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Falkenseer Straßenbauer züchtet Rinder

Zottelig und zart Falkenseer Straßenbauer züchtet Rinder

Vielen Falkenseern ist Rüdiger Rausch vor allem als Bauunternehmer bekannt. Doch der 60-Jährige ist nebenbei auch noch Landwirt: Gemeinsam mit seiner Frau Antje züchtet er schottische Hochlandrinder. Auf der Weide kann er abschalten vom Stress. Am Freitag lud er Interessierte ein die zotteligen Highland Cattle zu besuchen.

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Auge in Auge mit dem Hochlandrind.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Wenn ihm auf der Arbeit der Stress mal wieder über den Kopf wächst, setzt sich Rüdiger Rausch in sein Auto und fährt zu seinen Rindern. Dann sitzt er dort am Rande der Weide zwischen Falkensee und Schönwalde-Glien auf einer Holzbank und schaut den zotteligen Highland Cattle beim Grasen zu. Manchmal hat er sogar eine Flasche Wein dabei. „Bei den Kühen kann ich abschalten vom Alltagsstress“, sagt der 60-Jährige. Ausnahmsweise nahm er am Freitag eine Gruppe von Besuchern mit auf seine Oase: Im Rahmen der beliebten Ausflugsreihe „Geheime Orte“ schaute der Berliner SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz mit zwei Dutzend Interessierten in Falkensee vorbei.

„Beißen die?“, fragt einer der Gäste, als sich ein besonders imposantes Exemplar eines schottischen Hochlandrinds mit seinen gebogenen Hörnern auf die Gruppe zubewegte. „Normalerweise sind sie ganz entspannt“, erklärte Rüdiger Rausch, „aber sie merken sich, wenn sie geärgert werden. Dann möchte ich dem Burschen lieber nicht begegnen.“

Vielen Falkenseern ist Rausch vor allem als Bauunternehmer bekannt. Seine Firma hat unzählige Straßen in der Stadt saniert. 2010 beschlossen er und seine Frau Antje nebenbei Rinder zu züchten. „Die Familie meiner Mutter besaß zwei Güter in Ostpreußen, wahrscheinlich steckt mir die Rinderzucht im Blut“, sagt er. Mittlerweile sind die Eheleute leidenschaftliche Landwirte, die sich zum Geburtstag schon mal eine weiße Kuh schenken. 65 Tiere stehen auf der Weide, manche von ihnen bringen 900 Kilo auf die Waage.„Sie haben alle einen Namen und sie hören eigentlich auch drauf“, erzählt Rüdiger Rausch. Als er jedoch eines der Tiere, Marena, herbeirufen will, bewegt sich die Kuh erst nach mehrfacher Aufforderung vom Fleck. „Vorführeffekt“, meint Rausch.

Geschlachtet wird vier Mal im Jahr. Das Fleisch der schottischen Hochlandrinder gilt als besonders edel – und hat deshalb auch seinen Preis. Trotzdem findet es reißenden Absatz. Mittelfristig will Rüdiger Rausch deshalb auch einen Hofladen einrichten, damit noch mehr Menschen in den Genuss eines zarten Bratens kommen. „Das Fleisch ist so weich, das kann man lutschen“, sagt er stolz.

Doch auch die Landschaft profitiert von der Rinderzucht. Das Gelände, auf dem die Tiere stehen, war früher eine Brache, jetzt wachsen dort Orchideen und Kräuter. Es wimmelt von Hasen, Reptilien und Vögeln. „Die brauchen bloß den Kuhfladen hinterherfliegen und haben den Schnabel voller Fliegen“, meint Rausch und gesteht: „Ich bin selbst erstaunt, welche Artenvielfalt sich hier mit der Zeit entwickelt hat.“

Seine Rinder stehen das ganze Jahr über draußen, selbst bei Sturm. Die Kälte macht ihnen nichts aus, eher die Hitze im Sommer. Rüdiger Rausch ist fasziniert davon, wie die Tiere miteinander umgehen, „ihr Sozialverhalten ist ganz fantastisch“, sagt der Hobby-Landwirt. Nie wieder werde er deshalb dumme Kuh sagen.

Von Philip Häfner

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