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Romeo und Julia im Havelland

Ribbeck Romeo und Julia im Havelland

Die Schlossfestspiele Ribbeck bringen in ihrer vierten Spielzeit die berühmteste Liebesgeschichte der Welt auf die Bühne. „Romeo und Julia“ überzeugen in heiteren wie tragischen Momenten vor der Kulisse des Ribbecker Schlosses, das einen besonderen Balkon für die Aufführung zu bieten hat.

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Mercutio, Romeo und Benvolio sorgen für Spaß und Spannung auf der Bühne.

Quelle: Marlies Schnaibel

Ribbeck. Den größten Balkon, den Julia je hatte, gibt es in Ribbeck. Das neobarocke Schloss liefert die Kulisse für den Shakespeare-Klassiker „Romeo und Julia“. Freitagabend hatte das Stück als neue Produktion der Schlossfestspiele Ribbeck Premiere, am Donnerstagabend gab es die Generalprobe. Wie schon in den Jahren zuvor waren dazu die Ribbecker Bürger bei freiem Eintritt eingeladen. 40 Frauen und Männer jeden Alters waren gekommen und ließen sich auch von der Länge des Stücks nicht abschrecken: Mit Pause mehr als drei Stunden.

Dass diese drei Stunden den Zuschauern nicht zu lang wurden, lag an der Inszenierung, die Regisseur und Schauspieler Claus Stahnke mit seinem Ensemble für diesen Ort geschaffen hat. Sicher ließe sich im ersten Drittel noch einiges ein wenig straffen, aber insgesamt bot das Stück beste Sommertheaterunterhaltung. Dazu gehörten eine Portion Humor, Dramatik, Musik und jede Menge Gefühl.

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Die Schlossfestspiele zeigen den Shakespeare-Klassiker in der Regie von Claus Stahnke – und wir zeigen Bilder von der Inszenierung.

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Stahnke selbst schlüpfte in die Rolle von Julias Vater und formte einen starken, herrischen Grafen Capulet, der erst am Todesbett seines Kindes zerbrach. Souverän und stark gab Claus Stahnke die Figur. Es war eine Freude, ihm zu zusehen und zu zuhören. Und trotzdem blieb er nur eine Randfigur. Denn im Zentrum alles Geschehens standen die jungen Liebenden und die jungen Männer der Stadt Verona.

Die Schauspieler zeigten Begeisterung und Spielwitz auf der Bühne. Allen voran in den Szenen, in denen sie sich Wort- und Degengefechte lieferten. Maximilian Wrede war als Romeo etwas zerrissen zwischen verträumtem und stürmischem Gefühl. Seine Freunde Mercutio (Marius Mik) und Benvolio (Robin Schneider) agierten mit Spielfreude und füllten ihre dankbaren Rollen bestens aus. Frisch, frei, fröhlich, fesch, frivol – das brachte Schwung in das Stück. Vor allem in der ersten Hälfte der Geschichte gönnte Shakespeare dem Zuschauer auch fröhliche und freche Szenen. Mit Wortwitz begeistern die Schauspieler die Besucher. In bester Sommertheatermanier begaben sie sich immer wieder ins Publikum und bezogen es mit ein.

Martin Lommatzsch als Tybalt ergänzte den Reigen der jungen Männer. Die Herren machten allesamt eine gute Figur, auch in den zahlreichen Fechtszenen, für die sie im Vorfeld beim bekannten Fechtlehrer Gerhard Borho geprobt hatten. Auch die Amme (Cornelia Jahr) durfte in ihrer Rolle ein bisschen komisches Temperament ausleben, ehe es an dem Theaterabend richtig traurig wurde.

Aber bevor die jungen Männer und am Ende das Liebespaar starben, durfte und musste viel Gefühl gezeigt werden. Sehr schön die erste Annäherung von Julia und Romeo auf dem Ball, Josefine Heidt und Maximilian Wrede spielten das anrührend. Die berühmte Balkonszene bot der Julia in Ribbeck sehr viel Raum, den mächtigen Schlossanbau füllte sie mit ihrem Spiel, schwankend zwischen Keuschheit und Sehnsucht. Sehr schön die Liebesnacht der beiden, mit sparsamen Requisiten war das umgesetzt: das junge, verliebte, spielerische Paar und der berühmteste Satz des Dramas: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche.“

Nun, die Ribbecker Nachtigall war an diesem Abend eine Amsel. Die tirilierte mit Hingabe. Und es passte gut. Bei Freiluftveranstaltungen sind Umgebungsgeräusche nicht immer planbar. Das musste auch das Ensemble von Romeo und Julia erleben, als bei der Generalprobe in der hochdramatischen Schlussszene wenige Meter neben dem Sterbebett ein Transporter vom Hof rumpelte.

Die Ribbecker nahmen’s mit Humor. Sie haben den Theaterabend genossen und ein prima Probe-Publikum abgegeben. Jürgen Moritz freute sich, dass die Dorfbewohner auf diese Art mit einbezogen werden. „Ich komme eigentlich jedes Jahr, das Stück gefällt mir sehr gut“, sagte er. Und er wird es sich noch zwei Mal mit Besuch anschauen. „Das wird nicht langweilig“, schwärmte er nach der Vorführung.

Das war auch das Anliegen der Theaterleute, die das Stück nach der Premiere am Freitag am Sonnabend und Sonntag und am kommenden Wochenende in Ribbeck aufführen werden. „Romeo und Julia“ sind nicht nur in Ribbeck zu sehen, schon jetzt sind für Juli und August mehrere Gastspiele in Brandenburg und auf Rügen vereinbart.

In ihrer vierten Spielzeit haben die Schlossfestspiele einen Treffer gelandet: Romeo und Julia im Havelland. Das ist zeitlos schön.

„Romeo und Julia“ sind nach der Premiere noch am 8., 9., 14., 15. und 16. Juli zu sehen, freitags und samstags ab 19 Uhr, sonntags ab 15 Uhr. Bustransfer vom Bahnhof Nauen um 18 bzw. 14 Uhr.

Von Marlies Schnaibel

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