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Havelland SPD-Protokolle von 1925 bis 1931 als Broschüre
Lokales Havelland SPD-Protokolle von 1925 bis 1931 als Broschüre
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00:20 07.07.2015
Eugen Meckel (l.) von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Norbert Jütterschenke und Harry Scholz (r.) mit Original und Kopie der Protokolle. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Brieselang

Aus dem Protokoll der Hauptversammlung des SPD-Wahlvereins Brieselang vom 14. Januar 1928: „Für den vakanten Gemeindevorsteherposten waren 130 Bewerbungen eingegangen, Bedingung war: Bekenntnis als Republikaner. Gewählt wurde Herr Erich Mahn.“ Der bisherige Gemeindevorsteher hatte Gelder veruntreut.

Dass man von dieser Schilderung heute weiß, ist einem Zufall zu verdanken. Die Eheleute Giese aus Brieselang hatten vor mehr als einem Jahr ein Haus abgerissen, da entdeckten sie in einem Hohlraum ein Büchlein. Die Feuchtigkeit hatte ihm zugesetzt, an einigen Stellen zeigte sich Schimmel. Aber es war deutlich zu erkennen, worum es sich handelt: Um die handschriftlich verfassten Versammlungsprotokolle des SPD-Wahlvereins von 1925 bis 1931. Offenbar hatte sie jemand vor den Nationalsozialisten versteckt. Die Gieses übergaben das Buch dem SPD-Ortsverein, der völlig überrascht war. „Da hatte ich schon ein bisschen Gänsehaut bekommen. Ich erkannte, dass es Bedeutung für Brieselang hat, aber wohl auch darüber hinaus“, sagte Vorsitzender Norbert Jütterschenke.

Er übergab das wertvolle Stück nun am Donnerstag im Künstlerhof an Harry Scholz, Referatsleiter im Archiv der sozialen Demokratie. „Das ist eine bedeutende Quelle“, bestätigte dieser. Denn Zeugnisse aus jener Zeit sind äußerst selten. Doch auch wenn Scholz das Fundstück mit nach Bonn nimmt, so bleiben die Protokolle den Brieselangern trotzdem erhalten. Denn die Friedrich Ebert-Stiftung hat die Herausgabe der Niederschriften als Broschüre für Jedermann finanziert. Die wurde an dem Abend ebenfalls präsentiert.

Bevor die Broschüre jedoch in Druck gehen konnte, musste die Sütterlinschrift der Versammlungsprotokolle in die heutige Schrift „übersetzt“ werden. Das haben vor allem Ingrid Ettelt-Gelke und Hans-Jürgen Brandtner vom Ortsverein bewerkstelligt. „Ich muss meiner Oma danken, dass sie mir Sütterlin beigebracht hat“, sagte Ingrid Ettelt-Gelke. Weil nämlich die Augen der Großmutter nicht mehr so recht wollten, las sie ihr Briefe vor. Wo sie bei der Übertragung der Schrift trotzdem nicht mehr weiterkam, half ihre Mutter mit. Ansporn waren für die Geschichtsinteressierte die neuen Erkenntnisse, die sie immer wieder aus der Lektüre gewann. „Wer es liest, wird feststellen, dass die Sozialdemokraten viel für die Gemeinde getan haben, um sie zu entwickeln. Sie kümmerten sich unter anderem um Straßenbau und Fußwege, so wie heute auch“, sagte sie. Aber die Mitglieder wurden auch ermuntert, im Männerchor mitzuwirken, zudem spendete der Wahlverein die ersten Bücher für die Bibliothek. Allerdings wurden Genossen 1928 auch dafür kritisiert, dass sie an Verstaltungen der evangelischen Frauenhilfe teilgenommen haben.

Der havelländische SPD-Chef Martin Gorholt, der für den verhinderten Dietmar Woidke erschienen war, sprach davon, dass mit dem Fund „unbekannte sozialdemokratische Regionalpolitik freigelegt worden ist. Die Inhalte sind Teil unserer regionalen Identität“.

Die Originalprotokolle werden jetzt restauriert. Dass dies gelingt, da hat Harry Scholz keine Zweifel. „Sie sind insgesamt in einem guten Zustand, bekommen einen neuen Einband.“ Und das Buch soll auch nicht dauerhaft in irgendwelchen Regalen verstauben. „Mit Sicherheit wird es bei uns ausgestellt“, sagte Scholz.

Von Andreas Kaatz

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