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Fotospaß mit Riesenkamera

Museumstag im Kulturzentrum Fotospaß mit Riesenkamera

Eine Attraktion hatte das Optik-Industrie-Museum am Aktionstag „Feuer und Flamme“ für Kinder zu bieten. Sie konnten Fotos mit einer Riesenkamera machen, die Grundschulkinder aus Rathenow und Rhinow zuvor in einem sechsmonatigen Projekt gebaut hatten. Es entstanden Schwarzweiß-Papierbilder von 30 mal 40 Zentimetern.

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Erik Hintze aus der Grundschule Rhinow fotografierte mit der Riesenkamera seine Eltern Ramona und Tobias Hintze.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Für rund ein Dutzend Kinder aus Rathenow und Rhinow war ein sechsmonatiges Projekt mit dem Berliner Künstler und Ausstellungsgestalter Donald Becker und dem Optik-Industrie-Museum Rathenow seit März ein besonderes Fotografie-Erlebnis. „Wir wollten die Kinder erleben lassen, wie das Bild mit dem Papier-Positiv-Negativ-Verfahren nach dem Vorbild der Fotografie-Pioniere in den Kasten kommt“, so Donald Becker. Während Kinder und Jugendliche heute mit dem Handy jederzeit Schnappschüsse machen, gingen sie so wöchentlich mit einer Riesenkamera auf Motivsuche. „Schon allein das Bauen der Kamera war spannend“, erzählt Xenia Schulz aus Hohennauen, eines von zwei Mädchen im Projekt. Zwei Monate allein brauchten sie, um die Kamera nach einem großen Vorbild aus der Anfangszeit der Fotografie mit Objektiv und Auslöser als einzigem technischen Bauteil selbst zusammenzubauen. Dann hieß es in den Straßen Rathenows: „Keine Bewegung! Wir belichten!“ Und dies war wörtlich gemeint.

Im Freien dauerte die Belichtungszeit rund zwei Sekunden

„Wir arbeiten mit lichtempfindlichem Fotopapier in einer Größe von 40 mal 30 Zentimetern, das im hinteren Teil in einer Vorrichtung befestigt wird“, so Projektleiter Donald Becker. „Im Freien dauerte die Belichtungszeit zirka zwei Sekunden. In Gebäuden haben wir für ein Foto bis zu acht Sekunden benötigt.“ Die Vorbereitung war aufwendig. Das Fotomotiv musste genau eingerichtet werden. Durch Zusammen- oder Aufschieben des Kamerakörpers konnte die Schärfe eingestellt werden. Zum Aktionstag „Feuer und Flamme für unsere Museen“ am Samstag eröffnete Kulturzentrum-Geschäftsführerin Bettina Götze mit den Projektteilnehmern eine Ausstellung im Treppenaufgang zum Optik-Industrie-Museum. Die elf großformatigen Fotos zeigen ihre Motive als Positive und Negative. Am Aktionstag haben die Projektteilnehmer noch einmal mit der Kamera gearbeitet. Der elfjährige Erik, Grundschüler in Rhinow, fotografierte seine Eltern Ramona und Tobias Hintze. Danach wurde das belichtete Fotopapier in der Dunkelkammer entwickelt. Alle Teilnehmer bekamen ihr „William Henry Fox Talbot-Zertifikat“ überreicht. Dieser Engländer entwickelte das als Kalotypie bezeichnete Verfahren zur Fotografie in den 1830-er Jahren.

Ausklang bei Blasmusik und Stockbrot an der Feuerschale

Am Aktionstag konnten die Besucher das Optik-Industrie-Museum kostenlos entdecken. Kinder gingen auf Schnitzeljagd durch die Ausstellung. Ob Nietbrille, Faden- oder Scherenbrille – die kleinen Besucher bastelten im Clubraum ihr Lieblingsmodell aus Papier, Pappe und Fäden. Der Aktionstag klang bei Stockbrot an den Feuerschalen vor dem Kulturzentrum mit einem 90-minütigen Konzert der Rathenower Blasmusikanten der Freiwilligen Feuerwehr aus. Neben dem Kulturzentrum beteiligten sich in diesem Jahr wieder das Naturparkzentrum Milow, der Kolonistenhof Großderschau und das Lilienthal-Centrum Stölln im Westhavelland am Aktionstag der Museen in den sieben westbrandenburgischen Landkreisen und Brandenburg/Havel.

Von Uwe Hoffmann

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