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Rohrkolben folgt auf Rathenows Pappeln

Kunst Rohrkolben folgt auf Rathenows Pappeln

Die am Sonntag beim Mieterfest der PWG in Premnitz enthüllte Skulptur „Typha“ (Rohrkolben) darf nicht als Einzelkunstwerk betrachtet werden. Sie ist eine Fortsetzung der Installation „Poplar Opticus“, die vor einem Jahr auf dem Rathenower Dunckerplatz eingeweiht wurde, und wird vielleicht noch durch die „Tulipa Lilienthal“ (Tulpe Lilienthal in Stölln) ergänzt.

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Die Künstlerin Eleonore Straub und PWG-Geschäftsführer Dietmar Kästner vor dem Kunstwerk Rohrkolben.

Quelle: Uwe Hoffmann

Premnitz. Die Skulptur „Typha Premnitz“, die am Sonntag beim Mieterfest der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) eingeweiht worden ist, darf nicht als Einzelstück betrachtet werden. Das Werk der Künstlerin Eleonore Straub aus Berlin ist vielmehr der zweite Teil einer Dreier-Gruppe von Kunstwerken, mit denen sie auf nie zuvor gekannte Weise industrielle oder Technik-Geschichte mit Natur und Umweltthemen verknüpft.

Vor einem Jahr war auf dem Dunckerplatz in Rathenow ihre Installation „Poplar Opticus“ eingeweiht worden. Sofern sich die Dinge wie von ihr gewünscht entwickeln, kann in naher Zukunft auch noch in Stölln ihr Werk „Tulipa Lilienthal“ aufgestellt werden. Alle drei Werke gruppieren sich dann zu einem multimedialen monumentalen Flächenkunstwerk, wie Eleonore Straub es nennt, dem sie den Namen „Blumen im Havelland“ gab.

Vor einem Jahr eingeweiht

Der lateinische Name Typha bezeichnet die bekannte Pflanze Rohrkolben. Im Sprachgebrauch hierzulande wird sie wohl eher als „Schmackedutsche“ bezeichnet. Die Premnitzer Rohrkolben-Skulptur an der Uferpromenade ist nun eine Gruppe von drei überdimensional großen, aus Edelstahl hergestellten Pflanzen dieser Art. Jede ist rund 8,50 Meter hoch und wiegt etwa 300 Kilogramm. Mit ihren Rohrkolben bezieht sich Eleonore Straub auf die Chemiefaserproduktion in Premnitz, von der heute nur noch die Polyester-Produktion übrig ist.

Der zylindrische Blütenstand der Skulptur mit der „Antenne“ erinnert nach Erklärungen der Künstlerin an die „endlosen Rohranlagen“, die Premnitz einst prägten. Der Rohrkolben sei ein Indikator für Wasserstandorte und wirke als natürlicher Faktor beim Reinigen von Gewässern.

Flächenkunstwerk „Blumen im Havelland“

Das monumentale Flächenkunstwerk „Blumen im Havelland“ der Berliner Künstlerin Eleonore Straub soll aus drei einzelnen Kunstwerken bestehen, die in Rathenow, Premnitz und Stölln errichtet werden.

Vor einem Jahr aufgestellt wurde auf dem Dunckerplatz in Rathenow „Popular Opticus“, die optische Pappel.

Am Sonntag eingeweiht wurde an der Uferpromenade in Premnitz „Typha“, der Premnitzer Rohrkolben.

Geplant, aber noch nicht komplett finanziert, ist das dritte Werk namens „Tulipa Lilienthal“, die Tulpe Lilienthal, die in Stölln aufgestellt werden soll.

Wie Eleonore Straub berichtet, hat sie die Edelstahlteile ihrer Rohrkolben in den Berliner Bildhauerhallen mit einem Plasma-Gerät geschnitten. Dann habe sie diese an entsprechende Fachfirmen zum Biegen und Lasern übergeben. Nicht alle Arbeitsgänge habe sie eigenhändig ausführen können, räumt sie ein, aber die gesamte Herstellung sei unter ihrer Anleitung vorgenommen worden.

Eine Reihe von Parallelen gibt es nun zu ihrem Werk „Poplar Opticus“, auf Deutsch etwa optische Pappel, das seit einem Jahr den Bahnhofsvorplatz von Rathenow ziert. Die Sechser-Gruppe von Pappeln nachempfundenen Skulpturen-Bäumen hat als prägende Elemente linsenförmige Ovalflächen erhalten, die aus tausenden gläsernen Original-Optiklinsen bestehen, die in ein durchscheinendes Spezialharz eingebettet wurden. Das soll erinnern an die optischen Traditionen der Stadt, nun ausgedrückt durch linsenförmige Pappeln, deren „Blätter“ wiederum aus echten Optik-Linsen bestehen.

Im Idealfall kommt drittes Kunstwerk hinzu

Im Idealfall werden die beschriebenen beiden Skulpturen-Gruppen mit ausdrücklichem Technik-Natur-Bezug künftig noch durch das dritte Werk in Stölln vollendet, das „Tulipa Lilienthal“ (Tulpe Lilienthal) heißen soll. Die Tulpe ist eine Pflanze aus der Familie der Liliengewächse und hat nach Worten der Künstlerin die gleiche etymologische Wurzel wie der Flugpionier Otto Lilienthal. Die Tulpe, die im 16. Jahrhundert als Wildform aus Kleinasien hier eingewandert sei, erklärt Eleonore Straub, stehe als Erfolgsmodell für die Eroberung der Welt durch eine Pflanzenart. Das stimme überein mit Otto Lilienthal, der ein Eroberer der Lüfte gewesen sei.

Eleonore Straub hat für Premnitz übrigens schon eine weitere Großskulptur im Sinn, die sie gern auf dem Platz vor dem neuen Gesundheits- und Familienzentrum aufstellen würde. Es gehe wieder um eine Pflanze, in der diesmal aber eine Verbindung von Astronomie, Medizin und Gesundheit zum Ausdruck kommen würde. Fehlt nur noch jemand, der den Ankauf übernimmt.

Von Bernd Geske

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