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Rückwärtsläufer erfüllen Wünsche

Premnitz Rückwärtsläufer erfüllen Wünsche

Zum ersten Mal wurde am Samstag auf dem Premnitzer Sportplatz der Rennfritz-Lauf organisiert. Rund 400 Besucher unterstützten die Veranstaltung, bei der Spenden für den Brandenburger Wünschewagen gesammelt wurden. Der Rennfritz-Lauf war nicht nur deshalb anders als gewöhnliche Läufe.

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Die Schirmherren Stefan Rudolf (links) und Jens Weißflog (Mitte) mussten ihren Posten wegen des Regens zum Teil wörtlich nehmen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Premnitz. Nach fast zehn Monaten Vorbereitung war es am Samstag soweit. Die Stadt Premnitz stellte den Sportplatz für eine ganz besondere Benefiz-Veranstaltung zur Verfügung: den Rennfritz-Spendenlauf zugunsten des Brandenburger Wünschewagens. Bereits um 9 Uhr waren auf dem Platz viele Helfer im Gange. Die Feuerwehr Premnitz etwa rückte in Gruppenstärke mit Ortswehrführer Holger Willing und seinem Stellvertreter Tobias Bärmann an. Der „Bronto Skylift“ ihres modernen Einsatzfahrzeuges war den ganzen Nachmittag ein Anziehungspunkt für die Läufer und Gäste. Im Rettungskorb konnte man bei ausgefahrener Leiter das Geschehen aus einer Höhe von über 30 Metern betrachten.

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Gut 400 Besucher kamen am Samstag auf den Premnitzer Sportplatz, um den Rennfritz-Lauf und damit den Brandenburger Wünschewagen zu unterstützen. Das besondere an dem Spendenlauf: Die Teilnehmer mussten rückwärts laufen.

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Der bange Blick auf die Wetter-Apps ließ unterdessen ab 10 Uhr die Befürchtungen der sechs Organisatoren vom Rennfritz-Team wahr werden. Aus ein paar Regentropfen wurde ein leichter, aber beständiger Dauerregen. Das hielt aber viele Läufer nicht ab. Zum ersten Start um 12.30 Uhr begann eine bunte Mischung aus Hobbyläufern. Auch kostümierte Läufer wie etwa die „Stinknormalen Superhelden“, die eine zusätzliche Spende über 245 Euro aus einer Versteigerung zugunsten des Laufes übergaben, gingen auf die Strecke. „Wir sind zur Vorbereitung sogar mal eine Trainingsrunde rückwärts gelaufen. Es hat Spaß gemacht“, sagt Katätschen Bernd.

Kommunalpolitiker liefen mit

Auch einige Kommunalpolitiker unterstützten den Spendenlauf. „Aufgrund eines Hüftschadens habe ich leichte Einschränkungen. Wenn ich als Kind eine Steigung laufen musste, konnte sich sie rückwärts ohne stärkere Schmerzen bewältigen“, sagt Erardo C. Rautenberg, Generalstaatsanwalt und SPD-Bundestagskandidat. „Als ich von der Idee des Rennfritz-Spendenlaufs als Rückwärtslauf hörte, war ich gleich begeistert.“ Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) kam ebenfalls mit einem Laufteam.

„Wir haben beim Brandenburger Rolandspectaculum die Moderation zum Brandenburg-Wetter aufgezeichnet“, sagte RBB-Wetterfee Joanna Jambor, die den Rennfritz-Start filmte. „Aber trotz Zeitdruck sind wir noch nach Premnitz gekommen und wollten unbedingt einen kurzen Beitrag für die Abendnachrichten drehen.“ Am Eingangstor stand derweil der Wünschewagen. „Er soll rollen und vielen leider sterbenskranken Brandenburgern eine Ausflugsfahrt als letzten Wunsch ermöglichen“, so der in Premnitz aufgewachsene Schauspieler und Schirmherr Stefan Rudolf zur Eröffnung mit Bürgermeister Ralf Tebling (SPD). „Ich bin heute bei Sonnenschein zu Hause losgefahren“, sagte Schirmherr und Skisprung-Legende Jens Weißflog. „Wir hoffen, dass ganz viele Spenden zusammenkommen.“

Zu einem späteren Start kam auch Brandenburgs Gesundheitsministerin mit ihrer Familie. „Eine Runde rückwärts ist ja genau so anstrengend wie 3000 Meter vorwärts“, findet Diana Golze (Die Linke), die noch eine Runde Vorwärtslauf mit Golden-Doodle-Hündin Lexi zusätzlich absolvierte. Ihr Sozialministerium unterstützt die Anschaffung eines Begleit-Pkw für den Brandenburger Wünschewagen, der demnächst übergeben wird.

Nächstes Jahr soll zweiter Rennfritz-Lauf folgen

„Wir sind stolz auf die Einsatzbereitschaft der Helfer und die Spendenbereitschaft der Menschen. Trotz des Regens konnte man den Läufern den Spaß, den sie beim Rückwärtslauf hatten, im Gesicht ablesen. Aufgrund des Wetters konnten wir die insgesamt 1000 Luftballons mit den Wünscherfüller-Karten nicht fliegen lassen. Wenn sich noch ein Sponsor für die nicht ganz billige Helium-Gasflasche findet, wollen wir diese Aktion zum Sommerfest des TSV Chemie Premnitz am 15. Juli nachholen“, sagt Domenico Lajin. „Mit der Teilnehmerzahl sind wir für den ersten Lauf zufrieden. Natürlich gibt es auch 2018 wieder einen Rennfritz-Spendenlauf. Dazu hoffen wir wieder auf die Unterstützung der vielen Helfer und Läufer – hoffentlich ein paar mehr und ohne Regen.“

Nach den Aufräumarbeiten wird das Rennfritz-Team nun die Gelder aus dem Startnummernverkauf und die Spenden der vielen Spendenbüchsen, die am Lauftag an den Ständen verteilt waren, aus dem Tresor holen und auszählen. Noch in der kommenden Woche wolle man dem ASB-Landesverband in Potsdam einen Spendenscheck übergeben und die komplette Spendensumme veröffentlichen.

Von Uwe Hoffmann

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