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SPD verzichtet auf Landratskandidaten

Neuwahl im Havelland SPD verzichtet auf Landratskandidaten

Die deutliche Mehrheit der Havelländer Sozialdemokraten schätzt die Verlässlichkeit der Zählgemeinschaft im Kreistag und will deshalb darauf verzichten, mit einem eigenen Kandidaten anzutreten, wenn der Kreistag über den neuen Landrat entscheidet. Dafür hat sich der Unterbezirksparteitag in Nauen ausgesprochen.

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Die Mehrheit der SPD will weiter mit der CDU in einer Zählgemeinschaft arbeiten.

Quelle: Marlies Schnaibel

Nauen. Am Ende war es ein klares Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der Delegierten stimmten für die Weiterführung einer Zählgemeinschaft von SPD, CDU, FDP, Bauern und Familie im Kreistag. Der Unterbezirksparteitag der SPD Havelland hatte damit am Sonnabend in Nauen auch klar dagegen votiert, noch einmal einen eigenen Kandidaten für die Wahl des Landrats ins Rennen zu schicken. Für die CDU tritt Roger Lewandowski an, die CDU dürfte – sollte er vom Kreistag gewählt werden – die Führung in der Zählgemeinschaft übernehmen. Der Kreistag entscheidet voraussichtlich am 20. Juni.

Martin Gorholt (Mitte) tritt nicht wieder als Landratskandidat an

Martin Gorholt (Mitte) tritt nicht wieder als Landratskandidat an.

Quelle: Marlies Schnaibel

Zu denen, die gegen einen eigenen SPD-Kandidaten stimmten, gehörte auch der Kandidat selbst. Martin Gorholt, Vorsitzender des Unterbezirks Havelland, hatte mit dem Fraktionsvorsitzenden Rocco Buchta Sondierungsgespräche geführt: „aufwendig, stundenlang und in guter menschlicher Atmosphäre“, sagte Martin Gorholt. Gesprochen wurde mit der FDP, den Bauern, drei Mal mit der CDU, mit den Linken, den Grünen und noch einmal gemeinsam mit Linken und Grünen. Die setzten inhaltlich auf Tariftreue, freien Schülerverkehr, Gesamtschule, Kreiswohnungsbaugesellschaft und Kreisenergiewerke. SPD, Linke und Grüne hätten eine Stimme mehr als die anderen Fraktionen. Da wäre rechnerisch ein SPD-Landrat möglich, das wäre das Ende der bisherigen Zählgemeinschaft. Aber, sagte Gorholt, ihm sei schon angedeutet worden, dass bei der Wahl nicht mit allen Stimmen der Grünen und Linken zu rechnen sei. Deshalb stellte er die Frage nach der Verlässlichkeit einer solchen Mehrheit. „Die gibt es nicht“, sagte Gorholt. Somit habe der Unterbezirk den Antrag gestellt, die bisherigen Zählgemeinschaft weiterzuführen und den Posten des ersten Beigeordneten anzustreben.

Es war ein kleines Häufchen, das sich dagegen auflehnte. Der Falkenseer Wolfgang Jähnichen erntete einen eher lahmen Applaus, als er einen Neuanfang empfahl. Emotional sprach sich die Wustermarkerin Christina Hanschke gegen ein Fortführen der Zählgemeinschaft aus: „Wir wollen nicht das Anhängsel der CDU sein, dann besser in die Opposition gehen“, forderte sie, ohne dass über die Oppositions-Option dann weiter diskutiert wurde. Auch ihre Vermutung, Gorholt könne befürchten, dass er von der eigenen Fraktion nicht alle Stimmen bekommen würde, wurde nicht öffentlich kommentiert. Der Dallgower Theo Hölscher wollte die SPD nicht „als Wasserträger der CDU“ sehen.

Aber die Mehrheit wollte kein Risiko eingehen und will statt dessen die von allen als solide und erfolgreich bewertete Zählgemeinschaft fortführen. 43 der anwesenden Delegierten stimmten dafür, 17 waren dagegen, fünf enthielten sich der Stimme, darunter die Falkenseer Delegierten Burkhard Schröder und Ines Jesse. Das letzte Wort des Unterbezirksparteitags hatte am Sonnabend Martin Gorholt. Mit Blick auf das Büfett sagte er: „Es ist noch Suppe da.“ Das sorgte dann noch für einen heiteren Moment nach dreistündiger Debatte.

Von Marlies Schnaibel

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