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Havelland Roy Wallenta in Ruhestand verabschiedet
Lokales Havelland Roy Wallenta in Ruhestand verabschiedet
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18:36 31.08.2016
Der Unternehmer Eberhard Brack (links) schenkte Roy Wallenta ein Schiffsmodell aus seiner Heimatstadt Ulm. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Mit einer Festveranstaltung im Saal des Gasthofs Retorte ist Roy Wallenta (64, parteilos) nach 16 Jahren als Premnitzer Bürgermeister am Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet worden. Bei seinen letzten Worten war er sich nicht zu schade, ein Gerücht erstmals offiziell zu bestätigen: Als im Jahr 2000 für den damals scheidenden Bürgermeister Joachim Aurich ein Nachfolger gesucht wurde, sei er in der Tat „mehr geschoben“ worden als dass er es selber wollte. Drei Premnitzer Unternehmer hätten ihn bei einer Geburtstagsfeier unter Einfluss von Alkohol zur Kandidatur überredet, teilte er mit. Geschäftsführer der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft war er damals.

Anfangs habe er als frisch gewählter Bürgermeister vielleicht etwas verzagt begonnen, räumte er ein. Dass er heute aber sein Metier bis ins Detail beherrscht, zeigte er dann aber gleich. „Kommunalpolitik ist eine tolle Geschichte!“, rief Roy Wallenta aus, machte eine Kunstpause und ergänzte: „Wenn man Verhältnisse wie in Premnitz hat.“ Er gehe mit großer Zufriedenheit und danke allen, mit denen er zusammenarbeiten durfte, auf die er sich verlassen konnte, die ihn beraten haben und die ihn vor Dummheiten bewahrten. Er sei stolz, endete Roy Wallenta, dass er die letzten 16 Jahre mitgestalten konnte – und bekam eine halbe Minute lang stehende Ovationen.

Burkhard Schröder: „Ich wusste stets, woran ich bei ihm war.“

Burkhard Schröder (SPD), seit April Landrat im Ruhestand, hatte es übernommen, die Laudatio zu halten. Er beschrieb Roy Wallenta als einen Mann der sachlichen Argumente, der überzeugend und geradlinig auftrete. Dessen Art, Probleme anzugehen, habe auf ihn schon früh einen guten Eindruck gemacht. Roy Wallenta habe sein Amt nicht allein nur ausgeübt, befand der Landrat d.D., er habe es immer auch mit einer eigenen klaren Meinung ausgeübt. „Ich wusste stets, woran ich war“, blickte Schröder zurück. Das sei sehr wichtig, gerade dann, wenn ihre Meinungen nicht die gleichen gewesen seien. Völlig zu Recht sei Premnitz im Jahr 2006 als „Wirtschaftfreundlichste Kommune“ des Landes ausgezeichnet worden, betonte er. Die Wirtschaft und der Industriestandort seien in allen Jahren ein zentrales Handlungsfeld gewesen. Roy Wallenta habe nach zwei Wahlperioden in Premnitz seine Spuren hinterlassen, sagte Burkhard Schröder. Er erinnerte an den Stadtumbau und die Buga-Investitionen und nannte den Neubau des Gesundheitszentrums einen vorläufigen Höhepunkt. Premnitz sei als Stadt gestärkt worden, befand er, und habe trotz aller Tendenzen die Chance, langzeitlich die Eigenständigkeit zu behalten.

Die Brandenburger Oberbürgermeisterin Dietland Tiemann (CDU) lobte Roy Wallenta als einen vorbildlichen Kollegen. Genau kennengelernt habe sie ihn während der Bewerbung, Vorbereitung und Durchführung der Bundesgartenschau durch die fünf Havelland-Kommunen. Sie beschrieb ihn als sehr bodenständig, wies darauf hin, dass er das Ehrenamt des Buga-Verbandsvorstehers mit übernommen hatte und ließ erkennen, dass nicht selten Roy Wallenta es war, der Details noch einmal genau erklärt haben wollte.

Stephan Vehreschild: „Er ist eidenschaftlich, verlässlich, ausdauernd“

Stephan Vehreschild, Bürgermeister der Premnitzer Partnerstadt Niederkassel, lobte Roy Wallenta als „leidenschaftlich, verlässlich und ausdauernd“. Er schenkte ihm ein kleines Schreibgeräteset – übergab aber dem neuen Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) ein deutlich größeres Präsent: Ein Paket Bücher über Niederkassel, damit er sich einlesen könne.

Tebling selbst, der am Donnerstag sein Amt im Premnitzer Rathaus antritt, fasste sich auf dem Festakt eher kurz. Die letzten Jahre tätig als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, dankte er Roy Wallenta für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Nur wenige könnten auf eine so erfolgreiche Amtszeit zurückblicken, betonte er. Als im Jahr 2003 die 80 Tage dauernde Besetzung des Viskosewerkes mit einem Misserfolg endete, blickte er zurück, da habe es ausgesehen, als würden in Premnitz alle Lichter ausgehen. Das sei unter anderem auch für Roy Wallenta in den nächsten Jahren eine schwere Hypothek gewesen. Die Stadt Premnitz sei heute lebenswert und liebenswert, hob Ralf Tebling hervor. Er übernehme ein gut bestelltes Haus. Roy Wallenta habe ihm zugesagt, ihn bei seiner Arbeit im Rathaus nicht zu behelligen. Wie er diesen kenne, werde er sich daran halten. „2021 werden wir uns aber im Rathaus sehen“, bewies der neue Bürgermeister dann aber überraschende Kenntnisse: „Dann läuft Ihr Personalausweis aus, dann sehen wir uns. Ich freue mich.“

Von Bernd Geske

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