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Riesenhalle auf Viskosefläche wird abgerissen

Industriepark Premnitz Riesenhalle auf Viskosefläche wird abgerissen

Die Revitalisierung der alten Viskose-Brache im Industriepark Premnitz erreicht nun ihren Höhepunkt. In der nächsten Woche beginnt der Abriss der riesigen Produktionshalle, allgemein auch bekannt als Gebäude 405. Alle anderen Bauwerke auf der Viskose-Fläche sind bereits verschwunden, entsorgt wurden bislang 53 000 Tonnen Schutt.

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Das Umfeld ist freigeräumt, in der nächsten Woche beginnt auf der Viskosefläche der Abriss der großen Produktionshalle.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Nach den beiden Paukenschlägen im Oktober, als die zwei großen Schornsteine gesprengt worden sind, nähert sich die Revitalisierung der Viskose-Brache im Industriepark Premnitz nun ihrem Höhepunkt. Alle anderen Arbeiten im Umfeld sind so weit voran geschritten, dass in der nächsten Woche der Abriss der riesigen alten Produktionshalle beginnen kann. Zu Beginn der Industrialisierung von Premnitz vor rund 100 Jahren wurde sie für die Schießpulverproduktion errichtet und später ist dort jahrzehntelang Kunstseide hergestellt worden.

Der Abriss beginnt an beiden Giebelseiten gleichzeitig

Begründet durch die Statik des Gebäudes, sieht das Rückbaukonzept für die Halle einen gleichzeitigen Beginn an beiden Giebelseiten vor, sonst könnte der Abbruch unkontrollierbar werden. Das erklären Fritz Meier und Bernd Bollensdorf von der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft (ipg) in Premnitz, die im Auftrag der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) i.L. für die Revitalisierung zuständig ist. Aus der großen Produktionshalle, bekannt auch als Gebäude 405, sind im Zuge der normalen Beräumung bereits 880 Tonnen Abfälle herausgeräumt worden, von denen 700 Tonnen mit Schadstoffen belastet waren. Das waren unter anderem Asbest, künstliche Mineralfasern, Säuren, Laugen, Öle und noch vorhandene Chemikalien für die Produktion.

Mit besonderer Spannung sehen die Verantwortlichen nun dem Abriss der Halle entgegen, weil aus Sicherheitsgründen das Kellergeschoss darunter bislang nicht geöffnet und untersucht worden ist. Bekannt ist lediglich, dass die gesamte große Halle unterkellert ist und dass einige Bereiche davon extra zugemauert worden sind. Die Gründe für das Zumauern in der Vergangenheit sind nicht bekannt. Nun gibt es folgenden Plan: Die Schlosserwerkstatt (Gebäude 404) am nördlichen Giebel soll zuerst abgerissen werden. So würde eine Außenwand der Halle frei werden. Diese soll dann „geöffnet“ werden, damit die Experten einen ersten Blick in den Keller werfen können. Alle Beteiligten hoffen, dass es keine unliebsamen Überraschungen durch Schadstoffe gibt.

53 000 Tonnen sind entsorgt

Im September 2015 ist im Beisein von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) der feierliche Auftakt für die Revitalisierung der Viskose-Brache vollzogen worden.

Entsorgt wurden bislang 21 000 Tonnen Beton und 32 000 Tonnen Ziegel. Davon waren 5 000 Tonnen als gefährliche Abfälle einzustufen.

Insgesamt werden 150 000 Tonnen Bauschutt erwartet.

Die Revitalisierung wird rund zehn Millionen Euro kosten. Die Stadt Premnitz muss einen Eigenanteil von einer Million Euro übernehmen.

Umverlegt wird gegenwärtig eine 60 Zentimeter starke Havelwasserleitung, die rund 250 Meter über das Viskose-Gelände führte.

Ertüchtigt wird ein Anschlussgleis der Werksbahn auf der Fläche, damit es der neue Investor nutzen kann.

In Vorbereitung des nun bald beginnenden Hallenrückbaus ist über mehrere Wochen hinweg im Inneren vom Fußboden die obere Lage von Fliesen und Säuresteinen heraus gestemmt worden, weil diese auf alle Fälle enorm mit Schadstoffen belastet sind. Dazu musste ein Bagger mit spezieller Lüftung eingesetzt werden. Der Abriss der Halle wird zuerst im Mittelschiff vollzogen. Er beginnt an beiden Giebelseiten und soll dann segmentweise, so wie die Betonstützen in der Halle stehen, fortgesetzt werden.

Alle anderen Viskose-Gebäude sind bereits abgerissen worden

Alle anderen Gebäude auf der Viskose-Fläche sind bereits verschwunden. Von der Konerei (Gebäude 424) und der Prezenta-Nachbehandlung (Gebäude 429) sind gerade die letzten Fundamente aus dem Boden entfernt. Im Prezenta-Bereich hat eine Rasterbeprobung auf Schadstoffe stattgefunden, deren Ergebnisse jetzt erwartet werden. Alle noch vorhandenen Baugruben werden nur bis zu einer Tiefe von 80 Zentimetern mit Sand aufgefüllt. Das geschieht auf Wunsch des Investors, der die revitalisierte Fläche übernehmen wird, weil dieser an ähnlichen Stellen wieder neue Baugruben ausheben lassen muss.

Die gewaltigen Fundamente der großen Halle reichen bis zu fünf Meter tief in den Boden, also bis ins Grundwasser hinein. Alle oberirdischen Teile des mächtigen Gebäudes werden laut Plan bis zum Herbst von der Bildfläche verschwunden sein – wenn es keine Verzögerungen durch unerwartete Entdeckungen im Kellergeschoss gibt. Die Revitalisierungsmaßnahme insgesamt würde dann in der Mitte des Jahres 2017 abgeschlossen sein.

Von Bernd Geske

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