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Havelland Rund 1300 Flüchtlinge in diesem Jahr
Lokales Havelland Rund 1300 Flüchtlinge in diesem Jahr
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13:01 22.06.2015
Wolfgang Gall bei seinem Vortrag am Sonnabend. Quelle: J. Wilisch
Havelland

Planbar sei die Entwicklung nicht: „Wir können nur schnell reagieren.“ Für dieses Jahr hatte der Kreis eigentlich etwa 950 Flüchtlinge erwartet. Derzeit sind die Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften in Rathenow, Premnitz, Friesack und Falkensee untergebracht. Im Westhavelland hat der Landreis außerdem eine größere Zahl von Wohnungen angemietet.

„Wir arbeiten gut mit den großen Vermietern zusammen“, so Gall. Allerdings sprach er sich dagegen aus, größere Gruppen in einem Mietshaus unterzubringen. „Wir müssen die Flüchtlinge in bestehende Strukturen bringen.“ In den kommenden Monaten müssen nun in der Region Nauen/Falkensee weitere Unterkünfte entstehen. In Nauen ist ein Bau mit 250 Plätzen vorgesehen, in Dallgow-Döberitz eine Unterkunft mit 200 Plätzen.

Dazu soll es in Falkensee noch einmal eine Unterkunft mit 165 Plätzen geben. Ein Brennpunkt dürfte aber Schönwalde werden. Hier sollen 400 Flüchtlinge unterkommen. Und Wolfgang Gall sparte nicht mit Klagen. „Bei einer Bürgerversammlung in Schönwalde haben sich nur zwei Personen dahingehend geäußert, dass man die Flüchtlinge willkommen heißen muss. Alle anderen haben sich herausgehalten – Stadtverordnete, Vereine, Kirchen.“

Schwerpunkt Westbalkan

Rund die Hälfte aller Flüchtlinge, die im Havelland untergebracht werden müssen, kommt aus dem Westbalkan. Nur 0,25 Prozent aller Flüchtlinge im Havelland sind aus Afrika. Kriegsflüchtlinge aus Syrien haben einen Anteil von 19 Prozent.
Willkommensinitiativen gibt es in vielen Städten und Gemeinden mit Gemeinschaftsunterkünften.

In Schönwalde werden noch weitere Gespräche geführt, auch die Mitglieder der Bündnisgrünen zeigten sich nicht begeistert. „Das sind zu viele“, sagte Ursula Nonnemacher. Gall konterte, er sei für jede Alternative offen, wenn es welche gebe. „Mir hat bisher niemand einen anderen Vorschlag machen können, wir aber müssen die Flüchtlinge unterbringen, wenn sie da sind.“

Weitere Unterkünfte könnten in Wustermark, Ketzin und Brieselang entstehen. „Es sind alle gefordert und es kann sich niemand abducken“, warnte Gall. Verbunden mit dem starken Anstieg von Flüchtlingen seien auch Finanzierungsfragen. Derzeit sei der Kreis in der komfortablen Lage noch selbst zu handeln, wenn auch für einen Nachtragshaushalt ein Griff in die gut gefüllte Rücklage notwendig war.

„Langfristig müssen wir aber sehr achtsam sein, wie das weitergeht.“ Eine Prognose, wie sich die Flüchtlingszahlen in den kommenden Jahren entwickeln, wagte Sozialdezernent Gall nicht. „Das wäre reine Kaffeesatzleserei.“

Von Joachim Wilisch

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