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Havelland Richtfest für Inklusionskita
Lokales Havelland Richtfest für Inklusionskita
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00:20 15.01.2018
Über der Kita am Rohrbecker Weg in Falkensee kündet die Richtkrone vom Stand des Baugeschehens. Quelle: Danilo Hafer
Falkensee

Die Skandinavier können’s schon lange, die Nordamerikaner auch: bauen mit Holz. Nun ziehen die Falkenseer nach: Sie errichten eine neue Kindertagesstätte mit ganz viel Holz. Am Freitag wurde an dem neuen Bau Richtfest gefeiert.

Das mit dem Holz ist innen und außen gut zu sehen: Außen ist schon ein Teil der Holzverkleidung dran, innen sieht man die Holzwände des Ständerwerkes. Zu so einem Bau passt dann auch die Tradition des Richtfestes, nachdem der letzte Nagel vom Bauherren eingeschlagen wird. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) hatte in luftiger und eisekalter Höhe anfangs seine Schwierigkeiten, meisterte dann aber seine Aufgabe. Zimmermeister Andreas Berger nickte das tun der Verwaltungsmenschen gelassen ab. Bauleute, Abgeordnete und Verwaltungsmitarbeiter verfolgten den Auftritt.

Zimmermann und Bürgermeister. Quelle: Danilo Hafer

Im September vergangenen Jahres hatte es den ersten Spatenstich für das Gebäude gegeben. Dafür hat die Stadt einen Generalauftragnehmer eingesetzt. Die Firma von Karsten Jantzen aus dem mecklenburgischen Sievershagen hat viele Erfahrungen mit den Bau von Kindertagesstätten. Sie errichtet die Bauten in Fertigbauweise, bereitet also viel im Norden vor. Aber auch da musste die Firma mit den aktuellen Schwierigkeiten im sehr gut ausgelasteten Baugewerbe kämpfen: Es gab Zulieferschwierigkeiten und noch sind nicht alle Gewerke vergeben. „Wir haben zwei bis drei Monate Verzug“, konstatierte der Bürgermeister, zeigte sich aber optimistisch, die neue Kita im Sommer in Betrieb nehmen zu können.

Dann wäre der zweigeschossige Flachbau die 22. Kita in Falkensee. Sie soll Platz für die Betreuung von 115 Kinder bieten. Das Haus wird nach dem Inklusionsgedanken geführt. Es wäre nach der Kita „Sonnenstrahl“ in Falkenhöh und der LSB-Kita „Nesthüpfer“ die drittgrößte Kita der Stadt.

Holz wird in dem Gebäude verbaut. Quelle: Danilo Hafer

2016 waren schon mal 260 000 Euro aus einem Landesprogramm für das Projekt geflossen. „Wir hatten deutlich mehr erwartet“, gestand am Freitag Falkensees Bürgermeister, aber sehr viele Kommunen hatten damals Bedarf angemeldet. Fast 2,8 Millionen Euro haben die Falkenseer nun für den Neubau vorgesehen. Die Wohngebiets-Kita in Finkenkrug wird als Inklusionshaus geplant. Sie soll barrierefrei werden, aber auch auf Seh- und Gehörbehinderungen eingehen.

Falkenseer Kita-Vielfalt

In Falkensee gibt es derzeit 21 Kindertagesstätten. Das Spektrum reicht von der ASB-Kita „Tollhaus am Wald“ bis zum Waldorf-Kindergarten.

Zehn Kitas sind in freier Trägerschaft, wie Kita Arche, Sport-Kita „Nesthüpfer“ oder Waldkindergarten „Die Waldzwerge“. Die anderen befinden sich in kommunaler Trägerschaft.

Ursprünglich sollte die neue Kindertagesstätte die alte Kita „Villa Kleeblatt“ in der Böcklinstraße von Finkenkrug ersetzen. Dort ist seit 1953 ein Kindergarten untergebracht. Die Stadt hat die Villa angemietet, der Pachtvertrag sollte Ende Mai 2018 auslaufen. Nun sieht es so aus, als ob das Haus acht Jahre weiter betrieben werden kann. 50 Kinder können hier betreut werden. „Die Kita Kleeblatt bleibt erhalten, wir brauchen die Plätze“, sagte Bürgermeister Heiko Müller. Deshalb wird es keinen Umzug der Einrichtung an den neuen Standort geben, das wird dort eine komplett neue Kita mit neuem Personal. Und die benötigt auch entsprechende Fachleute, etwa 20 werden nötig sein, sagte Falkensees Beigeordnete Luise Herbst. „Es wird nicht einfach, geeignetes Personal zu finden“, meinte sie. Die Stelle der Leiterin hat die Stadt öffentlich ausgeschrieben.

Seit Jahren hatte die Kommune das Grundstück am Rohrbecker Weg reserviert. Im Bebauungsplan war es für einen Kitabau ausgewiesen. Das Areal misst fast 2300 Quadratmeter. Auf einem kleineren Grundstück gegenüber werden Parkplätze entstehen.

Einen Namen hat die Kita am Rohrbecker Weg noch nicht. Vielleicht wird es der "Rohrspatz".

Von Marlies Schnaibel

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