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Menschenwürdiges Leben bis zum Tod

SAPV-Team Havelland besteht seit fünf Jahren Menschenwürdiges Leben bis zum Tod

Ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod ermöglicht das havelländische Palliativ-Team seit nunmehr fünf Jahren schwerstkranken Havelländern. Die zwölf Fachpflegekräfte und acht Ärzte lindern Schmerzen und stehen auch den Angehörigen bei. 809 Patienten wurden und werden seither betreut.

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Seit fünf Jahren kümmert sich das SAPV-Team mit seinem ärztlichen Leiter Frank Heinrich (6.v.l.) um Schwerstkranke.

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen. Tagtäglich und in Notfällen auch nachts macht sich Yvonne Arndt auf den Weg zu ihren Patienten. Die Krankenschwester nimmt Infusionen vor, verabreicht Schmerzmittel und steht als Ansprechpartnerin für die Angehörigen zur Verfügung. Sowohl die Patienten als auch die Schwester wissen: Eine Chance auf Heilung gibt es nicht. Vielmehr trägt Yvonne Arndt ebenso wie Ihre Kollegen dazu bei, dass die Schwerstkranken ihre letzten Tage auf menschenwürdige Weise verbringen können.

Die 38-Jährige gehört seit 2011 dem havelländischen Team für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) an, ist dazu auch entsprechend ausgebildet. Zusammen mit elf weiteren Pflegekräften und acht Ärzten befasst sie sich damit, die Symptome und Leiden der Menschen zu lindern. Es geht um eine Verbesserung der Lebensqualität – trotz der schlimmen Diagnose.

„Wir sind lebensbejahend in der Palliativmedizin“, betonte Frank Heinrich, Ärztlicher Leiter des SAPV-Teams Havelland, in einer Veranstaltung anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Teams. Er erinnerte in Nauen an die Anfänge, an den Beginn der Kooperation mit dem Palliativteam in Brandenburg an der Havel. „Wir waren unter den ersten“, sagt Heinrich. Man habe im Havelland viele Partner gefunden, die mitmachen: die Havelland Kliniken, Pflegedienste, niedergelassene Ärzte, den ehrenamtlichen Hospizdienst mit seinen heute 40 Frauen und Männern und viele andere. Am 1. August 2010 konnte es dann losgehen.

Das SAPV-Team trägt in erster Linie den Wünschen der Patienten Rechnung. Laut Heinrich wollen 70 Prozent die letzten Tage ihres Lebens in den eigenen vier Wänden bleiben und dort auch sterben.

Der Bedarf an der Palliativmedizin ist recht hoch, immer mehr Angehörige fragen nach. „Wir versorgen wenigstens das Anderthalbfache der prognostizierten Patientenzahl“, so Heinrich. Bis zum 31. Juli dieses Jahres wurden und werden von den beiden Teams im Ost- und im Westhavelland 809 Patienten behandelt und betreut. 764  sind mittlerweile verstorben. Meist hatten sie Krebs, aber auch Herz- oder neurologische Erkrankungen spielen eine Rolle.

Heinrich vermutet, dass mit den derzeitigen Zahlen auch angesichts des demografischen Wandels der Gipfel noch nicht erreicht sei. Mal kommen pro Woche sechs bis sieben Männer und Frauen dazu, manchmal sogar vier am Tag. Ähnlich hoch ist die Sterberate. Das Durchschnittsalter der Patienten liegt bei 71 Jahren. 85-Jährige sind ebenso darunter wie unter 30-Jährige. Im Schnitt kümmern sich die Mediziner sieben Wochen lang um sie. Frank Heinrich dankte den Pflegekräften und Ärzten, die sich bei Wind und Wetter auf den Weg zu ihren Patienten machen, auch in ganz entlegene Ecken des Havellandes.

Landrat Burkhard Schröder zeigte sich beeindruckt von der Arbeit, die die Pflegekräfte und Ärzte des SAPV-Teams leisten. Sie seien in einem wichtigen Bereich tätig, meinte er. Nicht jeder könne so etwas. „Es passt in die heutige Zeit, dass man dem Wunsch des Patienten gerecht wird, seine letzte Lebensphase zu Hause zu verbringen“, sagte der Landrat.

Für Schwester Yvonne Arndt ist die Arbeit im Palliativ-Team eine anstrengende, aber auch eine sehr erfüllende wie sie sagt. „Die Patienten und vor allem die Angehörigen sind sehr dankbar“, berichtet sie. Das gibt auch ihr Kraft. „Und es gibt auch Momente, in denen die Patienten sogar lächeln.“

Von Andreas Kaatz

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