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Havelland Mehrheit gibt S-Bahn den Laufpass
Lokales Havelland Mehrheit gibt S-Bahn den Laufpass
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00:37 20.06.2015
Die Odeg fährt seit 2012 durchs Havelland. Die S-Bahn möchte wieder. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee/Nauen

Für Peter Herrmann ist der Fall klar: „Die S-Bahn muss her.“ Der Falkenseer fährt oft nach Berlin, er wohnt in der Nähe des Bahnhofs Seegefeld. Die Regionalbahn fahre abends und am Wochenende nur in großen Abständen, eine S-Bahn wäre die bessere Lösung. Das sieht die Falkenseerin Helga Schwab ganz anders. Als Angestellte einer Zeitarbeitsfirma pendelt sie immer mal wieder nach Berlin – und da will sie schnell hin. Deshalb meint sie: „Die S-Bahn ist zu langsam.“

Zwei Meinungen, die die Stimmungslage zur Diskussion über S-Bahn oder Regionalbahn gut widerspiegeln. MAZ hatte ihre Leser online um ihre Meinung gebeten. Mehr als 1500 beteiligten sich. Am Mittwoch bestätigte sich der Trend vom Vortag: Zwei Drittel befürworten eine verbesserte Regionalbahnanbindung, ein Drittel will die S-Bahn als Ergänzung.

In der nächsten Woche werden sich die Parlamente in Brieselang und Falkensee mit der Frage befassen, sie wollen eine Stellungnahme abgeben. Derzeit wird der Bundesverkehrswegeplan bis 2030 erarbeitet. Die CDU hat dazu eine klare Meinung und eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Die ist von den Vorsitzenden der Ortsverbände Nauen, Brieselang und Falkensee, vom Kreisverband, von der Landesvorsitzenden Barbara Richstein und vom Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler unterschrieben. Sie fordern: „Ohne Wenn und Aber die Planungen für den Bau eines 3. Regionalbahngleises zwischen Berlin und Nauen vorantreiben!“ Sie sprechen sich gegen ein Offenhalten der Entscheidung, um eventuelle S-Bahn-Lösungen prüfen zu können, aus.

So einstimmig die Christdemokraten im Havelland sind, so einstimmig ist die Region aber nicht als Ganzes. In Falkensee konnte man sich im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung nicht auf einen gemeinsamen Antrag einigen. Die SPD will, dass erst alle Varianten untersucht werden – also auch die S-Bahn-Idee. „Wir sind für eine vorbehaltlose Prüfung“, sagte Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Man dürfe nicht nur den Zeitfaktor sehen, sondern auch das technisch Machbare prüfen.

Ähnlich argumentiert auch die Berliner S-Bahn GmbH. Deren Geschäftsführer Peter Buchner hatte am Wochenende eine S-Bahn-Verlängerung bis Nauen ins Spiel gebracht. „Wir sehen das Osthavelland als Wachstumsregion, da werden künftig steigende Fahrgastzahlen zu erwarten sein“, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Das Unternehmen will zum Sommer ein Positionspapier für mehr S-Bahn im Havelland vorstellen. Darin dürfte ein Argument nicht fehlen: „Der Bahnhof Spandau ist ein Nadelöhr“, sagte Priegnitz, die S-Bahn hätte ihre zwei Gleise, für ein 3. oder gar 4. Gleis für Fernbahnen ist da kein Platz.

Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer der Odeg, hält die aufgeregte Debatte über S-Bahn oder zusätzliche Gleise für fehl am Platze: „Das Wichtigste ist für alle Beteiligten, den Spandauer Knoten zu entwirren und das Problem der Berliner Stadtbahn zu lösen. Dort ist es zu eng.“ Wäre das geklärt, würde das auch positiv auf alle Fahrgäste aus dem Havelland wirken.

Bei dem Thema verläuft die Front mitunter durch die Parteien, das zeigen die Grünen. Die Falkenseer sind für den Ausbau der Regionalbahn, die Spandauer Grünen setzen auf die S-Bahn.

Von Marlies Schnaibel

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