Havelland Ehefrau will nicht aussagen: Richter geht im Zeugenstand
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10:13 22.03.2018
Robert Ligier arbeitet als Richter am Rathenower Amtsgericht. Demnächst wird er vom Richterstuhl in den Zeugenstand treten. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Auch für erfahrene Richter gibt es immer wieder Neues im Gerichtssaal. Am Dienstag hatte Richter Robert Ligier die knifflige Aufgabe einen Fall von häuslicher Gewalt zu verhandeln, ohne Aussagen vom Angeklagten und der Geschädigten zu bekommen. Um den Fall zu lösen, begibt sich Ligier nun in den Zeugenstand.

Vor Gericht stand Denis V., der im April und Mai 2017 seine Frau Angelika V. angegriffen und verletzt haben soll. Im Amtsgericht erschien der 36-Jährige mit Anwalt und Dolmetscher. V. wurde in Kasachstan geboren, ist ukrainischer Staatsangehöriger und lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Rathenow.

Laut Anklageschrift hat Denis V. am 15. April seine Frau während einer Auseinandersetzung unter anderem mehrfach mit der Faust geschlagen, so dass sie einen Tag stationär behandelt werden musste.

Die geschädigte Ehefrau verzichtet auf eine Aussage

Wenige Wochen später, am 19. Mai kam es laut Anklageschrift zu einem weiteren Vorfall häuslicher Gewalt. Der Angeklagte soll sich über das Essen beschwert haben und seine Frau daraufhin mit der Gabel in der Hand und den Worten „Ich stech Dich ab“ bedroht haben. Der neunjährige Sohn, der den Streit seiner Eltern mitbekommen hatte, verständigte daraufhin seinen älteren Bruder.

Vor Gericht erklärte Denis V., dass er sich an die einzelnen Vorfälle nicht erinnern kann und dazu auch keine Aussage machen will.

Das Gerichte baute auf die Aussage des Opfers. Doch nachdem Richter Robert Ligier Angelika V. daraufhin gewiesen hatte, dass sie gegen ihren Mann nicht aussagen müsse, erklärte sie: „Ich will nicht, dass mein Mann ins Gefängnis geht.“

Sie verzichtete auf eine Aussage, obwohl sie sich bereits im Ermittlungsverfahren gegenüber Ligier zu den Vorfällen geäußert hatte.

Ein Kollege wird den Fall für Robert Ligier übernehmen

Nach kurzer Beratung präsentierte der Richter einen Lösungsvorschlag. Auch für ihn sei diese Situation neu, das Gesetz habe aber zum Glück auch an solche Fälle gedacht.

Es gibt die Möglichkeit, dass der Richter als Zeuge vernommen wird. „Ich kann mich an die Einzelheiten noch gut erinnern und bin bereit, in einer richterlichen Vernehmung auszusagen“, so Ligier.

Allerdings bedarf es dazu eines neuen Verhandlungstermin. Da Ligier dann als Zeuge auftritt, muss ein anderer Richter den Fall übernehmen. Außerdem wird Angelika V. noch einmal als Zeugin geladen und kann bis dahin ihre Entscheidung zur Aussage überdenken.

„Alles macht man irgendwann zum ersten Mal“, stellte Robert Ligier fest. Er wird nun den Fall an einen Kollegen abgegeben und demnächst auf dem Zeugenstuhl Platz nehmen.

Von Christin Schmidt

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