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SPD in Spandau kann durchatmen

Wahlen in Berlin SPD in Spandau kann durchatmen

Ein Bezirk hat gewählt und vielen Spandauern steht eine Mischung aus Erleichterung und Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Eine solide SPD, hohe Verluste bei der CDU und eine starke AfD prägen die diesjährige Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Auch bei den Wahlen der eigenen Bezirksvertreter zeichnete sich ein ähnlicher Trend ab.

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Er ist und bleibt der Chef im Spandauer Rathaus - Helmut Kleebank (SPD).

Quelle: Pressestelle

Spandau. Ein Bezirk hat gewählt. Am Morgen danach steht vielen Spandauern eine Mischung aus Erleichterung und Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Eine solide SPD, hohe Verluste bei der CDU und eine starke AfD prägen die diesjährige Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Und auch bei den Wahlen zur Spandauer Bezirksverordnetenversammlung zeichnete sich ein ähnlicher Trend ab. Hier holten die Sozialdemokraten mit 33,3 Prozent das beste Ergebnis in ganz Berlin und lösten die CDU (25,7 Prozent) als stärkste Partei ab.

Jürgen Reiche (63) lebt seit 30 Jahren in Spandau

Jürgen Reiche (63) lebt seit 30 Jahren in Spandau.

Quelle: Sander

Hielten sich die Verluste der SPD mit 1,4 Prozent in Grenzen, brachen die Christdemokraten in Spandau um ganze 11 Prozent ein. „Das Wahlergebnis ist bitter. Leider haben auch in Spandau vorrangig Bundesthemen dominiert, die die Menschen zu Protestwählern gemacht haben“, so der Vorsitzende der Spandauer CDU Kai Wegner. Der amtierenden Bezirksbürgermeister, Ur-Spandauer und ehemalige Schulleiter der Heinrich-Böll-Oberschule Helmut Kleebank (SPD) setzte sich im Rennen um den Chefsessel im Spandauer Rathaus klar gegen Gerhard Hanke (CDU), Berlins Dienstältester Stadtrat, durch. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir das Ergebnis von 2011 fast halten konnten, vor allem im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken“, so Kleebank.

Nele Müller (19) trat zum ersten Mal den Gang zur Wahlurne an

Nele Müller (19) trat zum ersten Mal den Gang zur Wahlurne an.

Quelle: Sander

Wie in weiten Teilen der Hauptstadt feierte jedoch auch in Spandau die AfD einen Wahlerfolg. Mit 16,0 Prozent ist der Bezirk AfD-Hochburg im Berliner Westen. Als neue drittstärkste Kraft wird die AfD hier einen Stadtrat stellen. „Offensichtlich gibt es auch in Spandau viele Teile der Bevölkerung, die sich von der Politik nicht abgeholt fühlen. Wir müssen versuchen das zu ändern“, so Kleebank. „Das musste einmal so kommen“, sagte gestern Jürgen Reiche, der seit 30 Jahren in Spandau Zuhause ist. „Die AfD ist für mich eine Protestpartei, die deswegen so erfolgreich ist, weil die Großen versagt haben und unfähig sind“, so der 63-Jährige. „Dass die AfD so stark werden würde, hätte ich trotzdem nicht für möglich gehalten – das ist erschreckend. Mit dem guten SPD-Ergebnis bin ich aber zufrieden“, entgegnete die 29-jährige Mia Liefer, die am Morgen nach der Wahl in einem Café in der Spandauer Wilhelmstadt die Ergebnisse bewertete. „Für Spandau ist Helmut Kleebank die beste Wahl. Er ist menschlich und gehört zum Bezirk dazu“, so Liefer, die sich in den mehr kulturelle Angebote für Spandau wünscht. „Der Bezirk ist schuldenfrei, jetzt könnte endlich mehr Geld für Kultur ausgegeben werden. Spandau hat Potenzial und das sollte endlich ausgeschöpft werden“, so die 29-Jährige.„In den nächsten zehn Jahren werden wir vor allem in die Spandauer Schulen investieren und ihre Sanierung vorantreiben. Zudem soll der Wohnungsbau massiv fortgeführt und rund 50 Millionen Euro in die Altstadt investiert werden“, so Kleebank über seine Pläne.

So hat Spandau gewählt

Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus:

Erststimme : SPD (31,9 Prozent), CDU (27,0 Prozent), Grüne (7,8 Prozent), Linke (6,0 Prozent), FDP (7,0 Prozent), AfD (16,8 Prozent)

Zweitstimme : SPD (27,4 Prozent), CDU (24,6 Prozent), Grüne (8,7 Prozent), Linke (6,6 Prozent), FDP (7,6 Prozent), AfD (16,6 Prozent)

Wahlen zur Spandauer Bezirksverordnetenversammlung:

SPD (33,3 Prozent), CDU (25,7 Prozent), Grüne (7,6 Prozent), Linke (5,6 Prozent), FDP (6,4 Prozent), AfD (16,0 Prozent)

Zum ersten Mal an der Wahlurne stand am Sonntag Nele Müller, die sich mehr Angebote für junge Leute in ihrem Bezirk wünscht. „Es ist ein gutes Gefühl, endlich mitentscheiden zu dürfen und mich nicht einfach mit dem Ergebnis zufrieden geben zu müssen“, so die 19-Jährige, die das Wahlergebnis kritisch sieht. „Jetzt hat es noch einmal gereicht. Ich habe Angst davor, dass es irgendwann kippen könnte.“

Von Laura Sander

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