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Roman Lange: Mehr Zeit für die Familie

Ketzin/Havel Roman Lange: Mehr Zeit für die Familie

Der bisherige Ketziner CDU-Chef Roman Lange ist ganz plötzlich von allen ehrenamtlichen Ämtern zurückgetreten. Zu den Gründen befragten ihn die MAZ.

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Roman Lange

Quelle: Foto: Privat

Ketzin/Havel. Aus heiterem Himmel kam vor Tagen die Nachricht vom Ausscheiden des bisherigen CDU-Fraktionschefs Roman Lange als Stadtverordneter, Kreistagsabgeordneter und Mitglied des Falkenrehder Ortsbeirates.

Sie waren in Ketzin schon als Bürgermeister-Kandidat im Gespräch und jetzt treten Sie Hals über Kopf zurück. Warum?

Roman Lange: In den letzten Monaten habe ich über viele Dinge nachgedacht. CDU-Chef in Ketzin zu sein bedeutet, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag der Öffentlichkeit und der Partei zur Verfügung zu stehen. Dieser Aufgabe kann ich im Moment nicht nachkommen. Ein weiter so, mit vielleicht nur halber Kraft, kam für mich nicht in Frage. Da hilft dann nur ein kompletter Schnitt mit allen Konsequenzen.

Wie hat Ihre Partei auf den Rücktritt reagiert?

Lange: Mit sehr viel Verständnis. Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit und Kraft dafür verwendet, dass die Werte der CDU durch spürbare Politik in Ketzin und im Havelland wahrgenommen werden konnten. Jetzt brauche ich wieder mehr Zeit für meine Familie und für mich. Positiv überrascht hat mich aber, dass sich so viele Menschen, teilweise sogar mir Unbekannte, meldeten und sich für meinen Einsatz bedankten und mir alles Gute für die Zukunft wünschten. Das hat mich wirklich sehr gefreut.

Wie geht es jetzt mit der CDU in Ketzin weiter?

Lange: Die CDU ist nicht von einer Person abhängig. Meine Aufgaben werden jetzt auf mehrere Personen verteilt. Der Stadtverband hat sich über meine Nachfolge bereits Gedanken gemacht. Im August soll ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Marcus Welzel, sachkundiger Bürger im Ketziner Wirtschaftsausschuss, wird sich als Vorsitzender zur Wahl stellen. An seiner Seite soll es mit Caren Brandt und Konrad Zimmer künftig zwei Stellvertreter geben. In der Fraktion ist Christel Zimmer als Nachrückerin gefolgt. Sie ist eine starke Frau, die diese Aufgabe locker bewältigen wird.

Sie haben aber auch über Ketzin/Havel hinaus als Kreistagsabgeordneter mitgestaltet. Wie geht es nun im Landkreis Havelland weiter?

Lange: Ich war jetzt mehrere Jahre im Kreisvorstand meiner Partei und dort als Mitgliederbeauftragter zuständig für die Mitgliederbetreuung und Mitgliederwerbung. Diese Aufgabe wird mir schon fehlen. Hier hoffe ich auf einen Nachfolger, der sich der Sache auch so annimmt wie ich.

Was waren ihre größten politischen Kämpfe?

Lange: Der politische Diskurs ist nicht immer freundlich. Und leider geht es auch nicht immer um die beste Idee, sondern meist um Mehrheiten. Aber wenn man das erstmal verstanden hat, kann sich einiges bewegen, auch in einer kleinen Stadt wie Ketzin/Havel. Am stärksten war der Widerstand bei der Kita-Beitragssatzung. Hier habe ich für eine zeitgemäße Satzung gekämpft. Was mir auch in Teilen gelungen ist. Insbesondere Familien mit mehreren Kindern profitieren von den Änderungen. Aber ich sage auch ganz klar, Ketzin/Havel ist weit weg von einer familienfreundlichen Stadt. Auch beim Thema Schiffbarkeit am Brückenkopf habe ich mich stets für die Rechte der Anlieger stark gemacht, und das ab der ersten Minute. Den Schlingerkurs von anderen habe ich hier nie verstanden.

Lag Ihnen die Familienpolitik besonders am Herzen?

Lange: Eigentlich nein. Ich bin studierter Betriebswirt und hatte meinen persönlichen Schwerpunkt eher in der Wirtschaftspolitik gesehen. Aber als die Stadt aus Kostengründen die Kitaschließzeiten verkürzen wollte, habe ich mich mit dem Thema Kita auseinandergesetzt. Und musste feststellen, dass junge Familien in Ketzin keine politischen Unterstützter hatten. Unterm Strich bin ich mit dem Erreichten zu frieden. Die Kita-Schließzeiten wurden nicht gekürzt, die Kita-Beitragssatzung wurde sozialverträglicher und die Stadt wird auf mein Bestreben in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand nehmen, um die teils maroden Spielplätze wieder auf Vordermann zu bringen.

Würden Sie heute auch etwas anders machen oder anders entscheiden?

Lange: Beim Ausbau der Ketziner Windparks bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich hier nicht hätte länger gegen ankämpfen müssen. Ich habe mich dann dafür entschieden, wenn die Dinger schon nicht zu verhindern sind, dann soll es wenigsten einen ordentlichen finanziellen Ausgleich geben.

Werden Sie irgendwann in die Kommunalpolitik zurückkommen?

Lange: Politik ist mein Leben. Zurzeit arbeite ich im Deutschen Bundestag. Ob es mich noch mal in die ehrenamtliche havelländische oder Ketziner Politik zurückführt, kann ich heute nicht sagen. Ich möchte es nicht ausschließen, aber zurzeit denke ich eher nicht.

Von Jens Wegener

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