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Havelland Rübenernte hat begonnen
Lokales Havelland Rübenernte hat begonnen
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00:34 01.11.2015
Der Rübenroder fährt zügig durch die Reihen. Oben im Korb haben 22 Tonnen Platz. Quelle: Fotos: Jens Wegener
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Nauen

Der rote Rübenroder ist auf einem Schlag der Agro-Farm in Neukammer derzeit im 12-Stunden-Einsatz. Von morgens um 7 bis abends um 19 Uhr steuert Thomas Christlieb die riesige Maschine, die pro Tag etwa 2000 Tonnen der Rüben erntet. Alle fünf Minuten bekommt er einseitigen Geleitschutz von einem Traktor mit Hänger. „Wenn der Sammelkorb, der etwa 22 Tonnen fasst, voll ist, werden die Rüben über ein kleines Förderband auf den Hänger entladen“, erklärt der Fahrer der Osters & Voß GmbH.

Die Prignitzer Firma erledigt jedes Jahr die Rübenernte als Lohnarbeit für die Agro-Farm. „Das kostet uns 7,10 Euro pro verarbeitete Tonne“, erklärt der Agro-Farm-Geschäftsführer Dirk Peters. Verarbeitete Tonne bedeutet aber nicht nur, die Rüben aus dem Boden zu holen, sondern auch, dass sie gewaschen, entsteint und zu Rübenmus zerkleinert werden. Dazu kommen in der nächsten Wochen weitere Spezialmaschinen nach Neukammer. Das Mus wird dann als „Futter“ in eine Biogasanlage der Agro-Farm eingefüllt.

So wie in Neukammer hat dieser Tage überall im Havelland die Rübenernte begonnen. Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe verkaufen die „Königin der Marktfrüchte“, wie die Rübe genannt wird, weiter an Unternehmen, daraus Zucker herstellen. Wenige, wie die Agro-Farm Neukammer, brauchen alle geernteten Rüben selbst, um damit eine eigene Biogasanlage zu befüllen. Die zweite Anlage der Agro-Farm wird mit Maissilage bestückt.

„100 Tonnen Rüben pro Hektar haben wir im Vorjahr von unseren Schlägen geerntet, in diesem Jahr rechnen wir wegen der langen Trockenheit mit etwa 80 Tonnen“, sagt Dirk Peters. Weil aber die Rüben so wichtig sind für das landwirtschaftliche Unternehmen wird mit dem Ketziner Diplomlandwirt Jochen Krüger, der für die Firma KWS Saat AG arbeitet, ein externer Experte hinzugezogen. „Ich begleite die Rübenernte von der Aussaat bis zur Verarbeitung“, so Krüger. Er ist vor Ort, um zu kontrollieren, ob der Rübenroder richtig fährt und möglichst wenige Früchte auf dem Acker liegen bleiben. Die etwa 500 000 Euro teure High-Tech-Maschine kann sich kaum ein Betrieb leisten, deshalb wird sie samt Bedienpersonal sehr oft ausgeliehen. Thomas Christlieb sitzt seit vier Jahren in der Fahrerkabine, weiß was für ein Fahrzeug er steuert. „Der Roder fährt meistens im Hundegang. Das bedeutet, alle vier Räder rollen versetzt. Das Gerät kann neun Reihen erfassen, wobei die Rüben 20 Zentimeter hintereinander stehen sollten. Zwischen den Reihen sollten es 45 Zentimeter sein.“ Diese präzise Vorarbeit bei der Aussaat erledigt auch eine Maschine.

Ohne das der Fahrer eingreifen muss, schneidet der Roder zunächst die Blätter der Früchte ab. Dann werden die Rüben aus dem Boden gezogen, in den hinteren Teil der Maschine transportiert. Während dessen fallen Dreck und große Steine ab. Anschließend gelangen die Rüben über einen kleinen seitlich angebauten Fahrstuhl in den Sammelkorb. Etwa 1500 Gramm sollte eine Rübe schwer sein. Die in Neukammer seien gut gewachsen, so Jochen Krüger. Er ist auch dabei, wenn nach der Ernte in der kommenden Woche die Rüben weiterbehandelt werden.

„Wir müssen jetzt darauf achten, dass genug Rübenmus produziert und gelagert wird, damit die Biogasanlage kontinuierlich damit bestückt werden kann“, sagt Dirk Peters. Denn die nächste Rübenernte ist erst in einem Jahr.

Von Jens Wegener

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