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Sabotageakte bei der Nauener Feuerwehr

Kameraüberwachung kommt Sabotageakte bei der Nauener Feuerwehr

Mal wird der Strecker für den Ladestrom vom Feuerwehrauto abgezogen, mal der Funkkanal verstellt oder die Fluchttür im Gerätehaus über Nacht offen gelassen. Die Stadt verzeichnet seit ein paar Jahren kleinere Sabotageakte, die die Einsatzbereitschaft gefährden können. Bisher blieb dies folgenlos, doch jetzt werden zur Überwachung Kameras installiert.

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Der Stecker für den Ladestrom vom Feuerwehrauto ist bei der Nauener Feuerwehr bereits einmal abgezogen worden – zur Sabotage.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Man stelle sich vor: Es ist Feueralarm, die Einsatzkräfte eilen in die Fahrzeughalle der Feuerwache Nauen. Die Tore gehen hoch, doch der Anlasser des Löschautos macht keinen Mucks. Die Fahrzeugbatterie ist leer. Eigentlich kann dies nicht passieren, denn das Auto ist permanent am Ladestrom angeschlossen. Diesmal aber nicht. Warum, bleibt offen.

Ein Szenario, das nur theoretischer Natur ist. Bislang konnten die Fahrzeuge immer rechtzeitig ausrücken. Dass der Stecker der Stromversorgung abgezogen wurde, ist indes Tatsache, kam schon des Öfteren vor. Die Stadt vermutet Absicht dahinter. Ordnungsamtsleiterin Ilona Pagel nennt es „bösartige Sabotageakte von Unbekannt“, die schon seit mehreren Jahren festzustellen sind. Immer mal wieder. Aus dem Grunde soll in Kürze eine Videoüberwachung im Gerätehaus in der Schützenstraße in Betrieb genommen werden.

„Außerdem wurden in mehreren Fällen Funkkanäle verstellt“, sagt die Ordnungsamtsleiterin. Darüber hinaus hätten Unbekannte Masten, die sich an den Autos befinden, ausgefahren. Wäre dies nicht bemerkt worden, hätte es zu schweren Schäden am Fahrzeug und Gebäude führen können. „Nächtliche Kontrollgänge haben bisher keine Erkenntnisse gebracht“, sagt Ilona Pagel.

So ist jetzt vorgesehen, Videokameras in den Fluren anzubringen, die zu den Fahrzeughallen führen. Außerdem soll der Hofbereich der Feuerwache kontrolliert werden. Die Videoüberwachung werde nur nachts, an den Wochenenden und außerhalb von Veranstaltungen erfolgen, sagte die Amtsleiterin. „Mit den Kameraden haben wir darüber bereits gesprochen.“

Wer sich hinter den Sabotageakten verbirgt, ist noch völlig unklar. So könnte es beispielsweise sein, dass ehemalige Feuerwehrleute noch Schlüssel besitzen und somit Zugang zu den Gebäuden haben. Dies ist aber nur Spekulation.

Auf eine abschreckende Wirkung durch die Videoanlage hofft Stadtwehrführer Jörg Meyer. Auch ihn nervt die Angelegenheit. „Wenn wir verstärkt kontrolliert haben, dann hörte es auf. Etwas später ging es aber wieder los.“ Wie Meyer sagt, befinden sich auf den Fahrzeugen Funk- und Messgeräte. „Die ziehen die Batterie leer, wenn sie nicht geladen wird.“ Unter Umständen müsste das bei einem Einsatz dringend benötigte Fahrzeug stehen bleiben. Zumindest aber würde wertvolle Zeit verloren gehen, um es in Gang zu bringen.

Immer wieder sei es in der Vergangenheit auch vorgekommen, dass die ganze Nacht über in den Fahrzeughallen Licht eingeschalten ist oder dass die Fluchttür offenstand, das Gebäude somit zugänglich war. Dass jemand das Licht aus Versehen angelassen hat, schließt Meyer aus. Auch dass nur vergessen wurde, das Fahrzeug am Strom anzuschließen. „Das wird immer noch einmal kontrolliert.“

Dass es bisher noch keine ernsten Folgen hatte, hängt laut Meyer damit zusammen, dass die Kameraden aufgrund der Vorfälle besonders wachsam sind. „Wir sind vorgewarnt und schauen öfter mal durch.“ Nächtliche Kontrollen auf Dauer durchzuführen, hält Meyer für die Kameraden aber für unzumutbar. Deshalb hat jetzt der Förderverein der Feuerwehr die Videoanlage beschafft. Eine neue Schließanlage einzubauen, hält Meyer zum jetzigen Zeitpunkt nicht für möglich. „Das würde ein Vermögen kosten.“ Geplant ist dies aber, wenn 2020 das Gerätehaus planmäßig saniert wird, so wie es der Gefahrenabwehrbedarfsplan vorsieht.

Von Andreas Kaatz

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