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Sänfte von 1760 für Ausstellung fit gemacht

Von Paretz nach Charlottenburg Sänfte von 1760 für Ausstellung fit gemacht

Glanzstück der Ausstellung „Frauensache“ ab August im Schloss Charlottenburg wird eine Sänfte aus Paretz sein, die für die Hochzeit Friedrich Wilhelms (II.) mit Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel in den 1760er Jahren angefertigt wurde. Jetzt wurde sie in Teilen restauriert.

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Sarah Pieper hat die Hülle der Sänfte konversiert.

Quelle: Foto: Jens Wegener

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Anlässlich ihrer Hochzeit saß 1765 Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel, Gemahlin von Friedrich Wilhelm II., in der vergoldeten Sänfte. „Sie wurde darin von den Bediensteten herumgetragen“, erzählte Alfred Hagemann von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) am Dienstagvormittag in der Remise von Schloss Paretz. Besagte Sänfte, die Hofsattler Friedrich Wilhelm Henckel 1760 gebaut hat und die für die Feierlichkeiten fünf Jahre später umgearbeitet wurde, soll ab August als Glanzstück der Ausstellung „Frauensache“ im Schloss Charlottenburg zu sehen sein.

2015 jährt sich die Übernahme der Herrschaft durch die Hohenzollern-Dynastie in Brandenburg und Berlin zum 600. Mal. „Um die Rolle der Frauen der Hohenzollern in Brandenburg und die Heiratspolitik in der Dynastie näher zu beleuchten, haben wir diese Ausstellung entwickelt“, so Projektleiter Alfred Hagemann.

Unter den fünf Sänften, die zum Bestand der in Paretz gezeigten Dauerschau mit Kutschen, Schlitten und Sänften des 17. und 18. Jahrhunderts gehören, wurde die 1760 erbaute auserwählt.

Bedeutung der Sänften

Sänften spielten im Zeremoniell fürstlicher Hochzeiten eine wichtige Rolle.

In der Ausstellung Frauensache steht die Sänfte für das Netzwerk der Dynastien, das die Hohenzollern mit anderen Fürstenhäusern verband.

Die Wappen der Brautleute an der Tür symbolisieren die Vereinigung der beiden großen Dynastien der Welfen und der Hohenzollern. Zu dieser Zeit waren die Verbindungen der beiden Häuser besonders eng - Friedrich Wilhelms Mutter war ebenso aus dem Haus Braunschweig wie seine Tante und seine Braut - deren Mutter wiederum eine Hohenzollerin war.

Ein Abschnitt der Ausstellung „Frauensache“ ist Königin Luise gewidmet, die nach ihrem Tod zur Ikone Preußens aufgebaut wurde. Es geht um die mediale Verarbeitung von Königin Luise.

Die Ausstellung, die von 22. August bis 22. November im Schloss Charlottenburg gezeigt wird, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Letzter Einlass 17 Uhr.

 

Die Seitenpaneele zeigen Blumenmalereien in natürlichen Farben, ein zentrales Rosenbukett in einem Rahmen aus Rankenwerk als Sinnbild der Liebe und Freude. An der Tür und an der unteren Rückwand sind die zum Allianzwappen vereinten Wappentafeln Preußens und Hannover-Braunschweigs aufgebracht. Das Wappen im linken Oval entspricht dem großen königlichen preußischen Wappen in der Festlegung von 1744 bis 1803. Das Wappen im rechten Oval steht für das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel mit dem Wappentier Hannovers, dem Welfenross in Weiß auf schwarzem Grund, im zentralen Mittelfeld.

Weil diese Sänfte aber außen mehrere Beschädigungen aufwies, auch das Leder an der äußeren Rückwand geflickt war, hatte sich die Stiftung entschlossen, sie in Teilen restaurieren zulassen. „Genauer gesagt, haben wir den Zustand konversiert“, erklärte der Restaurator der Stiftung Thomas Kühn. Zu einem späteren Zeitpunkt, der noch nicht feststehe, werde die komplette Restauration der Sänfte folgen.

In dem jetzt abgeschlossenen ersten Schritt kümmerte sich die freie Restauratorin Sylke Manzke im Auftrag der Stiftung um die Instandsetzung der Lederrückwand. Die hatte viele Risse. „Ich habe diese mit extra gefertigten Holzplättchen unterlegt, geklebt und gekittet. Jetzt erscheint die gesamte Fläche wieder als Einheit“, so Manzke. Sieben Arbeitstage haben allein diese Arbeiten gedauert. Mit dem Instandsetzen der vergoldeten Fassungen und des Holzes befasste sich Sarah Pieper. Sie brauchte etwa 80 Arbeitsstunden, damit die Sänfte optisch wieder in einem guten Zustand erscheint. Zu den Kosten der Teilrestaurierung sagte die Stiftung nichts.

Von Jens Wegener

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